Spannende Partien beim Dähne Pokal

Der Dähne-Pokal ist mit seinem K.O.-System ein sehr unbarmherziges Turnier. Ein Fehltritt, und man ist Draußen. Leider ist dieses Event beim Schachkreis Zugspitze in den letzten Jahren ziemlich unterbesetzt gewesen. Ein zuverlässiger Teilnehmer ist Thomas Lochte, welcher dieses Turnier seit Jahren dominiert.

Während ich die erste Runde noch durch ein Freilos meisterte 🙂 , ging es in Runde 2 mit den schwarzen Steinen gegen Markus Nothas. Bereits in der Eröffnung bekam ich recht viele Tempi geschenkt, welche im weiteren Verlauf zu aktivem Spiel und einem Figurengewinn mündeten. Es kam zu folgender Stellung:

Selbstmatt

Trotz Mehrfigur, kann sich dieses Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern noch etwas hinziehen. Ich hatte aber etwas anderes im Sinn und zog meinen König nach e7…

Selbstmatt

…worauf mein Gegner seinen Königsmarsch fortsetzte und den Monarchen nach e5 zog. Mit strahlenden Augen gab ich meinem Springer die Sporen und setzte ihn auf e6. 🙂

Selbstmatt

Weiß am Zug ist im Mattnetz gefangen und kann gegen f7-f6 mit Matt nichts mehr ausrichten.

In der dritten Runde wartete bereits der Favorit des Turniers Thomas Lochte auf mich. Vor Ort wurden die Farben gelost und einmal mehr beglückte mich die Schachgöttin Caissa mit den schwarzen Steinen. Nicht gerade ein Vorteil gegen einen Angriffsspieler.

Bereits nach wenigen Zügen wollte Thomas die Partie verschärfen und bot ein bekanntes Bauernopfer an, welches man mit Schwarz annehmen kann, aber jeder Zug danach einem Tanz auf der Klippe ähnelt.

Thomas Lochte

Ich dachte nicht lange darüber nach, diesen Bauern auf e4 zu nehmen. Gegen schwächere Gegner beim Blitzen ist das für beide Seiten ziemlich spaßig und genau hierfür habe ich diese Variante auch selbst im Repertoire. In einer langen Partie gegen einen versierten Turnierspieler gleicht das aber einem Selbstmord. Zwar kenne ich taktischen Fallstricke und weiß, wie man diese umschifft, aber am Ende findet sich Schwarz in so gut wie jeder Variante mit einer schlechten Bauerstruktur mit Springer und Läufer wieder, während Weiß bei intakter Bauerstruktur mit seinem Läuferpaar das Endspiel dominiert. Engines können hier mit Schwarz sehr gut gegenhalten, aber als Mensch spielt sich das einfach nur sehr unangenehm.

Ich lehnte das Bauernopfer ab und ließ es mit d7-d6 langsam angehen. Thomas Lochte machte auch weiterhin ordentlich Druck und stellte mich viele Züge lang vor schwierige Entscheidungen. Hier ein Beispiel:

Thomas Lochte

Bei seinem letzten Zug c3-c4 kann Schwarz mit einem Fehltritt schnell untergehen. Nimmt man mit Schwarz den Bauern auf c4, folgt das vernichtende Dame b7 und Schwarz kann die Uhr anhalten und aufgeben. 

Ich zog allerdings cxd4 und nachdem das Zentrum geklärt war, kam es zu folgender Stellung:

Thomas Lochte

Zur Abwechslung durfte auch mal ich etwas drohen. Ein normal aussehender Zug wie etwa Tac1, würde Schwarz mit einem höllischen Opfer beantworten. Es würde Txf3 folgend und nach gxf3 findet die schwarze Dame auf h3 ein nettes Plätzchen. 🙂 Gefolgt von Sh4 ist die Mattgefahr tödlich. Aber Thomas ließ diesen Spaß nicht zu und zog stattdessen seinen Springer zurück auf d2.

Später konnte Thomas dann doch noch etwas Material opfern, um es postwendend durch einen Abzug zurück zu gewinnen.

Thomas Lochte

 Dieses Springeropfer hatte ich auch auf dem Schirm, aber im kam bei meiner Berechnung zu dem Schluss, dass hier einfach viel Material abgetauscht wird und am Ende das Materialverhältnis ausgeglichen sein wird. Es kam aber anders.

Thomas Lochte

Bis hier hin hatte ich die Stellung berechnet und dachte, dass Weiß gegen Txe7 nichts hat. Der Bauer auf b5 bleibt weiter gedeckt und die Partie sollte doch remis enden. Pustekuchen! Thomas zog in dieser Stellung den Turm nach d1 und nun musste ich den Bauern auf e7 mit der Dame nehmen und Weiß kann genüsslich auf b5 zugreifen.

Es folgte noch das Abtauschen der Türme und wir hatten ein reines Damenendspiel auf dem Brett. Die Grundreihenschwäche von Weiß gab mir die notwendige Zeit, meine Dame zu aktivieren. Mit Weiß sollte die Stellung technisch gewonnen sein, jedoch zog Thomas ein paar auf den ersten Blick recht aktive und gute Züge, welche sich im Nachhinein als schlecht herausstellten. Es kam zu folgender Stellung:

Thomas Lochte

Hier atmete ich zum erstem Mal durch und war mir sicher, dass ich die Kiste Remis halten kann. Ich zog die Dame nach d8 und es ist nicht mehr Weiß, der mit schwungvollen Drohungen um die Ecke kommt, sondern Schwarz.

Zu guter Letzt habe ich in folgender Stellung Remis angeboten, was Thomas dann auch angenommen hat. Puhhh! Das war ein hartes Stück Brot.

Thomas Lochte

Nun mussten Blitzpartien für eine Entscheidung sorgen. Hier wähnte ich mich leicht im Vorteil, da ich jeden Donnerstag mit IM Thomas Reich einen excellenten Sparringspartner habe und mein Blitz- und Schnellschachrepertoire bereits bei einem Schnellschachturnier in Wolfratshausen ziemlich erfolgreich testen konnte.

In der ersten Partie hatte ich die weißen Steine und verzettelte ich mich. Thomas hat einen hübschen Angriff gespielt und neben der Zeit, fehlten mir nach und nach auch meine Figuren. 0:1 für Thomas.

Mit Schwarz konnte ich dann aber das Ruder herumreisen und selbst für ordentliche Verwicklungen sorgen. Diesmal hatte ich auch mehr Zeit auf der Uhr und anschließend den vollen Punkt. 1:1.

In der dritten Partie konnte ich den Sack zu machen. Ein Endspiel mit Mehrmaterial sollte doch zu gewinnen sein. Wenn, ja wenn die Zeit nicht so unerbittlich nach unten laufen würde. Ich wickelte ins Remis ab und ließ es auf die nächste Partie ankommen. 1,5:1,5.

Thomas ging diesmal direkt aufs Ganze und ich wollte dem in Nichts nachstehen. Bereits nach wenigen Zügen stand ich mit dem Rücken zur Wand. Das passiert, wenn man zu schnell zu viel will. 1,5:2,5.

Mit Thomas Lochte hat der Dähne-Pokal einen würdigen Sieger gefunden. 🙂

Bis bald

Euer Benny

2. Runde B-Liga Nord – Unentschieden gegen Windach

Der Mannschaftskampf gegen Windach wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Skurrile Angebote vom Gegner, nervende Lautstärke von Gästen und starkes Spiel an den hinteren Brettern. Aber der Reihe nach.

Für unsere Heimspiele wollten wir ein neues Spiellokal ausprobieren, welches ich noch vor Meldeschluss beim Schachkreis ordnungsgemäß eingetragen habe. Leider wurde beim Schachkreis dieser Hinweis nicht beachtet und unser Spiellokal aus der letzten Saison eingetragen. So haben wir unsere Gegner am Schachcenter abgeholt und zur ~100 Meter entfernten Gaststätte gebracht. Mit leichter Verspätung starteten anschließend die Partien.

Obwohl der Wirt einen ruhigen Raum zusicherte, ließ er trotzdem seine üblichen Gäste an Nachbartischen auf ihren Restrausch vom letzten Abend, mit einem Bier anstoßen. Ziemlich ärgerlich! Hierbei muss ich allerdings erwähnen, dass bei unserem letzten Auswärtskampf in Gröbenzell weitaus größere Lautstärke in Form von stätigen Hämmern und lauter Musik vorhanden war. Wir hatten uns nicht beschwert.

Nach etwa einer halben Stunde hatte ich die Chance, mit dem Mannschaftsführer von Windach Siegfried Rothenhagen ein paar Worte zu wechseln. Ich bat hierbei um Entschuldigung für die Lautstärke an Nachbartischen und teilte ihm mit, dass das so nicht geplant war und wir wohl zukünftig wieder im Schachcenter spielen würden. Falls er darauf bestehen sollte, dass wir den Mannschaftskampf abbrechen, würde ich dem selbstverständlich nachkommen. Er teilte mir mit, dass das schon in Ordnung sei und sie selbst schon bei Heimkämpfen mit der Lautstärke Probleme hatten.

So ging der Mannschaftskampf zunächst für eine halbe Stunde weiter. Plötzlich kam Siegfried Rothenhagen nochmals auf mich zu und störte mich direkt am Brett. Er müsse unbedingt mit mir reden. Ich hielt die Uhr an und ging mit ihm Richtung Ausgang. Was nun folgte, könnte aus einem Monty Python Sketch stammen. Er teilte mir mit, dass wenn sein Gegner Ralf Ludwig kein Remis annehmen würde, er auf einen Abbruch des Mannschaftskampfes bestehen würde!

Ich teilte ihm mit, dass wir dann wohl abbrechen müssen, was er aber nun doch nicht so richtig wollte. Chaos pur! Ich teilte ihm mit, dass ich für solche Erpressungen der falsche Ansprechpartner bin und er das mit seinem Gegner klären solle. Ralf beugte sich schließlich dieser frechen Erpressung und nahm das Remis an. Der Mannschaftskampf ging weiter.

Ich selbst konnte nun keinen klaren Gedanken an Schach mehr fassen und strebte in vorteilhafter Stellung die Zugwiederholung an, was mein Gegner bereitwillig annahm. Mit zwei Remis an den Spitzenbrettern kam es nun auf unsere hinteren Bretter an. Andre hatte an Brett 4 seinen Gegner von Beginn an im Griff und überspielte ihn innerhalb von 25 Zügen. An Brett 3 verwaltete unser Spieler Kurt schon ziemlich früh einen Schrotthaufen und verschenkte fleißig Figuren, bis er am Ende Insolvenz ging.

Unser Brett 5 hat es leider nicht rechtzeitig zum Mannschaftskampf geschafft, weshalb es nun 3:2 für unseren Gegner stand. Sandy musste es an Brett 6 richten und obwohl dies erst ihr zweiter Einsatz in einem Mannschaftskampf war, spielte sie ihren Gegner ziemlich beeindruckend an die Wand.

Mit einem 3:3 fand dieser Mannschaftskampf dann auch ein Ergebnis, mit dem vor allem unser Gegner leben kann. Es gab Zeiten, da hätte ich für die Farce die am Brett 1 stattfand ein Fass aufgemacht. Mittlerweile sehe ich das aber etwas gelassener. Wir spielen mit Sicherheit auch mal wieder auswärts in Windach 😉

Die Ruhe vor dem Sturm…

Unser Sieg an Brett 6 wurde auch ordentlich gefeiert 🙂

Bis bald

Euer Benny

Schachfreunde Topschach bei der Schachweltmeisterschaft 2018 in London

Die Schachweltmeisterschaft 2018 in London war für Janos und mich die perfekte Möglichkeit, die weltbesten Spieler Magnus Carlsen und Fabiano Caruana hautnah zu erleben. Von der fulminanten Eröffnungsgala, bis zu den ersten gespielten Partien, erlebten wir unfassbar tolle Schachtage in London mit vielen Überraschungen. Wir bereiten zur Zeit einen Erlebnisbericht vor, der auch hinter die Kulissen der Schachweltmeisterschaft 2018 schaut. Seit gespannt 🙂

Topschach Benny mit Judit Polgar

Bis bald

Euer Benny

 

Verdiente Auftaktniederlage gegen Gröbenzell

Gestern starteten die Schachfreunde Topschach in ihre zweite Saison.

An Brett 1 und 2 spielten Ralf und ich. Während Ralf sich eine Gewinnstellung erarbeitete und diese in ein Damenendspiel mündete, in welcher er trotz 3 Mehrbauern auf Verlust stand, konnte er sich gerade so ins Remis retten. Das war echter Nervenkitzel und großer Kampfgeist!

In meiner Partie sollte ich gegen einen 1500er eine hübsche Lektion erhalten. Gute 22 Züge lang verfolgten mein Gegner und ich die Eröffnungstheorie. Ich war erstaunt, dass mein Gegner diese Variante weit zu kennen schien. Beim Abwickeln ins Turmendspiel mit Bauern unterlief im allerdings ein kleiner Fehler, durch welchen ich nun auf Gewinn spielen konnte. Das sollte aber der letzte Fehler meines Gegners sein. Er verteidigte sich umsichtig und all meine Versuche, die Partie am Leben zu halten scheiterten. Ich verpasste den Gewinnweg und willigte in das Remisangebot ein.

Am Brett von Andre durfte ich einen Italiener beobachten, den Andre allerdings bereits in der Eröffnung mit dem falschen Plan spielte. Der Gegner öffnete die g-Linie und Andres schwarzer König stand blank. Weiß wollte nun weiter Druck aufbauen und warf mit einem Zug seinen kompletten Vorteil weg. Andre hatte die Chance, eine Leichtfigur + Angriff zu gewinnen, sah das am Brett aber leider nicht. Es kam zur Abwicklung, in welcher Weiß mit 2 Türmen gegen einen Turm problemlos auf Gewinn spielen konnte.

An Brett von Janos sah es lange Zeit sehr ausgeglichen aus und die Partie wäre sehr wahrscheinlich im Remishafen eingeschippert, wenn Janos nicht eine kleine Taktik des Gegner übersehen hätte. Insgesamt konnte man beim Spiel von Janos trotzdem Fortschritte erkennen. Leider ist er auch zeitlich so eingebunden, dass fürs Schachtraining nicht viel Zeit bleibt. Man merkt aber, dass er die Erfahrung aus der letzten Saison mitgenommen hat.

Starke Spieler aus Gröbenzell machten es uns nicht leicht. Der fehlende Teamgeist von einigen unserer Mitglieder ließ den Ausgang des Mannschaftskampfes schon im Vorfeld erahnen.

Am 02.12 geht müssen wir gegen Windach ran. Mal schauen, ob der Eine oder Andere bis dahin sowohl menschlich, als auch spielerisch die Kurve bekommt.

Bis dann

Euer Benny

 

Humane Sperre für Marc Morgunov

Ab dem 30. April 2019 kann Marc Morgunov sein Comeback im Spitzenschach feiern. Bis dahin soll er nach einem Beschluss des  Rechts- und Berufungsausschusses für elogewerteten Turniere in Österreich gesperrt sein. Das bedeutet, dass er außerhalb Österreichs ohne Einschränkungen direkt weiterspielen kann. Ein sehr humanes Urteil, welchem sich die FIDE allerdings noch anschließen muss.

In dem auf der Webseite chess.at veröffentlichten Statement heißt es weiter:

…und alle Partien von Morgunov aus dem Jahr 2018 zur Überprüfung an Ken Reagan gesandt. Reagan hat für die FIDE ein Programm entwickelt mit dem die Übereinstimmung der gespielten Züge mit Computerzügen verglichen werden kann. Er ist nicht der Meinung, das bei einer der Partien eine Computerhilfe in Anspruch genommen wurde.

Die Ergebnissicherheit des hier genannten Prüfungsverfahrens darf man stark anzweifeln. In Gesprächen mit Großmeistern wurde schnell klar, dass im Bereich der Titelträger IM und GM gerade mal eine einzige Zuhilfenahme einer Engine in einer Partie ausreicht, um einen klaren Vorteil zu erhalten. Sebastian Bogner sagte mir am Rande eines Turniers am Tegernsee, dass ein Großmeister taktisch fit genug sei und es in Partien immer ein bis zwei Schlüsselmomente gibt, in denen es gilt, die richtige Entscheidung zu treffen. Wenn man in genau diesen maximal zwei Momenten eine Engine zu Rate ziehen würde, wäre man als normaler Großmeister sehr zügig im Bereich der „Super“-Großmeister.

Dies bedeutet, dass einem starken Spieler gerade mal ein bis zwei elektronische Antworten in Schlüsselmomenten genügen, um daraus die richtigen Schlüsse für den Verlauf einer Partie zu ziehen. Wenn ein starker Spieler 98% seiner Partie selbst spielt und 2% auf Enginevorschläge fallen, ist es vollkommen logisch, dass das Programm von Ken Reagan keine wesentlichen Auffälligkeiten in den Partien findet. Es ist ja nicht so, dass Marc Morgunov kein Schach spielen könnte, jedoch macht mich die unterschiedliche Qualität seiner Partien etwas stutzig. Hinzu kommt noch die hohe Diskrepanz zwischen seiner Langschach und seiner Blitzschach ELO. Aber hier darf man nicht voreilig urteilen. Es ist gut möglich, dass er in Blitzpartien mit der begrenzten Zeit nicht klar kommt oder einfach nur Nerven zeigt und Fehler macht.

Sollte dieses Urteil von der FIDE bestätigt werden, ist Marc Morgunov noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Damit sollte dieses Kapitel aber auch abgeschlossen sein und ich persönlich glaube fest daran, dass Marc Morgunov am Ende dieser Fahrt durch die mediale Hölle, ein gutes Stück an Reife hinzugewonnen haben wird.

Unplugged Schach macht einfach mehr Spaß!

In diesem Sinne

Euer Benny

 

Schachstrategie – Schwache und starke Felder

Die Schachstrategie-Serie geht weiter 🙂 Im Teil 9 des beliebten Schachtrainings auf YouTube, geht es um das Thema Schwache und starke Felder. Wie immer, werden zuvor die Lösungen der  Aufgaben des Schachstrategie-Folge 8 Offene Linien und Diagonalen gezeigt, bevor es an Eingemachte geht.

Viel Spaß und Erfolg beim Lernen

Euer Benny

Die Woodpecker Methode – Alter Wein aus neuen Schläuchen

Mit dem Buch The Woodpecker Method haben die Autoren Axel Smith und Hans Tikkanen einen absoluten Bestseller auf den Markt gebracht. Das liegt allerdings nicht daran, dass diese Woodpecker Methode so revolutionär neu ist, sondern dass dieses Buch zwischen all den monatlich erscheinenden Eröffnungsbüchern eine gut tuende Abwechslung ist. Damit dieser Titel aber auch wirklich ein Erfolg wird, wirbt der Autor damit, dass er im Selbstversuch innerhalb von nur einem Jahr 3 GM-Normen Dank dieser Methode schaffte und praktisch nur anhand von dieser Methode von ELO 2100 auf GM-Niveau gekommen sein soll.

The Woodpecker Method

Das Hans Tikkanen nebenbei auch Super-GMs als Trainer hatte, die ihn in allen Bereichen des Schachspiels nach vorne brachten, verschweigt er gekonnt. 🙂

Die Woodpecker-Methode ist so alt, wie das Schachspiel selbst. Lernen durch Wiederholen lautet das Prinzip. Ich habe einige Schachbücher aus der Sowjetzeit, in denen es genau um dieses Thema geht. Wirklich bekannt wurde diese Methode durch den Autor Maxim Blokh. Sein Buch Combinative Motifs ist auch heute noch erhältlich.

Auch in Schachsoftware wird diese Methode angewendet. Beispielsweise im damaligen PersonalChessTrainer(PCT), welches seit einigen Jahren auf den Namen Chessimo hört. Wesentlich bekannter dürfte das Programm CT Art sein.

Unter starken Spielern ist diese Methode also schon seit Ewigkeiten bekannt. Der mir freundschaftlich bekannte IM Alexander Belezky kam vor vielen Jahren vor einem Blitzturnier auf mich zu und als ich ihn fragte, wie er sich auf Blitzturniere vorbereitet, sagte er mir, dass er vor Beginn einer jeden Runde 40-50 Taktikaufgaben löst. Er zeigte mir ein Buch von Maxim Blokh.

Axel Smith und Hans Tikkanen haben dieser Methode nun den griffigen namen Woodpecker gegeben und zusammen mit Quality Chess recht ordentlich die Werbetrommel gerührt. Ja! Jeder kann es schaffen, Großmeister zu werden! Mit diesem Buch! 😉

Ob man nun wirklich alleine durch das Erlernen von Taktikmotiven Großmeister werden kann, darf auf jeden Fall bezweifelt werden. Aber eine Sache wird man auf jeden Fall: Taktisch stärker!

Das recht sperrige und schwere Buch ist momentan nur als Hardcover-Version erhältlich. Mal so eben ein paar Aufgaben unterwegs in der S-Bahn oder im Bus zu lösen, ist damit nicht wirklich komfortabel. Wirklich arbeiten kann man mit dem Buch nur am Tisch.

Woodpecker Methode

In einigen Kommentaren zu diesem Buch empfiehlt der eine oder andere Sonderling sogar, jede Stellung am echten Brett aufzubauen und dann zu lösen. Ziemlich ineffizient, da es sich bei den Aufgaben meist um 2-4 zügige Kombis handelt. Da dauert das Aufbauen der Stellung auf jeden Fall länger, als das eigentliche Lösen. Da der Lerneffekt darauf beruht, ziemlich viele Aufgaben in kurzer Zeit zu lösen, ist das Aufstellen der Stellungen auf einem Schachbrett kontraproduktiv.

Die Aufgaben selbst sind unterteilt in Einfach (222 Aufgaben), Mittelschwer (762 Aufgaben) und Schwer (144 Aufgaben). Interessant ist hierbei, dass die Aufgaben nicht nach Thema sortiert sind, sondern in der Chronologie der einzelnen Weltmeister. Das macht die Sache auf jeden Fall interessant. Mir persönlich gefällt die Auswahl sehr gut.

Woodpecker Methode

Und auch wenn ich mein Smartphone mit Taktik-Apps immer griffbereit habe, arbeite ich nun auch dieses Buch durch. Schaden kann es nicht und es kommt ein melancholisches Gefühl auf, wenn man so trainiert, wie es die alten Meister getan haben, als es noch keine Computer & Smartphones gab.

In spätestens einem Jahr sollte ich dann auch meine drei GM-Normen sicher haben. Falls nicht, will ich mein Geld zurück. 😛

Wer nun ebenfalls in einem Jahr Großmeister werden will, kann das Buch hier bestellen:

https://www.topschach.de/woodpecker-method-axel-smith-hans-tikkanen-p-4071.html

Bis bald

Euer Benny

Emanuel Lasker Schnellschach Turnier

Emanuel Lasker wäre in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden (wenn er noch leben würde). 🙂 Für die Schachfreunde Topschach Grund genug, den bisher einzigen deutschen Schach-Weltmeister mit einem 15 Minuten Schnellschachturnier zu ehren. Am 16.09 war es dann soweit. Leider gab es beim Veröffentlichen der Ausschreibung beim Schachkreis Zugspitze ein paar Verzögerungen. Trotzdem haben sich einige Schachfreunde zum Spielen in der Gaststätte „Gleis 8“ in Gilching eingefunden. Mit 6 Spielern aus unserem Verein und weiteren 6 Spielern aus den umliegenden Vereinen konnten wir ein kleines, aber feines Rundenturnier veranstalten.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Den Spielort kann man auf jeden Fall als ideal bezeichnen. Die Gaststätte „Gleis 8“ gilt als kultureller Treffpunkt mit genügend Platz und angenehmer Atmosphäre.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Dr. Ralf Ludwig sorgte für ansprechende Deko und gab interessierten Teilnehmern einen kleinen Einblick in Laskers Leben. Vielen war beispielsweise nicht bekannt, dass Emanuel Lasker auch ein ziemlich guter GO-Spieler war.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Bei Aufbau haben unsere Jungs tatkräftig mitgeholfen.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Die letzten Kleinigkeiten werden besprochen.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Und dann ging es auch schon los. Gespielt wurden 7 Runden Schweizer System.

Zur Auslosung der einzelnen Runde sollte diesmal mein Smartphone herhalten. Liefen die ersten 3 Runden noch problemlos, musste ich ab Runde 4 die Auslosung per Hand vornehmen. Leider habe ich es verpasst, die Anleitung der entsprechenden Schweizer-System-App durchzulesen, in welcher Siege mit 2:0 und Partien die Unentschieden endeten mit 1:1 eingetragen werden müssen. Einen Moment lang bereute ich es, nicht doch noch mein Laptop mit Swiss-Chess verwendet zu haben. Aber gut…..Schweizer System per Hand. Habe ich ja mal beim Schiedsrichter-Seminar gelernt. Bei lediglich 12 Teilnehmern kein leichtes Unterfangen. Hinzu kam noch, dass unser Mitglied Janos aus zeitlichen Gründen das Turnier nicht komplett mitspielen konnte und es ab Runde 3 Freilose zu vergeben galt.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Auslosung per Hand 🙂

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Unser Kurt gegen die jüngste Teilnehmerin Vanessa.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Das ewige Duell zwischen Joachim Heinze und Ralf Ludwig.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Sabrina behilt sehr lange die Oberhand gegen Janos, der sich am Ende dann doch noch in ein Remis retten konnte.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Lorenz Gauchel vom Schachklub Germering e. V. konnte gegen Sven Szalewa vom SC Starnberg punkten.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Oliver tat sich gegen Ruppert ziemlich schwer

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Showdown zwischen Ralf und Lorenz

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Der Gewinner des Lasker Schnellschachturniers mit sagenhaften 6,5 Punkten aus 7 Runden hieß am Ende Lorenz Gauchel! Lediglich gegen Joachim Heinze gab er einen halben Punkt ab.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Ruppert Stocker wurde verdient Zweiter

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Gemeinsam mit Sven Szalewa wurde meine Wenigkeit Dritter. Als Gastgeber habe ich allerdings auf den Preis verzichtet und die wertvolle Lasker-Medaille dem Sven überlassen.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Joachim Heinze spielte das „stabilste“ Schach und war der einzige Teinehmer, welcher dem späteren Turniersieger einen halben Punkt abknöpfen konnte.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Punktgleich im Mittelfeld waren Ralf und Kurt

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Und auch Sandy, Oliver und Vanessa bekamen ihre verdienten Urkunden

Am späten Nachmittag war es dann auch geschafft. Unser Lasker Schnellschachturnier fand glückliche Gewinner und alle hatten viel Spaß. Wir sind auf den Geschmack gekommen und werden mit Sicherheit in Zukunft noch mehr Turniere veranstalten. 🙂

Bis bald

Euer Benny

Vereinsabend mit Schachtraining und GO Lektionen

Ein Vereinsabend mit der Kompetenz eines Internationalen Meisters, der einem interessante Schachaufgaben zeigt und auch Ideen zu Eröffnungen, ist für jeden Schachverein goldwert. Unser Mitglied IM Thomas Reich gewann vor einigen Tagen das zweite Sommer-Schnellschachturnier mit sagenhaften 7 aus 7 des Schachvereins Roter Turm Altstadt. In einer Begegnung kam er mit Schwarz zu folgender Stellung:

Schachaufgabe IM Thomas Reich

Weiß am Zug gewinnt! Ritschis Gegner verpasste den Gewinn uns zog stattdessen Se4?!. Ich musste schon ziemlich lange grübeln, um die Gewinnidee zu entdecken. Am Brett hätte ich das im Schnellschach nie gefunden. Hier lohnt es sich aber, die verschiedenen Taktikmotive die man mit Programmen wie CT-Art trainiert hat zu kombinieren. Dann findet man auch die Lösung.

Weiter ging es mit einigen Blitzpartien, in welchen Ritschi sein Französisch-Repertoire (Rubinstein) mit mir als Sparringspartner testete. Ich selbst spiele die Variante überhaupt nicht, aber meine Theoriekenntnisse ließen mich nicht im Stich und es zeigte sich, dass Ritschi in einigen Nebenvarianten noch etwas Nachholbedarf hat. Mit einer traumhaften Mittelspielstellung kam ich aus der Eröffnung und vermurkste Stück für Stück meinen Vorteil. Woran ich arbeiten muss (Chancenverwertung), weiß ich aufs Neue einmal mehr. 🙂

Schachfreunde Topschach

Gute Stimmung und interessante Partien gab es an diesem Abend nicht nur beim Schach, sondern auch beim GO. Nachdem Ralf letzte Woche auf dem kleinen 9×9 Brett gegen den GO-Spezialisten Thomas gewonnen hat, wollten es beide nun auf dem 19×19 Brett wissen. Gespielt wurden 2 Partien, welche Thomas nach für beide Seiten kräftezehrendem Kampf sehr knapp für sich entscheiden konnte. Ralf resümierte nach den Partien, dass er ziemlich harsch nach Vorne spielte und etwas mehr Sicherheit besser gewesen wäre. Sein Gegner habe alle Drohungen gesehen und immer gut pariert. Weitere Kämpfe werden mit Sicherheit noch folgen.

GO Spiel Ralf gegen Thomas

GO Spiel Ralf gegen Thomas

GO Spiel Ralf gegen Thomas

GO Spiel Ralf gegen Thomas

GO Spiel Zählung

Beim Schach zeigte Oliver wieder eine solide Leistung und man merkt, dass er fleißig trainiert hat. Nur mit dem Zeitmanagement hat er noch immer ein paar Probleme. Bis zu den Ligaspielen werden wir aber auch daran noch arbeiten.

IM Reich gegen Oliver

Bis bald

Euer Benny

 

Schachtaktik zum Frühstück #26 Zakrzewski – Orzechowski 26th Poznan Open 2018

Zakrzewski (2333) – Orzechowski (2131)

26th Poznan Open 2018

Weiß am Zug gewinnt!

Die Grundreihe von Schwarz ist offensichtlich schwach und es riecht förmlich nach einer Entscheidung zu Gunsten von Weiß. Als Angriffsspieler will man immer nach vorne spielen, aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. 🙂