Vereinsmeisterschaft 2018

In unserer Vereinsmeisterschaft kommt es am kommenden Donnerstag um 15 Uhr zu folgenden Duellen:

Benjamin vs. Ralf

Sandy vs. Oliver

Gegeneinander gespielt haben bereits Ralf und Hans. Nachdem sich Ralf mittlerweile weiter mit dem London-System beschäftigt hat, versuchte er sein neu erworbenes Wissen direkt gegen Hans in die Praxis umzusetzen. Hierbei zeigte sich recht gut, dass man von Großmeistern empfohlene Varianten in Eigenregie ausarbeiten muss. Hans spielte Holländisch und Ralf verließ sich auf die Empfehlung von GM Simon Williams. Es kam zu folgender Stellung:

Williams ging an dieser Stelle in seiner Trainings-DVD nur auf den Zug 4…Sf6 ein. Darauf war Ralf auch bestens vorbereitet. Hans jedoch überraschte ihn mit 4…Lg7 und Ralf versank in tiefes Nachdenken. Im weiteren Verlauf büßte Ralf seinen schwarzfeldrigen Läufer ein, konnte aber durch aggressives Spiel einen wilden Schlagabtausch mit Öffnung des schwarzen Königsflügels herbeiführen. Hans sammelte, sich keiner Gefahr bewusst, weiteres Material ein und ließ Ralf ein Mattnetz spannen, aus dem es kein Entrinnen gab.

Ralf konnte durch konsequentes Angriffsspiel nochmal das Ruder herumreisen und sich den vollen Punkt sichern.

In der Analyse gingen Ralf und ich nochmal die Varianten nach 4…Lg7 durch und hier zeigte sich nochmals, dass das Durcharbeiten von Eröffnungsvarianten gerade in sehr scharfen Eröffnungen sehr sinnvoll ist. Viele Fallstricke findet man einfach nicht am Brett und das Kennen und Verstehen von Motiven und Zugfolgen ist enorm wichtig.

Hierbei sollte man allerdings in einer Partie nie dem Automatismus verfallen und die Züge ohne nachzudenken runterschrubbeln. Ich selbst erinnere mich noch gut daran, wie ich mich vor vielen Jahren bei einem Turnier in einer Partie auf Caro Kann vorbereitet habe und den Panov-Angriff spielen wollte. Mein Gegner spielte bis dato ausschließlich Caro Kann. So kam ich praktisch blind ans Brett und zog 1.e4, 2.d4 gefolgt von 3.exd5. Soweit nichts Neues, jedoch blickte ich ziemlich erstaunt aufs Brett, als mein Gegner 3…exd5 zog. Aua! Da hat mein Gegner wohl nicht 1…c6 gezogen, sondern 1…e6 und damit Französisch gespielt und zu allem Übel ging ich in die „langweilige“ Abtauschvariante. Die Partie wurde irgendwann doch noch scharf, jedoch wurde die Remisbreite nie überschritten und am Ende konnte ich nur den halben Zähler verbuchen.

Mal schauen, was am Donnerstag auf die Bretter kommen wird. 🙂

Euer Benny