Schachtraining und Vereinsabend

Beim Schachtraining stand gestern der Traxler-Gegenangriff auf dem Programm. Gerade unsere noch unerfahrenen Mitglieder neigen oftmals zu Fingerfehlern in der Eröffnung. So kommt es gelegentlich vor, dass aus einer geplanten italienischen Partie mit den schwarzen Steinen ein Desaster wird. Schauen wir uns kurz die Zugfolge an:

…und anstatt nun den Läufer nach c5 zu ziehen, greifen Anfänger gerne zu dem Zug 3…Sf6. Getreu der Regel, dass die Springer vor den Läufern entwickelt werden sollen. Allerdings sollte man dieser Regel nicht ganz dogmatisch folgen. Der Springerzug nach f6 lädt den Weißen ins Zwei-Springer-Spiel und kann zu recht scharfen Verwicklungen führen. Spätestens nach dem Zug 4.Sg5 von Weiß, fängt der unerfahrene Spieler mit den schwarzen Steinen das Grübeln an. Die Hauptfortsetzung 4…d5, welche einen Bauern opfert, findet man ohne Kenntnis nicht so einfach am Brett. Weiterhin müssen wir mit Schwarz auch davon ausgehen, dass Weiß diese Variante ziemlich gut kennt, wenn er diese mit dem Zug 4.Sg5 anstrebt. Gerade im Anfängerbereich empfehle ich, sich nicht auf die Hauptvariante einzulassen, sondern mit 5…Bc5 (Traxler-Gegenangriff) das Spiel maximal zu verschärfen.

Der Vorteil dieser Variante ist, dass man sich sehr gut auf die taktischen Motive vorbereiten kann. Gleichzeitig ist es Schwarz, welcher für das geopferte Material Initiative bekommt und Weiß entlang einer ganzen Reihe von Zügen ziemlich viele Fehler machen kann. Hier zahlt es sich auf jeden Fall das tägliche Taktiktraining aus.

Nach dem Traxler-Training ging es dann direkt zum Vereinsabend ins Diablo. Hier wurde dann das zuvor Erlernte sofort in die Praxis umgesetzt.

 

Sofia_Schachfreunde_Topschach

Aber auch andere Eröffnungen wurden an diesem Abend getestet. So hat Janos mit der Drachenvariante endlich eine Eröffnung gefunden, in welcher er sich wiederfindet. Zwar zieht er einige Züge noch zu schablonenhaft, aber die Mittelspiele waren dann doch immer sehr vielversprechend.

Sizilianisch Drachenvariante

Wilde Partien gab es auch bei mir, wobei ich den ganzen Abend mit Schwarz und Weiß Spanisch auf dem Brett hatte.

Spanisch soll das sein

Sofia erklärt die Stellung

Damit ging wieder einmal ein schöner Vereinsabend zu Ende. Der nächste Donnerstag hat sich aber bereits im Kalender angekündigt 😉

Bis dann

Euer Benny