Lehrgang zum Verbandsschiedsrichter in Rosenheim

Liebe Schachfreunde,

letzten Sonntag machten sich Ralf, Oliver und meine Wenigkeit recht früh auf den Weg nach Rosenheim. Es stand ein Lehrgang zum Verbandsschiedrichter auf dem Programm und laut Ausschreibung sollte es um ca. 9 Uhr losgehen. Also schnell noch nen Kaffee getrunken und losgefahren. Als wir pünktlich um ca. 9 Uhr angekommen sind, waren wir über die doch recht vielen Teilnehmer erstaunt.

Schachschiedsrichter Rosenheim

Nachdem uns Lehrgangsleiter  Simon Pernpeintner begrüßt hat und die 25,-€ Teilnahmegebühr kassierte, fanden wir ein gemütliches Plätzchen um den Worten des Referenten zu lauschen. Erwähnen möchte ich noch, dass in den Teilnahmegebühren auch ein warmes Essen und ein Getränk enthalten waren. Schöne Sache! Dafür gibts nen Like (Daumen hoch) 🙂

Schiedsrichter Simon Pernpeintner

Nun aber zum Seminar. Nachdem das aktuelle FIDE-Regelheft verteilt wurde, begannen wir mit dem Durcharbeiten jeder einzelnen in dem Heft definierten Regel. Das Durcharbeiten bestand allerdings zu 99% aus dem Vorlesen der jeweiligen Regel. Fallbeispiele gab es nur selten, aber dafür häufig recht komische Regelfragen von einigen anderen Teilnehmern. Während der Hinfahrt habe ich Ralf und Oliver genau dieses Szenario vorhergesagt. Bei Schiedsrichterlehrgängen gibt es immer ein paar Teilnehmer, welche den Referenten mit an den Haaren herbeigezogenen Begebenheiten an die Grenze treiben wollen. Im Laufe der folgenden Stunden haben sich diese Pappenheimer herauskristallisiert und zum Leidwesen der restlichen Teilnehmer mit immer skurrileren Fragen viel Zeit verplempert. Dies führte schließlich zu dem Umstand, dass aus Zeitmangel einzelne Fallbeispiele zu bestimmten FIDE-Regeln nicht behandelt wurden. Schade!

Schiedsrichter Lehrgang Teilnehmer

Ich habe ja schon einige Schiedsrichter-Lehrgänge in meinem Schachleben absolviert, aber nur selten kam ich mir so unvorbereitet auf die Prüfung vor. Ein paar Sachen haben sich im Laufe der Jahre geändert und Neues ist hinzugekommen. Ich finde es ist immer wichtig, Up to Date zu sein. Ich erinnerte mich auch noch gut daran, wie hinterlistig so manche Frage in der Prüfung war. 🙂

Schiedsrichter Lehrgang Material

Tjo,- und so kam es wie es kommen musste. Ein Stapel Fragen wurde ausgeteilt und mit 60 Minuten war die Prüfungszeit auf keinen Fall zu hoch angesetzt. Die meiste Zeit ging fürs Lesen der einzelnen Aufgaben drauf. Zwar gab es bei allen Fragen Multiple-Choice-Antworten und man musste „nur“ das Kreuz ins richtige Feld setzen, aber manche Fragen waren derart unkonkret gestellt, dass man zwischen einzelnen Antworten zu zweifeln begann.

Was auf den ersten Blick offensichtlich aussah, entpuppte sich bei genauerem Nachdenken als eine falsche Fährte. Irgendwann wusste man, dass man bei allzu einfachen Antworten sich immer sagen muss „So einfach kann die Antwort nicht sein. Da muss irgendwo ein Hund vergraben sein und Du musst ihn finden!„.

Dann war auch schon die Stunde vorbei und es ging ans Abgeben der Prüfungsunterlagen. Nochmal schnell durchgeblättert um zu schauen, dass man keine Seite vergessen hat und ab damit. Was ich jetzt nicht richtig beantwortet habe, werde ich auch in 10 Minuten nicht mehr richtig beantworten. Ralf und Oliver folgten mir, während einige andere noch kräftig am Brüten waren. Auch wenn die Stunde schon vorbei war, können einige Probanden dem Seminarleiter für das großzügige Auslegen von 60 Minuten mit Sicherheit dankbar sein. 🙂

Die Rückfahrt ging dann auch recht flugs, da wir mit den Prüfungsaufgaben genügend Gesprächsstoff hatten. Hier ein kleiner Fehler und dort eine kleine Ungenauigkeit. Genau wir beim Schachspielen.

Abschließend bin ich mir nicht wirklich sicher, ob ich nochmal einen Sonntag für so einen Lehrgang opfern würde (kommt wohl darauf an, ob wir bestanden haben oder nicht). Ich kann aber jedem Schachspieler empfehlen, mindestens einmal ein Schiedsrichterseminar besucht zu haben. Auch wenn man nicht unbedingt Schiedsrichter im Schach werden möchte, gibt so ein Lehrgang einem Schachspieler zusätzliche Sicherheit in den eigenen Turnierpartien. Man braucht sich keine Sorgen zu machen, am Brett irgendeinen Regel-Fehler zu begehen und hat gleichzeitig gute Mittel in der Hand, einem Gegner der die Regeln nicht kennt die Grenzen zu zeigen.

Im November soll dann auch einen Lehrgang zum Regionalen Schiedsrichter stattfinden. Aber dazu später mehr.

Soweit mein kurzer Bericht vom Lehrgang zum Verbandsschiedsrichter.

Bis bald

Euer Topschach Benny 😉

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