Vereinsmeisterschaft Schachfreunde Topschach Gilching e.V 2018

Vereinsmeisterschaft SF Topschach Gilching e.V 2018

Gespielt wird ein Rundenturnier mir Hin- und Rückrunde. Die Bedenkzeit beträgt pro Spieler 90 Min. + 30 Sek./Zug. Alle Partien müssen bis spätestens 30.November beendet sein. Die Partieergebnisse sind dem Turnierleiter direkt nach Partieende mitzuteilen und eine Kopie der Partie-Notation auszuhändigen. Die Spieltermine und der Spielort sind mit dem jeweiligen Gegner zu vereinbaren. Es gelten die aktuellen FIDE-Regeln.

Turnierleiter: Benjamin Aldag

1.Runde :
1: Benjamin Aldag – Sandy Jung _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Janos Morlin _:_
3: Dr. Hans Heini – Andre Krupke _:_
4: Kurt König – Oliver Prater _:_

2.Runde :
1: Benjamin Aldag – Dr. Ralf Ludwig _:_
2: Andre Krupke – Kurt König _:_
3: Janos Morlin – Dr. Hans Heini _:_
4: Sandy Jung – Oliver Prater _:_

3.Runde :
1: Dr. Ralf Ludwig – Sandy Jung _:_
2: Dr. Hans Heini – Benjamin Aldag _:_
3: Kurt König – Janos Morlin _:_
4: Oliver Prater – Andre Krupke _:_

4.Runde :
1: Benjamin Aldag – Kurt König _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Dr. Hans Heini _:_
3: Janos Morlin – Oliver Prater _:_
4: Sandy Jung – Andre Krupke _:_

5.Runde :
1: Dr. Hans Heini – Sandy Jung _:_
2: Kurt König – Dr. Ralf Ludwig _:_
3: Oliver Prater – Benjamin Aldag _:_
4: Andre Krupke – Janos Morlin _:_

6.Runde :
1: Benjamin Aldag – Andre Krupke _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Oliver Prater _:_
3: Dr. Hans Heini – Kurt König _:_
4: Sandy Jung – Janos Morlin _:_

7.Runde :
1: Kurt König – Sandy Jung _:_
2: Oliver Prater – Dr. Hans Heini _:_
3: Andre Krupke – Dr. Ralf Ludwig _:_
4: Janos Morlin – Benjamin Aldag _:_

8.Runde :
1: Oliver Prater – Kurt König _:_
2: Andre Krupke – Dr. Hans Heini _:_
3: Janos Morlin – Dr. Ralf Ludwig _:_
4: Sandy Jung – Benjamin Aldag _:_

9.Runde :
1: Dr. Ralf Ludwig – Benjamin Aldag _:_
2: Dr. Hans Heini – Janos Morlin _:_
3: Kurt König – Andre Krupke _:_
4: Oliver Prater – Sandy Jung _:_

10.Runde :
1: Benjamin Aldag – Dr. Hans Heini _:_
2: Andre Krupke – Oliver Prater _:_
3: Janos Morlin – Kurt König _:_
4: Sandy Jung – Dr. Ralf Ludwig _:_

11.Runde :
1: Dr. Hans Heini – Dr. Ralf Ludwig _:_
2: Kurt König – Benjamin Aldag _:_
3: Oliver Prater – Janos Morlin _:_
4: Andre Krupke – Sandy Jung _:_

12.Runde :
1: Benjamin Aldag – Oliver Prater _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Kurt König _:_
3: Janos Morlin – Andre Krupke _:_
4: Sandy Jung – Dr. Hans Heini _:_

13.Runde :
1: Kurt König – Dr. Hans Heini _:_
2: Oliver Prater – Dr. Ralf Ludwig _:_
3: Andre Krupke – Benjamin Aldag _:_
4: Janos Morlin – Sandy Jung _:_

14.Runde :
1: Benjamin Aldag – Janos Morlin _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Andre Krupke _:_
3: Dr. Hans Heini – Oliver Prater _:_
4: Sandy Jung – Kurt König _:_

Gedanken zur letzten Runde in der B-Klasse Nord

Mit Germering IV erwartet uns am 22.04.208 nochmal ein starker Gegner. Insgesamt verlief unsere erste Saison in den meisten Runden mit viel Pech. Oftmals hat nur ein halber Zähler zum Punkten gefehlt. Dennoch darf man das Gesamtergebnis als gerecht bezeichnen. Das Glück ist mit den Tüchtigen und genau hier müssen wir die Schrauben fester anziehen. Für die Mehrheit unserer Mannschaft sind Liga- und Turnierspiele absolutes Neuland. Hier galt es reinzuschnuppern und die eigenen Grenzen zu finden. Der ein oder andere hatte schon vor der Saison die Angst, der Wahrheit in Form einer unausweichlichen Erst-DWZ ins Gesicht sehen zu müssen. Dreistellig darf diese natürlich nicht sein. Das wäre eine Schmach.

Im Laufe meiner Jahre als Schachtrainer habe ich viele Entwicklungen von Schachspielern erlebt und durfte auch selbst schon die Höhen und Tiefen im Schachsport erleben. Wenn man mit einer neuen Mannschaft an den Start geht, ist natürlich jeder motiviert und alle wollen nach den Sternen greifen. Da wird täglich Taktik trainiert und mit Elan am Schachunterricht teilgenommen. Nach gut einem Jahr trennt sich dann die Spreu vom Weizen und es zeigt sich sehr gut, wer den Willen hat sich durchzubeißen und wer resigniert. Da ist der eine, der mit seiner 1100 Erst-DWZ unzufrieden ist und der Meinung ist, dass diese mindesten 1600 oder gar 1700 sein sollte und der andere, der sich unabhängig von der DWZ einfach nur verbessern möchte.

Die Charaktere von Schachspielern sind vielfältig wie ein Blumenstrauß, aber Eines hat jede dieser Blumen gemein. Wenn man sie nicht gießt, geht sie ein. So wie die Pflanze das Wasser, benötigt der Schachspieler das kontinuierliche Training, um zu blühen. Aber wie viel Training ist für welche DWZ erforderlich? Ich möchte dieser oft gestellten Frage etwas Licht ins Dunkel bringen und beziehe mich auf den typischen Gelegenheits-Schachspieler, der im Freundeskreis ab und zu sein Schachbrett rausholt, ein paar Partien spielt und noch nie einen Fuß in einen Schachverein gesetzt hat.

Diese Frohnatur schlägt normalerweise relativ oft seine Mitstreiter im Freundeskreis (alle ebenfalls keine Vereinsspieler) und ist gefestigt vom Gedanken, es allen Vereinsspielern zu zeigen. Während der durchschnittliche Vereinsspieler im Laufe der Jahre auf seine gut 1500 DWZ kommt, steht der Neuling zunächst im Schnitt bei etwa 1000 DWZ. Für diese Zahl reicht es aus, die Schachregeln zu kennen und zu wissen, wie man mit den vielen Steinchen den Gegner auch matt setzen kann. Dieser letzte Schritt wird von vielen Anfängern gerne unterschätzt. Da hat man dem Gegner eine Figur nach der anderen geklaut und bekommt es einfach nicht hin, diesen verdammten König matt zu setzen. Diesen Dreh haben die meisten aber schnell raus und die 1000 DWZ ist sicher. Wie geht es weiter? Taktiktraining! Das ist das A und O! Aber was nützt die schönste Taktik, wenn man nicht ordentlich aus der Eröffnung kommt und nichts über Eröffnungsprinzipien weiß? Man muss also auch an dieser Baustelle arbeiten. Aber im Gegensatz zu Taktiktraining, ist das richtige Konzept zum Erlernen von Eröffnungen zu finden für einen Anfänger nicht ganz so einfach. Aber dafür gibt es ja Schachtrainer 🙂 , die einem das gerne zeigen. Da geht es ums Zentrum, Springer vor den Läufern entwickeln, den König sichern, Türme zusammen spielen lassen, etc. – Die Grundprinzipien der Eröffnungslehre sind schnell gelernt. Mit diesem Wissen kann man auch ohne Theoriekenntnisse gute Eröffnungszüge am Brett finden.

Damit hat man nun die besten Möglichkeiten, um auf die 1200 DWZ zu steigen. Diese Zahl ist kein Hexenwerk und für jeden innerhalb von ein paar Monaten zu schaffen. Aber auch hier spielt die Disziplin eine große Rolle. Das Taktiktraining bestimmt zu 95%, wie schnell man besser wird. 5-10 Minuten tägliches Lösen von Taktikaufgaben bewirkt wahre Wunder. Und diese 5-10 Minuten hat wirklich jeder von uns. Ob in der Bahn, beim Warten auf Meeting-Teilnehmer oder einfach beim Frühstück. Jeder Tag bietet genügend Möglichkeiten, um seinen Blick für Taktik zu schärfen. Es ist heutzutage mit Apps auf dem Smartphone so einfach wie zu keiner anderen Zeit.

Aber trotz dieser unglaublich einfachen und effektiven Möglichkeit besser zu werden, schaffen es nur die Wenigsten, dieses Minimum an Disziplin aufzubringen. Woran liegt das? Die Antwort ist relativ einfach. Schachtraining wird von vielen Spielern als lästige Notwendigkeit empfunden, um besser zu werden. Bereits hier kann der ein oder andere aber bereits die Notbremse ziehen. Es ist vollkommen egal, wie hart und wie sehr man sich zum Training zwingen muss. Wenn man keinen Spaß am Schachtraining hat und das Trainieren keine Freude bereitet, wird man nicht besser. Den Spaß am Schach kann man nicht erzwingen. Entweder man hat ihn oder man hat ihn nicht. Hier muss jeder ehrlich zu sich sein. Unzählige Male habe Schachspieler bei mir im Schachcenter kennengelernt, die mir als erstes sagen, dass sie gerne auf 1600, 1700 oder gar auf 2000 DWZ kommen wollen. Der Wille ist immer da, aber die Bereitschaft zu Trainieren schwindet recht schnell. Von Spaß ist da oft nichts zu spüren. Jeder wünscht sich einen schnellen und einfachen Weg, sein Ziel zu erreichen. Am besten nur dasitzen und sich vom Schachtrainer berieseln lassen.

Der Spaß am Schach wird von der Mehrheit der Schachspieler einfach nur aufs Spielen reduziert. Ja! Da kommt Freude auf. Hier eine Blitzpartie und da ein paar Bulletpartien. Training? Langweilig! Zu anstrengend! Kostet zu viel Zeit!

Es gibt nun 2 Wege, wie man von 1200 auf 1400 DWZ kommt. Der Langsame und der schnellere. Wenn man jede Woche beim Vereinsabend Schach spielt, egal ob Blitz, Schnellschach oder Langschach, wird man in 2-4 Jahren auf die stolze Zahl von 1400 DWZ kommen. Auch wenn das Spielen nicht direkt etwas mit Training zu tun hat, lernt der Mensch mehr oder weniger schnell aus seinen Fehlern. Verliert man eine Partie, stellt man sich automatisch die Frage „Warum habe ich verloren?“. Meist wird sich dann eingeredet, dass man einfach mal was übersehen hat. Die Erkenntnis, dass es eventuell doch am Entwicklungsvorsprung des Gegners gelegen hat, gibt es natürlich nicht. Woher auch? Und so dauert es natürlich wesentlich länger, bis irgendwann nach einem Jahr mal der Groschen fällt. Derjenige der mit Spaß trainiert und sich für Dinge wie Entwicklungsvorsprung interessiert, hat diese Hürde natürlich wesentlich schneller geschafft. Wenn man sich die DWZ-Historie von Schachspielern anschaut, findet man viele dieser ewigen 1400/1500er, die alleine durch Spielen jahrelanges an diese Zahl gekommen sind.

Im besten Fall schaffen es diese nicht trainierenden Schachspieler auf etwa 1600 DWZ. Da werden leichte ein- bis dreizügige Matts gefunden, aber auch nicht mehr. Von Figurenkoordination keine Ahnung und in Endspielen das blinde Huhn. Ab etwa 1600 DWZ wird die Erleuchtung beim Spielen am Brett immer dunkler und man kommt einfach nicht weiter. Es werden Eröffnungen ohne Namen gespielt, deren Sinn alleine in der Wiederholung liegt. Hat man schließlich immer so gespielt und wird man auch immer so spielen. Eine Korrektur ist fast nicht mehr möglich, da man einfach festgefahren ist. Lieber etwas Schlechtes spielen das man meint zu kennen, als etwas Unbekanntes das besser ist. Taktiktraining? Neeeeee! Keine Disziplin.

Wer kennt sie nicht, die Schachspieler die immer sagen, dass sie keine Zeit haben? Es wird dann gerne darauf hingewiesen, dass wenn man Schach trainiert, es richtig machen möchte und dann muss man sich ja schließlich viele Stunden am Stück Zeit nehmen. Und die hat man einfach nicht. Ich kann nicht sagen, wie oft ich diesen Schmarrn schon gehört habe. Wenn man dann argumentiert, dass bereits täglich 5-10 Minuten Taktiktraining reicht, um dauerhaft besser zu werden, hat derjenige selbst dafür keine Zeit. Ich glaube man muss die Wörter „keine Zeit“ einfach nur mit „keine Disziplin“ oder „keine Lust“ oder „keinen Spaß“ austauschen, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen.

Es ist nicht schlimm, wenn man keine Lust auf Schachtraining hat. Aber dann darf man auch nicht der Illusion verfallen, im Schach zügig besser zu werden. Wenn man dann mit 1200 DWZ gegen einen 1600er verliert, darf man sich nicht ärgern. Wenn man einzügig eine Figur einstellt, darf man sich nicht ärgern. Schach wäre schon ein recht unfairer Sport, wenn der „Faule“ (der, der keine Zeit zum Trainieren hat) über den Fleißigen triumphiert.

Mit dieser Aussage werde ich aber nicht allen Schachspielern die nicht besser werden gerecht. Es gibt auch Schachspieler, die sich ans Brett setzen, tatsächlich trainieren und trotzdem nicht besser werden. Wirft man einen Blick auf das was sie trainieren, erkennt man aber recht schnell des Übels Ursache. Da schaut sich der 1200er eine 15-zügige Eröffnungsvariante an und analysiert diese fleißig, gerne auch mit Computer und sogar mit Spaß! Aber genauso, wie man ohne Fundament keine Mauer hochziehen kann, kann ein Schachspieler der in den meisten Fällen bereits nach den ersten 5 Zügen schlecht steht, nicht durch das Analysieren einer 15-zügigen Eröffnungsvariante wesentlich besser werden. Da wird dann einfach die ach so kostbare Zeit verschwendet und trotzdem wird man nicht besser. Aber immerhin! Zumindest hat man sich mit Schach beschäftigt! Wenn man dann trotzdem kein Erfolgserlebnis hat, resigniert man irgendwann. Schließlich hat man ja ganz viel trainiert und wie kann es dann sein, dass man nicht besser wird?

Für alle Schachspieler habe ich aber auch eine gute Nachricht. Egal, auf welchem Level man Schach spielt. Ein 1200er freut sich mit Sicherheit nicht weniger über einen Sieg, als ein 2800er. Schach macht auf jedem Level Spaß! Aber nur solange man nicht denkt, dass man sich eine hohe DWZ zum Geburtstag wünschen kann.

Abschließend möchte ich den starken Schachspieler Sebastian Finsterwalder vom Gautinger SC zitieren, der mal zu mir sagte: „Hab einfach Spaß am Schach und Freude am Training! Dann kommt die Zahl automatisch!„. 🙂

In diesem Sinne

Euer Benny

 

Schachfreunde zur Weihnachtszeit

Benny gegen den Fidelity V11

Ein guter Schachfreund nutzt die Gelegenheit der freien Weihnachtszeit zum Entspannen. Das geht natürlich nur mit einer guten Schachpartie. Am zweiten Weihnachtsfeiertag habe ich mir als Gegner den Fidelity 68060 V11 vorgenommen. Ein phantastisches Gerät, welches äußerst selten ist. Es handelt sich hierbei um das Originalgerät, welches beim Kampf um die Weltmeisterschaft zwischen Karpov und Kasparov von Karpov als elektronischen Sekundanten eingesetzt wurde. Damals allerdings mit der Hardware des brandneuen Motorola 68040 Prozessors (Fidelity 68040 V10).

Fidelity V11 Schachcomputer

Das Gerät wurde auf die Version V11 aufgerüstet. Die komplette Eröffnungs-Vorbereitung auf die einzelnen Partien und die Analysen sind allerdings noch immer in der Kiste gespeichert. So macht es wirklich Spaß, den Fußstapfen von Karpov zu folgen.

Fidelity V11 Schachcomputer

Genau das Richtige, für eine besinnliche Weihnachtszeit. 🙂

Euer Benny

 

Vereinsabend 21.12.2017

Vereinsabend kurz vor Weihnachten

Auch am letzten Donnerstag vor Weihnachten trafen sich die Schachfreunde Topschach zum gemeinsamen Training um 19 Uhr im Schachcenter. Als Thema habe ich meine Endspiel-Trainingsreihe fortgesetzt, welche bei allen Anwesenden viel Anklang fand. Wie wichtig gerade für Anfänger das Endspieltraining ist, haben die vergangenen Mannschaftskämpfe gezeigt.

Um das neu erworbene Wissen auch direkt testen zu können, ging es um kurz vor 20 Uhr ab ins „El Diablo“. Mit dabei war auch Helmut 🙂 Ein vereinsloser Schachspieler, der gerne umherzieht und die Vereinsabende verschiedener Schachklubs im Schachkreis besucht. Gerne auch als Spion tätig, um hier uns da den neusten Schach-Klatsch in Oberbayern zu verbreiten. 🙂

Er hatte auf jeden Fall viel Spaß und genoss die sichtlich entspannte und gesellige Atmosphäre in unserem mexikanischen Restaurant. Ein absoluter Kontrast zu den doch eher biederen und sterilen Vereinsabenden vieler anderer Schachvereine.

Hier noch ein paar Bilder:

Vereinsabend Topschach 21.12.2017

Oben links spielt Helmut gegen unseren Ralf.

Vereinsabend Topschach 21.12.2017

Hans uns Janós haben sich eine Stärkung verdient.

Vereinsabend Topschach 21.12.2017

Gutes Essen, wohin das Auge blickt…

Vereinsabend Topschach 21.12.2017

….und anschließend ging es weiter mit Schach 🙂

Bis bald

Eurer Benny

Braingames 2018

Die Braingames 2018 in Fürstenfeldbruck

Der 17.02.2018 ist für Schnellschach-Spieler ein wichtiger Termin. Viele Titelträger und eine angenehme Atmosphäre sorgen für puren Schachspaß. Selbstverständlich lassen sich auch die Schachfreunde Topschach Gilching e.V sich dieses Spektakel nicht entgehen und kämpfen mit 5 Gladiatoren um den Mannschaftspreis.

Braingames 2018

Noch sind einige Plätze frei und es ist für jeden Schachspieler eine der wenigen Möglichkeiten, sich eine Schnellschach-FIDE ELO zu erspielen.

Anmelden kann man sich direkt auf der Seite des Veranstalters unter:

http://www.ffbopen.de

6. Würmsee Open startet am 26.01.2018

Ausrichter Gautinger SC ohne Spieler beim 6. Würmsee Open?

Das 6. Würmsee Open beginnt am 26.01.2018 und die Schachfreunde Topschach Gilching e.V. lassen sich natürlich nicht die Chance entgehen, weiter an der DWZ zu arbeiten. Die Gegnerschaft ist breit gestreut, was die Teilnahme auch für Neulinge interessant macht.

Waren es im letzten Jahr noch über 20 Teilnehmer, dümpeln die aktuellen Anmeldungen momentan bei gerade mal 10 herum, wovon 4 Spieler auf unseren Verein fallen. Recht schade finde ich, dass der Ausrichter Gautinger SC bisher nicht geschafft hat, mehr als eine Person anzumelden (der Turnierleiter).

Nachdem es den Gautingern nicht gelingt, wenigstens bei den Mannschaftskämpfen vollzählig anzutreten, zieht sich diese Unlust nun auch bis in dieses schöne Open. Aber bis zum Start ist ja noch etwas Zeit, die ein oder andere Motivationsrede zu halten:

Wer nun Lust bekommen hat, kann sich unter folgendem Link anmelden:

http://www.sc-starnberg.de/wuermsee-open/anmeldung/

Die komplette Ausschreibung findet ihr hier:

http://www.sc-starnberg.de/turniere/ausschr/wuermsee2018.pdf

Bis bald

Euer Benny

Feierabend Taktik #5 Dvoretzky – Szilagyi Ungarn 1978

Dvoretzkys stiller Killerzug!

In der Partie zwischen Dvoretzky (2525) und Szilagyi (2365) im Jahr 1987 in Ungarn gespielt, fand Dvoretzky einen unglaublich schönen stillen und gleichermaßen durchschlagenden Gewinnzug. Dvoretzky gilt bei vielen Schachspielern als der absolute Schachtrainer. Ich habe ihn zu seinen Lebzeiten ein paarmal getroffen, aber wirklich überzeugen konnte mich sein Training nicht.

Die meisten seiner Bücher sind selbst für gestandene Meisterspieler mit 7 Siegeln verschlossen. Einen guten Trainer erkennt man normal daran, dass er schwierige Sachverhalte so erklären kann, dass sie jeder versteht.

Das nicht nur Schüler von ihm manchmal nicht alles verstehen, sondern auch seine Gegnerschaft, zeigt die folgende Stellung:

Weiß am Zug gewinnt!

Starnberger Stadtmeisterschaft 2017 – Schlussgedanken

Stadtmeisterschaft Starnberg 2017 – Fritz Absmeier holt den Titel

Liebe Schachfreunde,

am letzten Freitag wurde die letzte Runde der Offenen Starnberger Stadtmeisterschaft gespielt. Gerade an den oberen Brettern konnte man spannende Partien verfolgen. Die Schachfreunde Topschach haben mit drei Spielern an diesem schönen Turnier teilgenommen. Für mich persönlich lief das Turnier ganz ok, wobei ich mehrheitlich einfach schlechte Stellungen in meinen Partien hatte, welche ich zäh ins Remis retten konnte. In Runde 6 traf ich auf meinen „Angst“-Gegner Joachim Heinze. Wenn man sich die Gegnerschaft ansieht, welche er in den letzten Jahren vermöbelt hat, ist es unbegreiflich, warum er sich noch immer unterhalb der 1700er-Marke herumtreibt.

Gegen einen Gschwendtner Klaus und Strecker Gerhard holt man nicht im Vorbeigehen jeweils nen halben Zähler ab. Joachim spielt unglaublich solide und wenn er ein Remis möchte, dann holt er sich das auch gegen starke Gegner. In meiner Partie gegen ihn konnte ich nur durch eine taktische Finesse die Oberhand in einer für mich üblen Stellung gewinnen. Einmal mehr machte sich mein tägliches Taktiktraining positiv bemerkbar. Ich holte hier den vollen Punkt, aber dies habe ich wohl einfach nur der Tatsache zu Danken, dass der gute Joachim gegen mich gewinnen wollte und dabei auch Risiken nicht scheute.

Nun musste ich in der letzten Runde gegen Stephan Wehr antreten. Ein Spieler vom SC Starnberg, der im Laufe des Turniers gegen ziemlich starke Gegner ordentlich abgeräumt hat. Mit den schwarzen Steinen bereitete ich mich auf 1.Sf3 vor. Ich muss dazu sagen, dass 1.Sf3 bisher zu meinen Achillesfersen gehörte und ich mit Schwarz hierzu kein ordentliches Repertoire hatte. Meine einzige Niederlage in diesem Turnier (gegen Klaus Gschwendtner) zeigte mir sehr gut, dass ich an 1.Sf3 mit Schwarz arbeiten muss.

So habe ich mir in mühevoller Kleinarbeit in 2 Wochen ein rundes Repertoire gegen 1.Sf3 angeeignet und freute mich schon, dass Stephan Wehr ebenfalls ein 1.Sf3-Spieler ist. Mit ein paar Minuten Verspätung kam er dann auch am letzten Freitag ans Brett und zog……… 1.c4.

Im ersten Moment dachte ich „Schade,- also keine Premiere für mein Repertoire“. Aber gleichzeitig war ich auch mit 1.c4 sehr zufrieden. Als ich den B-Trainerschein machte, habe ich als Abschlussprüfung ein komplettes Repertoire gegen 1.c4 erstellt, welches bei den Prüfern zu einigem Lob führte. Neue Ideen und Pläne habe ich bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Daraus entstanden ist auch meine DVD „Grandmasters Lab Vol.2 – Ein komplettes Repertoire gegen 1.c4“.

So saß ich am Brett und spulte die ersten 20 Züge in gerade mal 4 Minuten herunter, während mein Gegner über eine Stunde in das Eröffnungskonzept investierte. Einmal mehr sollte ich mir für dieses übereilige Vorgehen selbst eine Watschen geben, da ich an einem Punkt nicht energisch genug mein Ziel verfolgte. Das Mittelspiel war aus praktischer Sicht ausgeglichen, aber es war Weiß, der die Initiative hatte und mich vor einige schwer zu lösende Aufgaben stellte.

Es ist bei mir wie eine Seuche. Erst wenn mir der Gegner am Brett Probleme bereitet, fange ich das Denken an. Ein großes Problem ist hierbei auch, dass man sich mit zunehmender Spielstärke den Gegner stark rechnet. Stephan Wehr hat eine handvoll Chancen ungenutzt gelassen, mich weiter unter Druck zu setzen. Als er mehr und mehr prophylaktische statt planvolle Züge ausführte, merkte ich, dass seine Schwäche im Berechnen von Varianten liegt.

Also versuchte ich, die Stellung mit jedem Zug zu verkomplizieren und opferte hierzu einen Bauern. Es bahnte sich ein Endspiel König + Läuferpaar gegen König + Läuferpaar + Bauer an. Vorher konnte ich recht trickreich die restlichen Bauern auflösen und musste anschließend nur noch einen Läufer gegen den letzten Bauern von ihn opfern, was mir auch gelang.

Mit König + Läufer gegen König + Läuferpaar bot ich dann auch Remis an. Wir hatten beide jeweils nur noch etwa eine Minute Restbedenkzeit und überlebten zusätzlich durch den 30 Sekunden Bonus pro Zug. Zu meiner Überraschung lehnte mein Gegner das Remisangebot ab. Es war bereits 23:30 Uhr und es war die letzte laufende Partie. Innerlich fragte ich mich, für wie blöd mich Stephan Wehr wohl halten muss, dass ich so ein elementares Endspiel nicht Remis halten könne. Eventuell war das aber auch seine Art zu zeigen, dass er mit dem Spielverlauf absolut nicht zufrieden war. Während ich bei der gesamten Partie die meiste Zeit nicht am Brett saß, kam er am Brett aus dem Grübeln nicht mehr raus. Viele Schachspieler werten mein Verhalten, nur zum Ziehen ans Brett zu kommen als arrogant, jedoch gibt es dafür eine sehr einfache Erklärung.

Ich kann in Bewegung besser denken. Wenn also mein Gegner sich am Brett den Kopf zerbricht, laufe ich gedankenversunken im Spielsaal umher. So einfach ist das. Die Partie ging dann auch noch etwa 10 Züge weiter, bis auch Stephan erkannte, dass es hier nicht mehr als nen halben Zähler zu holen gibt. Zähneknirschend bot er mir das Remis an, was ich direkt angenommen habe.

Zu keinem Zeitpunkt der Partie war für mich aus praktischer Sicht mehr drin, weshalb ich mit dem Ergebnis insgesamt sehr zufrieden war. Auch hier hat sich mein in letzter Zeit zunehmendes Endspieltraining bezahlt gemacht. An meiner Defensivarbeit habe ich nicht auszusetzen, jedoch muss ich mir über die Ausarbeitung von eigenen Chancen Gedanken machen.

Ganz anders verlief die Partie von meinem Vereinskollegen Dr. Ralf Ludwig. Er musste gegen den starken Robert Gödel ebenfalls mit den schwarzen Steinen ran. Wie üblich, setzte Ralf komplett auf Angriff und opferte zur Öffnung der f-Linie einen Bauern. Es dauerte nicht lange und Robert stand komplett im Saft. Ralf hatte unwiderstehlichen Angriff und stand komplett auf Gewinn. Aber leider wird Ralf seit einiger Zeit vom Pech verfolgt und so übersah er ein einfaches Damenschach seines Gegner mit Figurengewinn. Er gab die bis dahin von ihm komplett dominierte Partie auf. 🙁

Schade! Aber solche Phasen hat jeder Schachspieler und ich erinnere mich noch gut an eine Saison vor einigen Jahren, in welcher ich mit 1,5 Punkten aus 9 Partien den Glauben an Gerechtigkeit beim Schach verloren habe. Am laufenden Band hatte ich gewonnene Partien weggeschmissen. Hier darf man nicht den Glauben an sich selbst verlieren. Hartes Training wird sich irgendwann bezahlt machen!

Zu der Partie von André Krupke von den Schachfreunden Topschach gibt es nicht viel zu sagen. Mit drastischem Entwicklungsrückstand kam er aus der Eröffnung raus. Sein Gegner nutzte das für druckvolles Spiel aus, an welchem André dann zerbrach. Hier werden wir beim nächsten Training nochmal die grundsätzlichen Eröffnungsprinzipien wiederholen.

Erwähnen möchte ich an dieser Stelle noch die Partie zwischen Klaus Geschwendtner und Achim Flemming. Klaus spielte 1.Sf3 und als ich nach etwa 10-15 Zügen einen Blick aufs Brett von beiden warf, musste ich Schmunzeln 🙂

Achim hat 1 zu 1 genau das aufs Brett gezaubert, was ich gegen das erwartete 1.Sf3 gegen Stephan Wehr vorbereitet habe. Für mich der ultimative Test um zu sehen, wie Klaus dagegen spielt. Entgegen meiner Befürchtung, kannte Klaus diese Variante offenbar nicht allzu gut und verließ recht schnell den üblichen Pfad. Achim hat am Ende die Partie gewonnen und es brennt mir unter den Nägeln, es ihm bei der nächsten Gelegenheit gleich zu tun. 🙂

Mit dem kommenden Würmsee Open stehen die Chancen hierzu nicht schlecht. Hoffentlich meldet sich Klaus bald an. 😛

Mit einem DWZ-Plus von 17 Punkten gehe ich zufrieden aus dem Turnier. Wenn ich es jetzt noch schaffe, gegen starke Gegner nicht nur mit Defensivkünsten zu beeindrucken, sondern auch mit schön herausgespielten Chancen, ist in Zukunft mit Sicherheit mehr drin.

Auch wenn es bei der diesjährigen Stadtmeisterschaft einige organisatorische Stolpersteine gab, wurde das Turnier von Gerhard Strecker bis zum Ende souverän geleitet. Fritz Absmeier ist ein verdienter Sieger und mit dem Ratingpreis als bester Spieler unter 1900 kann ich mich nicht beschweren.

Tabellen und Ergebnisse findet ihr auf der offiziellen Webseite vom SC Starnberg http://www.sc-starnberg.de

Soweit mein kurzer Abschlussbericht

Bis bald

Euer Benny

Die Schachfreunde Topschach Gilching zu Gast beim Gautinger SC

3. Runde Gautinger SC II gegen SF Topschach Gilching I

In unserem dritten Mannschaftskampf in der B-Klasse Nord haben wir uns etwas mehr versprochen, als ein Unentschieden. Kurz nach 9 Uhr trafen wir uns im Schachcenter von Topschach und machten uns kurz darauf auf den Weg nach Gauting. Sonntag früh ist diese Strecke in gemütlichen 15 Minuten zu bewerkstelligen und so kamen wir überpünktlich am Vereinslokal des Gautinger SC an.

Als ich noch Mitglied der dortigen Schachabteilung war, wurde die Raumfrage diskutiert und soweit ich mich erinnere, wurde vereinbart, dass die Spielabende in einem kleinen Raum im ersten Stock ausgeführt werden und die Mannschaftskämpfe in einem gemütlichen Hinterraum des Restaurants. Offenbar gab es aber auch hier weitere Einschnitte und wie sich herausstellte, findet das Gautinger „Schachleben“ nun komplett in dem oberen Raum statt.

Wenn man bedenkt, dass der Gautinger SC für eine Jahresmitgliedschaft in der Schachabteilung sagenhafte 140,-€ in Rechnung stellt (50,-€ fließen in die Schachabteilung und 90,-€ krallt sich der Hauptverein), ist das dort Gebotene schon recht dürftig. Als Schachspieler benutzt man weder die Duschen ( der ist gut! 🙂 ), noch den schönen Rasenplatz und auch die kostenintensive Tennishalle gehört nicht zu den Anwendungsbereichen eines Schachspielers.

Trotzdem finanziert man als Mitglied der Schachabteilung all diese Dinge mit und genau das war für einige Schachfreunde einer der Gründe, sich einen anderen Schachverein zu suchen.

Der harte Kern der Schachabteilung ist allerdings geblieben und gerade die erste Mannschaft vom Gautinger SC zeigt sich sehr kämpferisch und hat sogar mit dauerhafter Unterbesetzung den Aufstieg aus der höchsten Liga im Schachkreis Zugspitze geschafft. Ein großer sportlicher Erfolg!

Allerdings beginnt beim Gautinger SC der Kampf bereits bei der Aufstellung der Partizipanten für den jeweiligen Mannschaftskampf. So auch am letzten Sonntag, als Mannschaftsführer Joachim Heyn kurz nach der Abgabe der Aufstellung mitteilte, dass der an Brett 3 gesetzte Schachfreund Markus Messerer bereits vor einem Tag seine Teilnahme abgesagt hat. Sowas ist natürlich für den Gegner, der nun an Brett 3 zum herumsitzen verdammt ist, eine ärgerliche und demotivierende Situation.

Gerade in unserer niedrigsten Spielklasse geht es für die meisten Vereine und auch für die zweite Mannschaft des Gautinger SC nur um den Spaß am Spielen. Ein kurzer Anruf vom Mannschaftsführer hätte gereicht, und wir wären ebenfalls nur zu Fünft angetreten. Uns geht es bei den Mannschaftskämpfen einzig um das Spielen und hier verzichten wir gerne auf geschenkte Punkte. Wenn ein Verein bei der Aufstellung dauerhaft mit Unterbesetzung kämpfen muss, sollte man sich wirklich zweimal überlegen, wie viele Mannschaften man meldet.

Hierbei darf man auch nicht die gegnerische Mannschaft aus dem Blick verlieren, welche sich erwartungsvoll auf einen Mannschaftskampf freut und dann feststellen muss, dass der ein oder andere Spieler den Sonntag auch hätte anders verplanen können.

Aber gut,- kommen wir zurück zum Geschehen. 🙂 Nachdem wir vollzählig waren und die Meldung der einzelnen Spieler vorgenommen wurde, passierte zunächst nichts. Es war schon kurz nach 10 und ich fragte, ob wir die Bretter freigeben können. Joachim Heyn teilte daraufhin kurz mit, dass er noch auf einen seiner Spieler wartet, woraufhin ich kurz und knapp sagte, dass er das selbstverständlich auch nach der Freigabe der Bretter machen könne. 🙂

Daraufhin ging es dann auch los und mein erster Blick fiel auf die Begegnung an Brett 6 (Enno von Nussbaum vs. Janos Morlin). Vor gut 2 Jahren habe ich den Enno noch trainiert und ich war gespannt, wie sich der mittlerweile 11 Jährige Schachfreund so entwickelt hat. Die ersten Züge kamen von beiden Seiten recht flott aufs Brett 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 und nun spielte Enno sehr scharf und abenteuerlustig 4.Sg5. Ohne große Überlegung zog unser Janos danach direkt 4…De7??. Enno ließ sich nicht zweimal bitten und nahm den Bauern mit 5.Sxf7 genüsslich raus. Was nun folgte, war für unseren Brett 6-Spieler ein absolutes Desaster. Wer denkt, dass 4…De7 schon die Spitze der schachlichen Grausamkeiten war, wurde eines Besseren belehrt.

SF Topschach Gautinger SC

Es folgte 5…Sxe4??. Es ist wirklich einmalig, wie viele Eröffnungsprinzipien Janos nach bereits 5 Zügen gebrochen hat (Die Dame zu früh gezogen, eine Figur grundlos 2 mal in der Eröffnung gezogen, etc.). Auch wenn es bis Weihnachten noch einige Tage dauert, war Enno schon jetzt bereit, die ihm angebotenen Geschenke auszupacken. Mit 6.Sxh8 verschwand ein Turm von Janos vom Brett. Und weil Janos sich in der Rolle des Geschenke verteilenden Weihnachtsmannes gefiel, zog er dann auch direkt 6.Sxf2??, was zumindest ansatzweise eine kleine Falle ist. Janos hatte die Idee, nach 7.Kxf2 mit der Dame auf h4 Schach zu geben und den Läufer auf c4 abzuholen. Aber Enno zeigte sich taktisch auf der Höhe des Geschehens und gab zunächst mittels 7.Lf7+ ein Schach.

Spätestens hier hätte Janos noch mit 7…Dxf7 gefolgt von 8…Sxd1 die Stellung trotz Qualität weniger aus den taktischen Gewässern leiten können, aber er zog es vor, den König mit 7…Kd8 einen Schritt zur Seite zu ziehen.

Nun aber nahm Enno mit 8.Kxf2 den Springer raus und Janos antwortete direkt mit 8…Dd6??. Wie oft hat die Dame nun schon gezogen? Sehr umsichtig zog Enno nun 9.Lh5, um den Springer aus seinem Gefängnis zu befreien. In diesem Augenblick wurde ich Zeuge der Jahrhundertgurke. Janos zog (Trommelwirbel) 9…g6. Ja! So einen aktiven Läufer muss man auf jeden Fall angreifen. Nach dem Zug konnte sich auch Janos ein Schmunzeln nicht verkneifen und sah erst jetzt, welch weihnachtliches Geschenk er seinem Gegner machte. 10.Sf7+!! – Enno hatte Spaß an der Partie und ich überlegte mir, ob es nicht langsam Zeit für Janos wird, seinem Gegner Remis zu bieten 🙂

Die Partie ging dann noch etwa 5-10 Züge weiter und ich muss sagen, dass der Junge an Brett 6 alles richtig gemacht hat. Nach dem Matt gratulierte ich meinem früherem Schüler und „versuchte“ Janos etwas aufzubauen. Er selbst fand die Situation ebenfalls sehr witzig und konnte über sein Unvermögen am Brett lachen. Im letzten Mannschaftskampf konnte er noch Schach spielen, aber an diesem Sonntag war er komplett von der Rolle.

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Weiter ging es an Brett 1 (Dr. Ralf Ludwig vs. Andreas Zwicker). Ich merkte recht schnell, dass Ralf in Angriffslaune war und auf dem Brett waren auf Grund des sehr passiven Aufbaus seines Gegners viele Möglichkeiten, in Königsnähe reinzuopfern. Absolut spekulativ entschied sich Ralf dann für die wohl schlechteste Ecke, seinen Läufer für 2 Bauern herzugeben. Manchmal ist ihm einfach danach 🙂 Im weiteren Verlauf gelang es ihm nicht, den gegnerischen König unter Druck zu setzen und Andreas spielte den Stiefel sehr umsichtig zu Ende. Ein unnötiger Verlust an Brett 1, aber ich selbst erinnere mich schon an so manches hübsche Opfer meinerseits, dass zum Verlust der Partie führte.

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Nachdem wir an Brett 5 und 4 auf Gewinn standen und an Brett 2 sich ein Remis abzeichnete, fand ich den Aussetzer von Ralf nicht weiter tragisch. Oliver Prater überspielte an Brett 4 seinen Gegner Joachim Heyn direkt aus der Eröffnung und brachte den Punkt ungefährdet auf unsere Seite. An Brett 5 konnte Dr. Hans Heini, nachdem er bereits in der Eröffnung eine Figur einstellte, durch ein geschicktes Abzugsschach Haus und Hof von seinem Gegner Linus Spaethe erobern, woraufhin Linus sehr bald die Hand zur Aufgabe herüberreichte. So stand es nun 3:2 für uns und es war nur eine Frage der Zeit, bis die zwischen Kurt König und Klaus Müller an Brett 2 gespielte Partie ins Remis abgleiten würde. Eine verkeilte Bauernstellung mit König + Springer auf der Seite von Klaus gegen König + Läufer auf der Seite von Kurt.

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Na, das muss doch Remis sein. Auf beiden Seiten konnten viele Züge lang keine Fortschritte gemacht werden. Doch dann gab es plötzlich die Gelegenheit für Kurt, einen Freibauern zu bilden und zudem noch einen weiteren Bauern zu erobern. Er hätte dann mit 3 Bauern am Königsflügel wunderbar durchmarschieren können. Aber Kurt zog es mit Blick auf ein Remis vor, keinen Freibauern zu bilden und auch den Gewinn eines Bauern auszuschlagen und die Stellung zu blockieren. Das gelang ihm durch Mithilfe seines Gegners auch sehr gut und viele Züge wehrte Kurt die Gewinnversuche seines Gegner problemlos ab. Allerdings war es eine der Stellungen auf dem Brett, in welcher nur noch Kurt Fehler machen konnte. Auf Sieg konnte nur noch Klaus spielen. Nach unendlichen Springer- und Läuferzügen war es dann auch soweit. Kurt machte den Entscheidenden Fehler und verlor 2 wichtige Bauern. Die Niederlage und das Unentschieden (3:3) als Gesamtergebnis waren damit in Stein gemeißelt.

Eine Achterbahnfahrt von einem Mannschaftskampf war damit beendet und obwohl wir mit unserer Mannschaft voller Schachneulinge unseren ersten Mannschaftspunkt eingefahren haben, fühlte sich das Ergebnis wie eine Niederlage an. Den Spaß am Schach haben wir aber beim gemeinsamen Essen im griechischen Restaurant im Vereinsheim des Gautinger SC schnell wieder gefunden. 🙂 Gerne hätten wir mit unseren Gegner gemeinsam den Mannschaftskampf beim Essen ausklingen lassen, aber wie so oft bei Mannschaftskämpfen im Schach, verschwand ein Gegner nach dem anderen mit der Beendigung der jeweiligen Partie. Schade!

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Jeder unserer Spieler konnte einmal mehr wertvolle Erfahrungen sammeln, denn neben dem Training ist die praktische Erfahrung am Brett absolut wichtig für die schachliche Entwicklung. Als kleines Trostpflaster bleibt die Erkenntnis, dass wir nach 3 gespielten Runden nicht mehr das Schlusslicht der Liga sind 🙂

Bis bald zur nächsten Runde

Euer Benny