2. Runde Stadtmeisterschaft Starnberg

Liebe Schachfreunde,

nachdem unsere Crew in der ersten Runde aus diversen Gründen (Freilos, Termine, etc.) nicht antreten konnte und es hier zu Nachholspielen kommt, konnten in der zweiten Runde wenigstens André und ich den Weg nach Starnberg finden. Zunächst musste aber abgeklärt werden, wann wir uns dorthin auf den Weg machen sollen. Die Partien beginnen um 19:30 Uhr und die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Aus Erfahrung weiß ich, dass man bei Turnieren die in Starnberg stattfinden immer etwas später anreisen sollte. In der Vergangenheit habe ich mich immer gewundert, dass der größte Teil der Teilnehmer grundsätzlich 5 bis 10 Minuten nach Partiebeginn eintrifft. Irgendwann wurde aber auch mir klar, dass das pünktliche Erscheinen immer dazu führt, dass man selbst als Gast sich um den Aufbau des Spielmaterials kümmern muss. Diesmal wollte ich es richtig machen, mich der Mehrheit anschließen und nicht schon um 19 Uhr vor Ort sein.

Als André und ich den Spielraum um 19:18 Uhr betraten, fanden wir jedoch einen genauso leeren, wie dunklen Raum vor. Mist! Also doch zu früh! Ganz hinten in der Ecke entdeckte ich dann aber doch jemanden. Hans Werner saß da vor sich hin und begrüßte uns mit der Frage, ob wir den Schlüssel für den Schachschrank von oben mitgebracht haben. Etwas verdutzt klärten wir auf, dass wir eigentlich als Gäste zum Spielen gekommen sind. Und so machte sich Hans auf den Weg nach oben, um den Schlüssel zu holen. Mittlerweile war es schon 19:22 Uhr. Etwas aus der Puste war Hans auch schnell wieder da. Aber wo war der Schachschrank? Nochmals machten wir uns auf die Suche und fanden ihn schließlich schön versteckt bei den Toiletten. 🙂

Stadtmeisterschaft Starnberg 2017 Runde 2

Jetzt aber schnell! Zusammen mit Hans und André baute ich einige Schachsets und Uhren auf. Zusätzlich mussten natürlich noch pro Brett zwei Partieformulare bereitgestellt werden. Leider konnte Hans nicht genügend ausfindig machen. Wirklich sehr ärgerlich, aber ich spiele ja nicht zum ersten Mal in Starnberg und in weiser Voraussicht habe ich einen Stapel Partie-Formulare von unserem Verein mitgenommen. Auch habe ich eine schicke DGT 3000 im Gepäck gehabt, da ich mir sicher war, dass niemand sich die Mühe machen wird und die in Starnberg eingesetzten Silver-Schachuhren entsprechend der in der Ausschreibung angegebenen Zeitkontrolle zu programmieren. 90 Minuten und 30 Sekunden Zeitzuschlag pro Zug waren angegeben. Bei der DGT 3000 ist das der Modus 12. Bei der Silver existiert dieser Modus nicht und müsste normal manuell programmiert werden. Man entschied sich in Starnberg allerdings, einfach den Modus 90 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug und danach nochmal 30 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug zu nehmen. Springt die Zeitkontrolle um auf die 30 Minuten Restzeit, soll man einfach so tun, als wäre die Zeit abgelaufen. Tjo,- auch in Ordnung. 😉

Stadtmeisterschaft Starnberg 2017 Runde 2

Um 19:30 Uhr schlenderten dann immer mehr Teilnehmer durch den Raum und suchten sich ihr Plätzchen im gemachten Nest. Die üblichen Verdächtigen (inkl. mein Gegner) kamen natürlich erst um 19:35 Uhr ans Brett.

Stadtmeisterschaft Starnberg 2017 Runde 2

Also ganz ehrlich! Es ist einfach nur uncool, wenn ein Schachverein ein Turnier ausrichtet und die pünktlich anwesenden Gäste dazu genötigt werden, sich um den Aufbau und das Material (Partieformulare) zu kümmern. Natürlich kann so etwas mal passieren, aber hier hat das schon seit Jahren System. Ich muss allerdings zugeben, dass sich diese „Ich-bin-für-nix-verantwortlich“-Seuche über recht viele Schachvereine ausstreckt. Übrigens ein weiterer Grund, warum die SF Topschach Gilching einen eigenen Verein gegründet haben. Mir wäre es absolut peinlich, wenn ich als Gastgeber meine Gäste an leeren Tischen begrüßen müsste und nicht ein Duft von frischem Kaffee durch den Raum zieht 🙂 Noch viel schlimmer ist es aber, wenn die Gäste selbst Hand anlegen müssen. Ich kann hier wirklich nur nochmal an alle Schachspieler appellieren, sich wenigstens mal 5 Minuten darüber Gedanken zu machen, was es bedeutet, in einem Verein Mitglied zu sein.

Aber genug gemeckert 🙂 Kommen wir zu den Partien. Ich durfte mal wieder gegen Klaus ran. Wird er wieder 1.Sf3 gegen mich spielen? Ich hatte nur eine leise Vorahnung und konnte mich abermals aus Zeitgründen nicht wirklich ordentlich vorbereiten. Klaus hat mit 1.Sf3 gegen mich einen guten Score und die vergangene Schlachten zwischen uns haben gezeigt, dass er mit seinem Spanier gegen mich oft auf Granit beißt. Aus diesem Grund ist natürlich 1.Sf3 eine gute Wahl, um Eröffnungen aufs Brett zu bekommen, welche ich mehr oder weniger halbherzig im Repertoire habe. Schon nach ein paar Zügen fange ich dann an zu improvisieren und das was ich dann aufs Brett zaubere, kann man mit gutem Willen höchstens noch als kreativ bezeichnen. Viel Schwierigkeiten hatte Klaus von Anfang an nicht gegen mich und nachdem ich einen Qualle-Gewinn überschätzt hatte, ging ich mit einer Figur weniger und einem Bauern mehr in ein Endspiel, dass Klaus sehr souverän zum vollen Punkt geführt hat. Die Partie hat er wirklich von Anfang bis Ende gut gespielt. Hier gibt es keine Ausreden wie etwa zu müde, usw. 🙂

Erwähnen möchte ich hier allerdings noch die Ignoranz von den immer selben Schachspielern, welche es einfach nicht schaffen, nach einer Partie die Klappe zu halten und lautstark mit dem Analysieren anfangen. Da wird noch nicht einmal versucht zu flüstern. Die Bitte, sich doch etwas weiter weg zu setzen oder im Nebenraum zu analysieren wird zwar bejaht, allerdings nicht weiter beachtet. Das sind dann auch die selben Gehirnakrobaten, welche nach ihrer lautstarken Analyse anfangen, die Figuren in den Figurenkasten zu schmeißen und Stühle auf dem Boden hin und herschieben. Frei nach dem Motto „Meine Partie ist rum. Was interessieren mich die anderen Spieler!„.

Ich hatte nun genug Zeit, auf die noch letzte laufende Partie zwischen André und Stephan einen Blick zu werfen. Die Eröffnung hat André ganz gut gespielt, jedoch zeigte sich im Mittelspiel recht schnell seine Unerfahrenheit im koordinieren seiner Figuren. Ein Läufer wurde auf die falsche Diagonale gestellt und der Druck gegen seinen rückständiger Bauern nicht gemindert, als dies noch möglich war. Schnell hatte er dann auch 2 Bauern weniger und zu allem Überfluss tauschte er dann auch noch Figuren ab. Dafür, dass dies seine erste Turnierpartie mit langer Zeitkontrolle war, hat er sich aber insgesamt ganz gut geschlagen. Die Zeit hat er gut eingeteilt und keine Figur einfach stehen lassen. Bei einem Gegner, welcher schon sehr viel Turniererfahrung hat und über 19xx DWZ besitzt, darf das schon mal in die Hose gehen. 🙂

Stadtmeisterschaft Starnberg 2017 Runde 2

Zusammen mit Hans haben wir dann noch alles aufgeräumt und sind um kurz vor 0 Uhr nach Hause gefahren. Was bleibt, ist zumindest in meinem Fall das dringende Bedürfnis, mich bei meinen nächsten Trainingseinheiten explizit mit 1.Sf3 auseinanderzusetzen. André muss einfach noch mehr Erfahrung am Brett sammeln und ein voller Punkt rückt in greifbare Nähe. Der SC Starnberg sollte nach der Neuaufstellung im Vorstand auf jeden Fall mal auf seine Mitglieder einwirken und mitteilen, dass man als Mitglied eines Vereins mehr machen kann, als nur seine eigenen Partien zu spielen. 😉

Die aktuelle Tabelle und weitere Infos findet ihr hier:

http://sc-starnberg.de/turniere/stadt.php

Euer Topschach Benny

Schachtaktik zum Frühstück #20

Mit dem Ende des Oktoberfestes, sollten die morgendlichen Kater verschwunden sein und der Geist wieder etwas mehr in Anspruch genommen werden. Eine hübsche Taktik fand ich in der Partie zwischen Mkrtchyan (2115) und Aitbayev (2427) beim Yerevan Open in Runde 2, gespielt am 20.09.2017.

Weiß am Zug gewinnt!

Schachtaktik zum Frühstück #19

Unser Blick richtet sich auch beim Taktiktraining in Richtung des Isle Of Man Schachturniers. In der zweiten Runde kam es am 24.09.2017 in der Partie zwischen Brown (2499) und Maloberti (2132) zu folgender Stellung im 38. Zug:

Weiß nutzte nun die Möglichkeit einer hübschen Kombination, deren taktisches Motiv wir uns unbedingt einprägen sollten.

Weiß am Zug gewinnt!

Niclas Huschenbeth dominiert klar in Runde 3

Runde 3:  IM Robert Bellin (2344) gegen GM Niclas Huschenbeth (2596)

Auch in der dritten Runde zeigte GM Niclas Huschenbeth seine klare Dominanz am Schachbrett. Sein Gegner IM Robert Bellin wirkte absolut chancenlos. Durch Zugumstellung kam es zum Panov-Angriff im Caro Kann, in welchem Weiß mit seinem d-Bauern-Isolani arbeiten muss. Das fröhliche Figurenspiel von Niclas verhinderte allerdings jeden Versuch von Weiß, in irgendeiner Weise seine Figuren zu koordinieren. Robert Bellin unterschätzte die schwarze Aktivität auf der c-Linie und wurde Opfer seines planlosen Spiels.

Ich kann mich einfach nur wundern, wie souverän und richtig Niclas Huschenbeth seine Gegner einschätzt und den Finger treffsicher auf die wunden Punkte legt. Auch wenn die besten Tage von IM Bellin mit Sicherheit schon gezählt sind und er „nur“ noch ein IM mit etwas mehr als 2300 ELO ist, hat er mit Sicherheit nicht umsonst seinen IM-Titel erlangt. Die Leichtigkeit, mit welcher Niclas diese, zumindest aus unserer Amateursicht, starken Gegner vom Brett fegt, ist einfach nur bemerkenswert. Durch gute Vorbereitung und Gegneranalyse schafft er es, sein Gegenüber am Brett mit voller Wucht auf dem falschen Fuß zu treffen!

GM Tarnjan

Quelle: Lars Grahn

Damit ist Niclas in der nächsten Runde nun endlich wieder in die LIVE-Bretter vorgestoßen und bekommt mit den weißen Steinen die Aufgabe, GM Tarjan zu besiegen.  Eine durchaus machbare Aufgabe und wir sind gespannt, wie uns Niclas diesmal am Brett unterhalten wird. Selbstverständlich drücken wir unserem Mitglied auch weiterhin die Daumen und fiebern mit jedem Zug mit.

GO Niclas GO! 😀

Schachtaktik zum Frühstück #18

Die heutige Taktik zum Frühstück ist dem Geburtstagskind GM Raj Tischbierek gewidmet. Der Herausgeber der Zeitschrift „SCHACH“ feiert heute (24.September) seinen 55. Geburtstag und machte beim Zürich Open 2005 mit Weiß in der folgenden Stellung in der dritten Runde kurzen Prozess.

Tischbierek (2465) – Csajka (2255)

Weiß am Zug gewinnt!

Die Schachfreunde Topschach Gilching wünschen dem alten Sack noch viele weitere Jahre Spaß und Freude am Schach 😀

GM Niclas Huschenbeth vernichtet seinen Gegner

Runde 2: GM Niclas Huschenbeth (2596) gegen Philipp Müller (2220)

Niclas Huschenbeth Runde 2

Die zweite Runde des Isle of Man International Schachturniers sorgte für viele spannende Momente. Besonders eindrucksvoll hat GM Niclas Huschenbeth seinen Gegner mit den weißen Steinen im Sweschnikow-Sizilianer zusammengeschoben. Bereits im 15.Zug hatte Niclas einen für den Sweschnikow-Sizilianer typischen Angriff am Königsflügel aufgefahren und es ist schon erstaunlich, wie sein immerhin 2220 ELO starker Gegner mit der Stellung überhaupt nichts anfangen konnte und dem Weißen freie Hand zum Sturm auf den schwarzen König gab.

In der morgigen dritten Runde muss Niclas mit den schwarzen Steinen gegen den Internationalen Meister Robert Bellin ran, welcher seit gut 20 Jahren seine ELO konstant auf 23xx hält und viel Turniererfahrung mit ans Brett bringt. Wir drücken Niclas fest die Daumen! 🙂

GM Niclas Huschenbeth beim Isle of Man International Turnier

Runde 1: Gabriel Sargissian (2652) gegen Niclas Huschenbeth (2596)

SF Topschach Niclas Huschenbeth

In der ersten Runde traf unser Mitglied GM Niclas Huschenbeth mit GM Gabriel Sargissian auf einen richtig starken Gegner. Lange sah es nach einer verdienten Punkteteilung aus, jedoch hatte Sargissian ordentlichen Druck auf der c-Linie in Richtung des schwarzen Königs, welchem Niclas nur durch sehr genaues Spiel hätte standhalten können.

In der heutigen Runde 2 trifft Niclas nun auf einen etwas angenehmeren Gegner. Mit den weißen Steinen geht es gegen einen Landsmann Philipp Müller (2220 ELO) und wir sind gespannt, wie sich unser Großmeister gegen den Underdog präsentiert. 🙂

Schachtaktik zum Frühstück #17

Beim Durchschauen aktueller Partien fand ich in einer Partie eine bemerkenswerte Taktik, welche auf den ersten Blick nur recht schwer erkennbar ist (zumindest für mich). Mit Ch. Schneider (2215) gegen Roth (2032) saßen beim Berliner Lichtenberger Sommer 2017 in Runde 6 keine Meisterspieler am Brett. Und damit bestätigt sich wieder meine Ansicht, dass man die schönsten Taktiken meist in Amateurpartien findet. Deswegen mein Rat an alle die im Schach besser werden wollen > Schaut euch nicht nur die Partien der Weltklasse an, sondern werft einen Blick über den Tellerrand. Die schönsten Perlen müssen nicht unbedingt in den größten Muscheln stecken. 🙂

Weiß am Zug gewinnt!

Schachtraining in Geisenbrunn – Der Damenbauerisolani

Nachdem Ralf am letzten Donnerstag das Trainer-Zepter übernommen hatte, wollte auch André eine kleine Trainings-Session geben. Am gestrigen Donnerstag war es dann auch soweit und André hatte sich für das Thema „Isolani“ entschieden. Mit guten Beispielen wurde zunächst aufgezeigt, was ein Isolani überhaupt ist. Danach ging es auch schon ans Eingemachte und es galt, in vorgegebenen Stellungen den richtigen Weg zu finden. Der Schwerpunkt des Trainings lag im Spiel gegen den isolierten Damenbauern.

Schachtraining in Geisenbrunn

Im Kampf gegen einen Isolani wurden den Teilnehmern probate Mittel in die Hand gegeben, welche leicht zu erlernen sind und sich mit Sicherheit in der ein oder anderen Partie auszahlen werden. Natürlich ist ein Isolani nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Das man mit einem Isolani auch auf Vorteil spielen kann, gilt es nun in der Hausaufgabe (Partie Kamsky gegen Short PCA 1994) herauszufinden. Am Ende des Trainings haben wir noch etwas über die Nimzowitsch-Indische Verteidigung gefachsimpelt und kamen gemeinsam zu dem Konsens, dass Schwarz mit dieser Eröffnung irgendwie nicht so dicke im Geschäft ist.

Wieder mal ein schöner Abend und ein gutes Schachtraining. Vielen Dank an André für das interessante Thema und die Ausführung. 🙂

Schachtraining in der Sternwarte Gilching

Am letzten Donnerstag übernahm unser Ralf in der Sternwarte in Gilching das Schachtraining. Unter anderem wurde das doch recht schwierige Endspiel Dame + König gegen Turm + König mal mit und ohne Bauern trainiert. Bei dem anschließenden Schnellschachturnier konnte sich Kurt überzeugend den ersten Platz sichern.

Schachtraining Sternwarte

Leider konnte ich weder am Training, noch am Turnier teilnehmen. Als Alternative habe ich aber gegen den Schachcomputer Weltmeister von 1984 (dem Mephisto Glasgow Level 5) eine Partie gespielt und durch spannendes Opferspiel gewonnen. 🙂

Schachcomputer Weltmeister 1984 Mephisto Glasgow

Beim Vereinsabend am morgigen Donnerstag bin ich dann wieder mit dabei 😉