Schachtaktik zum Frühstück #25

Bei der heutigen Schachtaktik zum Frühstück gehen wir zurück ins Jahr 2008. Mit den weißen Steinen kam Tkachiev ziemlich aussichtsreich gegen Ponomariov aus der Eröffnung.  Dem geschulten Taktik-Auge fällt sofort die schwarze Grundreihenschwäche auf. Wie konnte Tkachiev dieses Stellungsmerkmal direkt ausnutzen?

Weiß am Zug gewinnt!

Viel Spaß beim Knobeln

Euer Benny

Neue Führung bei den Schachfreunden Topschach

Bei der am 28.02.2019 stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde unser Vorstand neu gewählt. Ab sofort stellt sich sich dieser folgendermaßen zusammen:

1. Vorsitzender: Benjamin Aldag
2. Vorsitzender: André Krupke
Kassier: Oliver Prater

Du bist zum Vorstand gewählt worden

Dem bisherigen Vorstand, bestehenden aus Dr. Ralf Ludwig und im erweiterten Vorstand Kurt König möchten wir im Namen aller Mitglieder für die Leitung der vergangenen Jahre danken.

Euer Benny

Vereinsabende, Schachvereine und Schachspieler

Unser Vereinsabend am Donnerstag und auch der Treff am Samstagnachmittag ist ja schon sein einiger Zeit ein Geheimtipp unter Schachspielern. So gut wie immer trifft man auf Spieler aller Klassen. Egal ob Anfänger oder Großmeister,- jeder findet hier den passenden Gegner.

Schachfreunde Topschach

So auch am letzten Donnerstag, als wir mit Günter einen neuen Spieler in unseren Reihen willkommen heißen konnten. Als Hobbyspieler ohne Vereinserfahrung machte er am Brett seine Sache recht gut. Oliver und Sandy standen ihm beim Spielen mit Rat und Tat zur Seite. Ich denke gerade Anfängern muss man die Scheu nehmen und zeigen, dass Schach auf jedem Level Spaß macht und man gerade im Verein langfristig an Spielstärke und Selbstvertrauen gewinnt.

Schachfreunde Topschach

Immer wieder treffe ich auf Schachspieler, welche zuvor in anderen Schachvereinen in der Umgebung ihr Glück versuchten und anschließend das Weite suchten. Die Erfahrungen gleichen sich. Kommt ein schachinteressierter Neuling in einen Schachverein, wird er nicht selten komplett ignoriert. Da sitzen ein paar ältere Herren am Schachbrett und würdigen den Gast keines Blickes. Falls sich dann doch mal ein Mitglied erbarmt, gegen den Neuling zu spielen, wird dieser direkt am Brett in die Schranken gewiesen.

In einem Nachbarverein durfte ich Zeuge eines Extremfalls werden. Gleich zwei Gäste besuchten dessen Vereinsabend und wurden, wie üblich, ignoriert. Für ein anwesendes Mitglied (ein Ewig-1500er) ein gefundenes Fressen. Er bot an, gegen beide gleichzeitig zu spielen (simultan). Was zunächst als nette Geste aussah, entpuppte sich als Ego-Trip des 1500ers. Von oben herab führte er seine Züge am Brett aus und spielte, während seine Gegner überlegten, mit seinem Handy und unterhielt sich mit anderen Schachspielern. Die komplette Verhöhnung und Ignoranz. Anstatt den Neulingen Tipps zu geben, gab es nur abfällige Kommentare. Die beiden sah man in diesem Schachverein natürlich nie wieder.

Genau diese Vorkommnisse waren ein Mitgrund, die Schachfreunde Topschach zu gründen und es besser zu machen. Ich kann nicht sagen, wie oft ich mir auf Versammlungen im Schachkreis das Gejammer vom Vereins-Sterben anhören musste. Schuld war natürlich das Internet. Alle wollen nur noch online spielen. Meines Erachtens eine ziemlich billige und bequeme Ausrede. Mindestens genauso billig und bequem wie viele Mitglieder in diversen Schachvereinen. Es ist schon bezeichnend, wenn Schachvereine über 100 aktive Mitglieder haben aber beim Vereinsabend keine drei Leute zusammen bekommen.

Die Auswüchse von Ignoranz und Unfairness schafften es ganz aktuell auch in den Viererpokal des Schachkreis Zugspitze. Die Mannschaft von Gauting trat in Unterzahl an und musste tatsächlich nur eine Runde spielen, um als Sieger des Turniers vom Platz zu gehen. Wie kann das sein? Im Finale hätten der mit 91 Mitgliedern starke Schachverein SC Stanberg auf die Gautinger treffen sollen, aber beim SC Starnberg schaffte man es nicht, !vier! Mitglieder zu finden, die Lust haben, Schach zu spielen.

Als wäre dies nicht schon grotesk genug, ist es der SC Starnberg, der Schachspieler generell von Turnieren ausschließt, die angeblich Turniere nicht bis zum Ende spielen würden. Wasser predigen und Wein trinken!

Solange sich Vereine wie der SC Starnberg zu Turnieren anmelden ohne diese zu Ende zu spielen, verliert jeder Titel und jeder Pokal an Wert. Diese Turniere werden uninteressant und das erklärt auch, warum sich immer weniger Mannschaften und Vereine zu diesen Turnieren anmelden.

Diese Szenarien wirken sich natürlich auch auf potenzielle Neumitglieder aus. Vereine wie der SC Starnberg machen das Schach in ihrem Verein unattraktiv und nicht das Online-Spielen im Internet.

Ich denke unser kleiner Schachverein hat bewiesen, dass keine Partie im Internet so unterhaltsam und spannend sein kann, wie unsere Vereinsabende. 🙂

Schachfreunde Topschach

Bis bald

Euer Benny

In Unterzahl fast erfolgreich gegen den SC Germering

Die 6. Runde des Mannschaftskampfes, in welcher Germering IV unser Gegner war, stand zunächst unter einem schlechten Stern. Unser Heimspiel sollte im Schachcenter ausgetragen werden, da aber ausgerechnet zu zum Wochenende eine recht große Warenlieferung den kompletten Platz für sich beanspruchte, mussten wir uns um eine Ausweichmöglichkeit kümmern. Gespielt werden sollte im Rathaus Gilching, was aber auf Grund eines Krankheitsfall bei unserem Vorstand nicht früh genug arrangiert wurde.

Recht froh waren wir daher, dass der Schachclub Germering sich bereit erklärte, den Mannschaftskampf in ihren Räumen in der Stadthalle stattfinden zu lassen. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Danke an die Germeringer! 🙂

Die Spielbedingungen waren nahezu perfekt. Außerordentlich viel Platz, angenehme Ruhe und sehr gutes Spielmaterial. Einziger Wermutstropfen war die Versorgung von Getränken. Wer nicht selbst etwas dabei hatte, konnte im Erdgeschoss für schlappe 6,-€ eine Flasche Wasser kaufen. Die Rahmenbedingungen des Mannschaftskampfes waren aber so gut organisiert, dass man darüber sehr leicht hinwegsehen konnte.

SF Topschach gegen Germering

Perfekte Spielbedingungen!

Krankheitsbedingt fielen bei uns zwei Spieler aus, womit wir es zu Viert richten mussten. Mit Sandy, Oliver, André und meiner Wenigkeit galt es, die Germeringer zu bezwingen. Wer in die Historie schaut wird feststellen, dass unserem noch jungen Verein bisher kein siegreicher Mannschaftskampf vergönnt war. Lief es an den ersten drei Brettern, wurde an den hinteren Brettern geschwächelt. Gab es hinten Punkte, waren wir an den vorderen Brettern nicht in Form. 🙂

Um es vorweg zu nehmen >>> Auch dieser Mannschaftskampf reiht sich in diese Serie ein. Nach etwa einer halben Stunde warf ich einen ersten Blick auf die einzelnen Bretter und war zufrieden. Die Eröffnungsphasen waren gespielt und an jedem Brett waren wir recht vorteilhaft ins Mittelspiel gekommen. Für den ersten Paukenschlag sorgte Sandy. Ihr Gegner spielte sehr gewissenhaft, aber ausgerechnet in dem Moment, als Sandy ein übles Abzugsschach drohte, zog er unüberlegt zu schnell und verlor eine Figur. Offenbar schockiert von dem Desaster, folgten noch zwei haarsträubende Züge, welche es Sandy erlaubten, einen Bauern in eine Dame umzuwandeln. Das wollte sich ihr Gegner aber nicht mehr anschauen und gab die Partie auf.

Am Brett vom Oliver sah es ebenfalls ziemlich spannend aus. Sein Läuferpaar + Springer und Dame waren direkt auf Angriff gegen den gegnerischen König gerichtet. Aber anstatt den Angriff auszuführen, zog Oliver einige ziemlich langsame Züge, was dem Gegner die notwendige Zeit gab, die eigene Stellung zu konsolidieren. Zu guter Letzt übersah Oliver dann auch noch ein Matt in einem Zug, bei welchem Oliver mit seinen letzten Zügen kräftig mitgeholfen hat. Diese Niederlage ist in vielfacher Hinsicht schade, da Oliver die Eröffnung ganz passabel gespielt hat und durchaus Chancen auf den vollen Punkt hatte. Hier müssen wir unbedingt noch am Momentum der Durchführung eines Angriffs arbeiten. Es reicht halt nicht aus, die Eröffnung gut zu spielen und Chancen im Mittelspiel zu haben, wenn man in den entscheidenden Momenten nicht zuschlägt. Ich bin mir aber sehr sicher, dass Oliver auch noch diese Hürde überwinden wird und Punkte in zukünftigen Mannschaftskämpfen folgen werden.

Kommen wir zu meiner Partie.  Die Eröffnung spielte ich so ziemlich nach Schablone, was in dieser Partiephase zu einigen Ungenauigkeiten meinerseits führte. Zu meinem Glück, spielte mir meine Gegnerin ziemlich in die Hände. Ich bekam von Ihr die halboffene f-Linie geschenkt und konnte mir relativ einfach ihren f-Bauern abholen. Es kam zu folgender Stellung:

Beide Seiten haben einen schwazfeldrigen Läufer, aber nur bei Weiß stehen alle Bauern auf weißen Feldern. Die a+b Bauern von Schwarz sind ein leichtes Angriffziel, genauso wie der schwarze e-Bauer. Technisch ist das relativ einfach gewonnen. Man tauscht die Schwerfiguren ab und anschließend nimmt man die schwarzfeldrigen Bauern von Schwarz aufs Korn. Wenige Züge später gab meine Gegnerin die Partie dann auch auf. Ich muss dazu sagen, dass meine Gegnerin einige taktische Kniffe in der Partie sehr gut abwehrte und auch selbst Ansätze taktischer Ideen zeigte. Ihr Spiel war allerdings ziemlich passiv und sie reagierte meiner Meinung nach zu oft einzügig auf mein Spiel, ohne selbst einen Plan zu fassen. Defizite in Ihrem Spiel waren vor allem rein strategischer Natur, was mir das Abwickeln in ein gewonnenes Endspiel erlaubte. Ich bin mir sehr sicher, dass meine Gegnerin massiv an Spielstärke gewinnen kann, wenn Sie sich meine Schachstrategie-Serie auf YouTube vornimmt:

Mit diesem Wissen im Gepäck, würde sie es mir beim nächsten Mal nicht so einfach machen.

So lag es nun an André, mit einem Sieg zumindest das 3:3 Unentschieden zu sichern. Schon vonh Beginn an sah auch alles nach einem klaren Sieg für André aus. Nach der Eröffnung hatte er das Zentrum unter Kontrolle, alle Figuren entwickelt, den König rochiert und die Türme im Zusammenspielt. Sein Gegner hatte weder die Rochade, noch irgendeine Zentrumskontrolle, geschweige denn irgendeine Figur entwickelt. Die Partie war praktisch ein Spiel auf ein Tor. In überragender Stellung verpasste es André aber, den Sack zu zu machen und stellte stattdessen sogar noch einen Läufer ein. Wenigstens konnte er dafür eine Vielzahl von Bauern einsammeln. Selbst mit Figur weniger stand er immer noch besser als sein Gegner. Es sagt schon Einiges darüber aus, wie gut seine Stellung vor dem Verlust des Läufers war, wenn er danach immer noch klare Gewinnchancen hatte.

Nun kam es allerdings zu einem absoluten No-Go im Mannschaftskampf. Anstatt für die Mannschaft zu kämpfen und das 3:3 zu sichern, zog es André vor, ohne Absprache mit dem Mannschaftsführer ins Remis einzuwilligen. In einer Stellung, in der man noch sehr klar um den ganzen Punkt spielen konnte. Jeder Teil unserer Mannschaft weiß genau, dass dieser Egoismus im Mannschaftskampf nichts zu suchen hat! Ich selbst habe in unseren Mannschaftskämpfen immer das Remis ausgeschlagen, wenn ein Sieg für das Mannschaftsergebnis notwendig war. Oft auch auf Kosten einer Niederlage.

Zur Ehrenrettung von André muss ich aber erwähnen, dass André nach dem Figurenverlust ziemlich unsicher war und auch noch Zeitnot hinzu kam. Hier kann es dann durchaus mal passieren, dass man die Gepflogenheiten des Mannschaftskampfes vergisst.

Schwamm drüber! 🙂

Sehr positiv überrascht war ich über den Besuch des Mannschaftskampfes von unserem neuen Mitglied Matthias Nerlinger. Er fieberte am Brett mit und stand nach gespielten Partien zur gemeinsamen Analyse bereit. Auch beim anschließend gemeinsamen Essen in einem Lokal in Germering war er dabei und teilte sein Fachwissen beim Analysieren der gespielten Partien. Vielen Dank Matthias!

Bis bald

Euer Benny

Erfolgreicher Auftakt von Andre Krupke beim Würmsee Open

Mit einem sicheren Remis gegen den 800 DWZ stärkeren Gerhard Strecker wurde Andre Krupkes intensives Training ein weiteres Mal belohnt. Die weißen Steine führend, konterte Andre recht früh die Sizilianische Verteidigung seines erfahrenen Gegners aus. Gemäß dem Motto „Safety First!“, wählte Andre zu Gunsten der Stellungsvereinfachung nicht immer die aggressiveren Möglichkeiten, um auf den vollen Punkt zu spielen. Insgesamt hatte er seinen Gegner immer im Griff und Gerhard Strecker nahm das im ausgeglichenen Endspiel von Andre angebotene Remis, ohne weitere Überlegung sofort an.

Andre trifft nun in Runde 2 als Nachziehender auf Lorenz Leitmeier. Ein Gegner, den man nicht unterschätzen darf. Wir wünschen unserem Vereinsmitglied Andre auch in dieser Partie viel Erfolg und stehen ihm mit Rat und Tat bei seiner Vorbereitung zur Seite.

Leider gibt es bei dem an für sich schönen Turnier auch Schattenseiten. Der SC Starnberg bleibt seiner Linie treu, anders denkende Menschen unterschiedlicher Herkunft zu diskriminieren. Eine unschöne Sache, die in keinem Verein Nährboden finden sollte. Hoffnung gibt aber die Gewissheit, dass die Zeit das verkrustete und intolerante Denken der alternden Vereinsführung früher oder später von selbst erledigen wird.

Bis bald

Euer Benny

Shogi Training

Ab sofort findet bei uns im Schachcenter auch aktives Shogi-Training statt. Gerade für Schachspieler ist der Einstieg in das japanische Schach ziemlich einfach, wobei erst nach und nach die Komplexität des Shogi ersichtlich wird.

Shogi Training

Angefangen mit den vielen „Rochaden“ bis hin zu der Tatsache, dass geschlagene Steine wieder eingesetzt werden können, bietet das Shogi erfrischend viel Neues für Denksportler.

Shogi Training

Wer Interesse am Shogi-Training hat, kann sich gerne bei uns melden. Wir freuen uns über jeden Gast. 🙂

Euer Benny

Training und Analysieren zahlt sich immer aus

Einmal mehr haben wir beim gestrigen Training eine besondere Partie analysiert. Diesmal von unserem Vereinsmitglied WFM Anita Just. Gegen einen 2100 ELO starken Gegner konnte sie am Ende triumphieren. Ausschlaggebend führ ihr souveränes Spiel war eine gemeinsame Analyse einer recht unbekannten Variante im Zweispringer-Spiel, mit welcher ich Anita vor ein paar Jahren mit den schwarzen Steinen beim Blitzen überraschte und schnell überrumpeln konnte.

An die wichtigsten Züge uns Ideen konnte sich Anita noch gut erinnern und so fühlte sie sich schon ein ein paar Zügen auf dem Brett sicher und konnte planvoll spielen.

Das zeigt, wie wichtig es ist, sich mit Eröffnungen und deren Ideen zu beschäftigen und sich auszukennen. Auch wenn man sich nicht oft mit der ein oder anderen Variante beschäftigt, bleibt nach dem Studieren auch noch Jahre später etwas hängen, was spielentscheidend sein kann.

Den Vereinsabend im Diablo nutzte unser Mitglied Andre, um mit IM Thomas Reich und mir seine Partie vom letzten Sonntag zu analysieren. Auch hier gab es wieder einige Aha-Effekte und wie immer sind die Ausführungen von Ritschi erste Sahne! 🙂

Durch unser Freilos in der Liga bleibt uns viel Zeit, um uns in den nächsten Wochen auf den nächsten Gegner im Mannschaftskampf vorzubereiten.

Bis bald

Euer Benny

Spanisch im Training und beim Vereinsabend

Das die Spanische Eröffnung auch für Schwarz Einiges zu bieten hat, konnten alle Teilnehmer beim gestrigen Training und im anschließenden Vereinsabend feststellen. Gerade für Anfänger ist der Einstieg in diese Eröffnung lange Zeit ein Buch mit sieben Siegeln.

Je mehr Erfahrung man mit dieser Eröffnung sammelt, desto mehr Eröffnungsfallen offenbaren sich dem Lernenden. Das Wissen über die typischen Angriff-Motive der Spanischen Eröffnung sind auch in anderen Eröffnungen gewinnbringend einsetzbar, sofern man sie kennt.

Die Stunde Training war leider wieder viel zu schnell vorbei, jedoch wurde beim anschließenden Vereinsabend das zuvor Gelernte tatkräftig in der Praxis geübt.

Vereinsabend Topschach
Sandy hat gegen Andre nur eines im Sinn: Angriff! 🙂
Vereinsabend Topschach
Unter Aufopferung von Material, ging Sandy direkt in den Mattangriff
Vereinsabend Topschach
Neben interessanten Partien, gab es auch wieder gute Getränke und vorzügliches Essen 🙂 Alle hatten ihre Spaß.

Nach langer Zeit konnte ich nun endlich auch mal wieder gegen Ralf meine Klingen wetzen. Seine mutigen Opfer um den Partien Schwung zu geben, wurden nicht belohnt. Etwas eingerostet wirkte Ralf, aber sobald die Maschine wieder geölt ist, wird er wieder in gewohnter starker Form sein.

Bis zum nächsten Vereinsabend 🙂

Euer Benny

Schach Quartett

Mit dem Kartenspiel Schach Quartett hat der bekannte Schachgroßmeister Ilja Zaragatski ein Schach-Kartenspiel auf den Markt gebracht, welches gerade in der weihnachtlichen Zeit für spannende und unterhaltsame Abende mit Freunden sorgen wird.

Auf Idee mit dem Schach Quartett kam er an einem Abend mit Freunden. Nicht jeder spielt Schach und zum Zeitvertreib hatte einer der Freunde verschiedene Quartett-Spiele dabei. Mit Autos, Motorrädern als Motive kennt das Spiel wohl jeder. Hier hatte Ilja die tolle Idee, dass man dieses Spiel doch auch mit Schach-Legenden machen könnte.

Gesagt, getan! Wie viel Arbeit allerdings in ein solches Vorhaben gesteckt werden muss, bekam Ilja erst nach und nach mit. Aber am Ende konnte er noch vor Weihnachten sein tolles Produkt auf dem Markt präsentieren!

Für jeden Schachspieler ist dieses Quartett ein tolles Geschenk. Spielerisch werden Jung und Alt an die Schachgrößen der Schachgeschichte herangeführt und die eine oder andere interessante Info über so manchen Spieler wird überraschen.

Ab sofort bei uns im Shop erhältlich:

https://www.topschach.de/schach-quartett-p-4128.html

Spannende Partien beim Dähne Pokal

Der Dähne-Pokal ist mit seinem K.O.-System ein sehr unbarmherziges Turnier. Ein Fehltritt, und man ist Draußen. Leider ist dieses Event beim Schachkreis Zugspitze in den letzten Jahren ziemlich unterbesetzt gewesen. Ein zuverlässiger Teilnehmer ist Thomas Lochte, welcher dieses Turnier seit Jahren dominiert.

Während ich die erste Runde noch durch ein Freilos meisterte 🙂 , ging es in Runde 2 mit den schwarzen Steinen gegen Markus Nothas. Bereits in der Eröffnung bekam ich recht viele Tempi geschenkt, welche im weiteren Verlauf zu aktivem Spiel und einem Figurengewinn mündeten. Es kam zu folgender Stellung:

Selbstmatt

Trotz Mehrfigur, kann sich dieses Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern noch etwas hinziehen. Ich hatte aber etwas anderes im Sinn und zog meinen König nach e7…

Selbstmatt

…worauf mein Gegner seinen Königsmarsch fortsetzte und den Monarchen nach e5 zog. Mit strahlenden Augen gab ich meinem Springer die Sporen und setzte ihn auf e6. 🙂

Selbstmatt

Weiß am Zug ist im Mattnetz gefangen und kann gegen f7-f6 mit Matt nichts mehr ausrichten.

In der dritten Runde wartete bereits der Favorit des Turniers Thomas Lochte auf mich. Vor Ort wurden die Farben gelost und einmal mehr beglückte mich die Schachgöttin Caissa mit den schwarzen Steinen. Nicht gerade ein Vorteil gegen einen Angriffsspieler.

Bereits nach wenigen Zügen wollte Thomas die Partie verschärfen und bot ein bekanntes Bauernopfer an, welches man mit Schwarz annehmen kann, aber jeder Zug danach einem Tanz auf der Klippe ähnelt.

Thomas Lochte

Ich dachte nicht lange darüber nach, diesen Bauern auf e4 zu nehmen. Gegen schwächere Gegner beim Blitzen ist das für beide Seiten ziemlich spaßig und genau hierfür habe ich diese Variante auch selbst im Repertoire. In einer langen Partie gegen einen versierten Turnierspieler gleicht das aber einem Selbstmord. Zwar kenne ich taktischen Fallstricke und weiß, wie man diese umschifft, aber am Ende findet sich Schwarz in so gut wie jeder Variante mit einer schlechten Bauerstruktur mit Springer und Läufer wieder, während Weiß bei intakter Bauerstruktur mit seinem Läuferpaar das Endspiel dominiert. Engines können hier mit Schwarz sehr gut gegenhalten, aber als Mensch spielt sich das einfach nur sehr unangenehm.

Ich lehnte das Bauernopfer ab und ließ es mit d7-d6 langsam angehen. Thomas Lochte machte auch weiterhin ordentlich Druck und stellte mich viele Züge lang vor schwierige Entscheidungen. Hier ein Beispiel:

Thomas Lochte

Bei seinem letzten Zug c3-c4 kann Schwarz mit einem Fehltritt schnell untergehen. Nimmt man mit Schwarz den Bauern auf c4, folgt das vernichtende Dame b7 und Schwarz kann die Uhr anhalten und aufgeben. 

Ich zog allerdings cxd4 und nachdem das Zentrum geklärt war, kam es zu folgender Stellung:

Thomas Lochte

Zur Abwechslung durfte auch mal ich etwas drohen. Ein normal aussehender Zug wie etwa Tac1, würde Schwarz mit einem höllischen Opfer beantworten. Es würde Txf3 folgend und nach gxf3 findet die schwarze Dame auf h3 ein nettes Plätzchen. 🙂 Gefolgt von Sh4 ist die Mattgefahr tödlich. Aber Thomas ließ diesen Spaß nicht zu und zog stattdessen seinen Springer zurück auf d2.

Später konnte Thomas dann doch noch etwas Material opfern, um es postwendend durch einen Abzug zurück zu gewinnen.

Thomas Lochte

 Dieses Springeropfer hatte ich auch auf dem Schirm, aber im kam bei meiner Berechnung zu dem Schluss, dass hier einfach viel Material abgetauscht wird und am Ende das Materialverhältnis ausgeglichen sein wird. Es kam aber anders.

Thomas Lochte

Bis hier hin hatte ich die Stellung berechnet und dachte, dass Weiß gegen Txe7 nichts hat. Der Bauer auf b5 bleibt weiter gedeckt und die Partie sollte doch remis enden. Pustekuchen! Thomas zog in dieser Stellung den Turm nach d1 und nun musste ich den Bauern auf e7 mit der Dame nehmen und Weiß kann genüsslich auf b5 zugreifen.

Es folgte noch das Abtauschen der Türme und wir hatten ein reines Damenendspiel auf dem Brett. Die Grundreihenschwäche von Weiß gab mir die notwendige Zeit, meine Dame zu aktivieren. Mit Weiß sollte die Stellung technisch gewonnen sein, jedoch zog Thomas ein paar auf den ersten Blick recht aktive und gute Züge, welche sich im Nachhinein als schlecht herausstellten. Es kam zu folgender Stellung:

Thomas Lochte

Hier atmete ich zum erstem Mal durch und war mir sicher, dass ich die Kiste Remis halten kann. Ich zog die Dame nach d8 und es ist nicht mehr Weiß, der mit schwungvollen Drohungen um die Ecke kommt, sondern Schwarz.

Zu guter Letzt habe ich in folgender Stellung Remis angeboten, was Thomas dann auch angenommen hat. Puhhh! Das war ein hartes Stück Brot.

Thomas Lochte

Nun mussten Blitzpartien für eine Entscheidung sorgen. Hier wähnte ich mich leicht im Vorteil, da ich jeden Donnerstag mit IM Thomas Reich einen excellenten Sparringspartner habe und mein Blitz- und Schnellschachrepertoire bereits bei einem Schnellschachturnier in Wolfratshausen ziemlich erfolgreich testen konnte.

In der ersten Partie hatte ich die weißen Steine und verzettelte ich mich. Thomas hat einen hübschen Angriff gespielt und neben der Zeit, fehlten mir nach und nach auch meine Figuren. 0:1 für Thomas.

Mit Schwarz konnte ich dann aber das Ruder herumreisen und selbst für ordentliche Verwicklungen sorgen. Diesmal hatte ich auch mehr Zeit auf der Uhr und anschließend den vollen Punkt. 1:1.

In der dritten Partie konnte ich den Sack zu machen. Ein Endspiel mit Mehrmaterial sollte doch zu gewinnen sein. Wenn, ja wenn die Zeit nicht so unerbittlich nach unten laufen würde. Ich wickelte ins Remis ab und ließ es auf die nächste Partie ankommen. 1,5:1,5.

Thomas ging diesmal direkt aufs Ganze und ich wollte dem in Nichts nachstehen. Bereits nach wenigen Zügen stand ich mit dem Rücken zur Wand. Das passiert, wenn man zu schnell zu viel will. 1,5:2,5.

Mit Thomas Lochte hat der Dähne-Pokal einen würdigen Sieger gefunden. 🙂

Bis bald

Euer Benny