Schachtraining, Blitzen und Bughouse

Auch unter Titelträgern hat sich unser donnerstags stattfindendes Schachtraining herumgesprochen und dies stellt den Schachtrainer vor die schöne Herausforderung, die Schere zwischen 1000 und 2500 DWZ mit Inhalten zu füllen, welche für jeden anwesenden Teilnehmer lehrreich und unterhaltsam ist. Auch diesmal ist es wieder gelungen und bemerkenswert ist hierbei, wie schnell zum Beispiel IM Thomas Reich Ideen und Motive einer Eröffnung erkennt, welche er selbst nicht spielt. 🙂

Peter Strebl erweiterte an diesem Tag unsere Schachrunde und nutzte beim Vereinsabend die Möglichkeit, sich vom IM Ritschi matt setzen zu lassen 😉

Hier ein paar Bildeindrücke:

Schachfreunde Topschach

Schachfreunde Topschach

Schachfreunde Topschach

Schachfreunde Topschach

Schachfreunde Topschach

Schachfreunde Topschach

Zum Abschluss wurde auf diesen gelungenen Vereinsabend nochmal ordentlich angestoßen 🙂

Friede bis zum nächsten Krieg

Euer Benny

Neue Mitglieder – Vorstellungsgespräch

Liebe Schachfreunde,

täglich erhalten wir viele Anfragen von Schachspielern, welche gerne in unserem Verein Mitglied werden möchten. Die erste Hürde ist unser Antragsformular. Wer es tatsächlich durch unseren SPAM-Filter schafft, wird zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Aber auch das ist keine Garantie für eine Aufnahme, wie folgendes Video von einem der letzten Vorstellungsgespräche aufzeigt:

 

Aber lasst euch nicht entmutigen. 🙂

Bis bald

Euer Benny

In Unterzahl siegreich gegen Fürstenfeldbruck

Mit dem Tabellendritten Fürstenfeldbruck erwartete uns am Sonntag nochmal ein dicker Brocken. Auf Grund der andauernd schönen Wetterlage war mir als Mannschaftsführer schon am Samstag klar, dass wir nur zu Viert antreten werden. Unsere Bretter 3 und 5 fielen aus. Dies hat mich zu einem in Sportkreisen recht ungewöhnlichen Schritt bewogen. Ich habe den Mannschaftsführer unserer Gegner Peter Kreutner angerufen und ihm mitgeteilt, an welchen Brettern wir wohl keine Präsenz zeigen werden. Er war überrascht von dieser Fairness, jedoch halte ich es für eine Selbstverständlichkeit, keine zwei gegnerischen Spieler unnötig zum Mannschaftskampf antreten zu lassen. Vor allem an so einem sonnigen Sonntag.

Kurz vor Beginn des Mannschaftskampfes bedankte sich Peter dann auch nochmal für diese faire Geste und teilte mit, dass der Verein durch diese Info in der A-Klasse sechs Spieler aufstellen konnte, anstatt nur fünf.

Zwar offenbart man mit dem Mitteilen der eigenen geplanten Aufstellung der gegnerischen Mannschaft Informationen, mit welchen der Gegner seine Aufstellung evtl. spielentscheidend anpassen kann, aber ich denke, dass das Fairplay-Prinzip einen höheren Stellenwert hat.

Unsere letze Runde dieser Saison startete pünktlich und unsere Gegner fühlen sich sichtlich wohl in unserem Schachcenter. Obwohl wir durch unsere zwei fehlenden Spieler bereits zu Beginn mit 0:2 im Rückstand waren, rechnete ich mir gute Chancen aus. An den Brettern 1 und 2 sind wir unseren Gegnern rein von der DWZ gesehen überlegen. Hier sollten zwei volle Punkte ziemlich sicher drin sein. An Brett 4 ging André Krupke für uns an den Start. Sein hartes Training der letzten Monate trägt mittlerweile Früchte und ich kann sagen, dass er mit seiner 11xx DWZ absolut unterbewertet ist. Er hat enorm an Spielstärke zugelegt und zeigte dies bereits in den vergangenen Mannschaftskämpfen. Auch hier war ich mir ziemlich sicher, dass wir den vollen Punkt einfahren können. An Brett 6 hatten wir die Quereinsteigerin Sandy gesetzt. Gerade mit den weißen Steinen hat sie sich ein recht sicheres Repertoire erarbeitet und in den letzten Mannschaftskämpfen mit den weißen Steinen sicher gepunktet. Wir spielten also trotz dem 0:2 Rückstand auf Sieg.

An Brett 1 kam Ralf Ludwig mit den schwarzen Steinen recht ordentlich aus der Eröffnung und hatte das angenehmere Spiel gegen Thomas Hirn. Ich selbst durfte gegen Andreas Marb mit den weißen Steinen mein Glück versuchen. Mit den Gedanken war ich kurzzeitig noch bei meiner letzten Partie im Mannschaftskampf gegen Ammersee. Nicht noch einmal wollte ich zum Scheitern verurteilte Eröffnungsexperimente wagen und von Anfang an ordentliches Schach spielen. Dies gelang mir Dank der Mithilfe meines Gegners auch ziemlich gut, wie folgende Stellung nach gerade 12 gespielten Zügen aufzeigt:

Während Weiß die Entwicklung nahezu abgeschlossen hat, ist die schwarze Stellung eine einzige Baustelle. Ich habe hier recht lange an dem Zug 13.Sd4 herumgerechnet und plante, die Figur auf e6 „reinzuopfern“. Die danach entstehenden Stellungen erschienen mir ziemlich aussichtsreich, jedoch kämpfte ich mit Selbstzweifeln. Was, wenn ich eine studienhafte Ressource von Schwarz übersehen habe, die mich am Ende den Punkt kosten würde? Ich muss zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt der Partie ziemlich rechenfaul war. Mir war bewusst, dass ich besser stehe und auch andere, weniger riskante Fortsetzungen, zielführend sind.

Die Partie verlief nun trotz der schönen Stellung von Weiß über lange Zeit ziemlich schleppend. Gegen Ende brach mein Gegner aber dann doch ein. Sein zunächst aktives Spiel wurde passiv und es kam gegen Ende zu folgender Stellung:

Spätestens hier war mir klar, dass diese Partie nur noch ein Ergebnis haben wird. Ich zog die Dame nach f3 und wollte den Sack zu machen. Wenige Züge später war es dann auch soweit:

Weiß droht nun ganz bitter den Turm a1 nach a6 zu ziehen. Mein Gegner versuchte noch mittels König b8 seiner Dame ein Luftloch zu geben, gab aber nach Turm a8+ direkt auf. Damit hatten wir den ersten wichtigen Punkt im Sack und es stand 1:2.

Ich hatte nun Zeit, mir die restlichen drei laufenden Partien anzuschauen. Ralf hatte aus dem Mittelspiel in ein Turm + Springer gegen Turm + Springer Endspiel mit einem eigenen Mehrbauern abgewickelt, welcher zudem noch ein Freibauer war. Sein Turm war allerdings zur Passivität verdammt und musste die eigenen Bauern schützen. Eine Verwertung des Mehrbauern war nur mit viel Fantasie vorstellbar. An Brett 4 hatte Andre in der Zwischenzeit die Qualität gewonnen und zudem noch die klar bessere Stellung. Etwas ungläubig schaute ich auf die gegnerische Zeit und die Partienotation. Andrés Gegner Edgar Kerseböhmer hatte nur noch 1 Minute und 20 Sekunden um 17 Züge bis zur Zeitkontrolle auszuführen. Trotz des 30 Sekunden Zeitbonus pro Zug in dieser Stellung eine sehr gewagte Aufgabe. Ein paar Züge später war es dann auch so weit. Edgar überschritt die Zeit und André reklamierte dies erfolgreich. Damit stand es nun 2:2!

Sandy hatte an Brett 6 aus der Eröffnung einige gegnerische Bauern eingesammelt und stand überragend. Mit einem Turm auf der siebten Reihe + Läufer welcher von der Dame gedeckt wurde hatte sie ihre Figuren sehr schön in den Angriff koordiniert. Sie drohte ein verheerendes Abzugsschach. Leider ging Ihr Angriff auf Kosten einer sicheren Grundreihe. So gab sie Ihrer Gegnerin Jana Hirn die Chance auf einen Gegenangriff mit der Dame. Es folgten einige Schachs und Jana jagte den König von Sandy einmal komplett übers Schachbrett. Hierbei hatte sie die Chance verpasst, matt zu setzen. Nachdem das Donnerwetter der Schachgebote vorüber war und Jana den weißen König nicht mehr Bedrängen konnte, passierte ihr ein entscheidendes Missgeschick. Jana stellte ihre Dame auf die Feldfarbe des weißen Abzugsschach-Läufers. Sandy ließ sich nicht zweimal bitten und griff mit gleichzeitigem Schachgebot des Turms auf er siebten Reihe mit dem Läufer die Dame an. Das Taktiktraining hat sich wieder einmal gelohnt. Im weiteren Verlauf gelang es ihr dann auch noch sehr geschickt, einen Springer zu erobern. Im Schlussakkord zeigte sie dann nochmal ihre taktischen Fähigkeiten, indem Sie gekonnt die Dame für den von Schwarz übrig gebliebenen opferte, um  mit ihrem Freibauern postwendend direkt eine neue Dame ins Spiel brachte. Wenige Züge später gab Jana die Partie auf und wir lagen mit 3:2 in Führung. Alle Augen und die Entscheidung wie dieser Mannschaftskampf ausgehen wird lagen nun bei Ralf.

Ein Blick auf das Brett offenbarte eine Zwickmühle. Zwar hatte Ralf noch immer einen Mehrbauern, der zudem ein Freibauer war, jedoch hatte Thomas ziemlich geschickt den guten Ralf in Zugzwang gebracht. Es gab keinen Ausweg. Ralfs Turm stand so ungünstig, dass er den Turm seines Gegner abtauschen musste und er durch die ungünstige Stellung seines Königs zwei weitere Bauern verlieren würde. Ralf stand mit dem Rücken zur Wand. Ein Sieg war nicht mehr drin und wenn Ralf nicht aufpasst, würde er diese Partie sogar noch verlieren. Mit knapper Bedenkzeit und genauen Zügen gelang es ihm aber, die Partie in den Remishafen zu retten und unserer Mannschaft den zweiten Sieg eines Mannschaftskampfes zu bescheren. 3,5:2,5!

Schachfreunde Topschach Sieg

Trotz des Erfolges für die Mannschaft war Ralf mit seiner Partie unzufrieden. Er wollte gewinnen und es sah auch lange Zeit nach einem Sieg aus. Aber der Teufel ist ein Eichhörnchen und auch ich habe es mehr als einmal erlebt, wie man in einer gewonnenen Stellung aus dem Nichts plötzlich ums Remis kämpfen muss.

Nach der Eingabe des Ergebnisses warteten wir gespannt auf die Tabelle mit dem Endstand. Um kurz vor 18 Uhr war es dann auch soweit:

B-Klasse Nord 2019

Durch unseren Sieg und der Niederlage von Germering konnten wir am Ende in der Tabelle nochmal einen Platz gut machen. Mit dem fünften Platz sind wir mehr als zufrieden. Als Ziel unserer zweiten Saison hatten wir uns den Sieg eines Mannschaftskampfes gesetzt. Dieses Soll hatten wir bereits in der letzten Runde erfüllt. Mit dem Sieg in der letzten Runde haben wir uns nochmal selbst belohnt.

In der kommenden Saison haben wir größere Ambitionen. Unsere Mannschaft wird mit unserem neuen Mitglied Matthias Nerlinger verstärkt und beim Kampf um den Aufstieg wollen wir ein ordentliches Wörtchen mitreden. 😉

Bis bald

Euer Benny