Humane Sperre für Marc Morgunov

Ab dem 30. April 2019 kann Marc Morgunov sein Comeback im Spitzenschach feiern. Bis dahin soll er nach einem Beschluss des  Rechts- und Berufungsausschusses für elogewerteten Turniere in Österreich gesperrt sein. Das bedeutet, dass er außerhalb Österreichs ohne Einschränkungen direkt weiterspielen kann. Ein sehr humanes Urteil, welchem sich die FIDE allerdings noch anschließen muss.

In dem auf der Webseite chess.at veröffentlichten Statement heißt es weiter:

…und alle Partien von Morgunov aus dem Jahr 2018 zur Überprüfung an Ken Reagan gesandt. Reagan hat für die FIDE ein Programm entwickelt mit dem die Übereinstimmung der gespielten Züge mit Computerzügen verglichen werden kann. Er ist nicht der Meinung, das bei einer der Partien eine Computerhilfe in Anspruch genommen wurde.

Die Ergebnissicherheit des hier genannten Prüfungsverfahrens darf man stark anzweifeln. In Gesprächen mit Großmeistern wurde schnell klar, dass im Bereich der Titelträger IM und GM gerade mal eine einzige Zuhilfenahme einer Engine in einer Partie ausreicht, um einen klaren Vorteil zu erhalten. Sebastian Bogner sagte mir am Rande eines Turniers am Tegernsee, dass ein Großmeister taktisch fit genug sei und es in Partien immer ein bis zwei Schlüsselmomente gibt, in denen es gilt, die richtige Entscheidung zu treffen. Wenn man in genau diesen maximal zwei Momenten eine Engine zu Rate ziehen würde, wäre man als normaler Großmeister sehr zügig im Bereich der „Super“-Großmeister.

Dies bedeutet, dass einem starken Spieler gerade mal ein bis zwei elektronische Antworten in Schlüsselmomenten genügen, um daraus die richtigen Schlüsse für den Verlauf einer Partie zu ziehen. Wenn ein starker Spieler 98% seiner Partie selbst spielt und 2% auf Enginevorschläge fallen, ist es vollkommen logisch, dass das Programm von Ken Reagan keine wesentlichen Auffälligkeiten in den Partien findet. Es ist ja nicht so, dass Marc Morgunov kein Schach spielen könnte, jedoch macht mich die unterschiedliche Qualität seiner Partien etwas stutzig. Hinzu kommt noch die hohe Diskrepanz zwischen seiner Langschach und seiner Blitzschach ELO. Aber hier darf man nicht voreilig urteilen. Es ist gut möglich, dass er in Blitzpartien mit der begrenzten Zeit nicht klar kommt oder einfach nur Nerven zeigt und Fehler macht.

Sollte dieses Urteil von der FIDE bestätigt werden, ist Marc Morgunov noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Damit sollte dieses Kapitel aber auch abgeschlossen sein und ich persönlich glaube fest daran, dass Marc Morgunov am Ende dieser Fahrt durch die mediale Hölle, ein gutes Stück an Reife hinzugewonnen haben wird.

Unplugged Schach macht einfach mehr Spaß!

In diesem Sinne

Euer Benny

 

Schachstrategie – Schwache und starke Felder

Die Schachstrategie-Serie geht weiter 🙂 Im Teil 9 des beliebten Schachtrainings auf YouTube, geht es um das Thema Schwache und starke Felder. Wie immer, werden zuvor die Lösungen der  Aufgaben des Schachstrategie-Folge 8 Offene Linien und Diagonalen gezeigt, bevor es an Eingemachte geht.

Viel Spaß und Erfolg beim Lernen

Euer Benny