DSAM in München – Viel Sonnenschein neben dem Brett

Liebe Schachfreunde,

nachdem ich in den letzten Jahren viel über die Deutsche Schach Amateurmeisterschaft (DSAM) gelesen habe und diese Turnierserie nun auch München als Austragungsort inne hat, wollte ich mir mal selbst ein Bild von diesem Turnier machen. Mit unseren Vereinsmitgliedern Ralf, Oliver und Sandy ging es dann dieses Wochenende zu dem 5 Runden-Turnier. Wer mich kennt weiß, dass ich von Doppelrunden überhaupt nichts halte. Viel zu anstregend. Eine Partie am Tag muss reichen. Nachdem ich aber bei der KEM recht gut abgeschnitten habe (Auch ein Doppelrunden-Turnier), wagte ich es erneut.

Das Turnier ist in einzelnen DWZ-Gruppen aufgeteilt. Ralf und ich wollten uns in der B-Gruppe verprügeln lassen, Oliver in der F-Gruppe sein Glück versuchen und Sandy startete ihr erstes Schachturnier in der G-Gruppe.

Das Besondere an dieser Art von Turnieren ist, dass man, trotz Schweizer System, in jeder Runde auf starke Gegner trifft. Egal ob man in einer Runde gewinnt oder verliert, bleibt keine Chance zum Ausruhen. In meinem Fall konnte ich mich zu keinem Zeitpunkt in das Turnier hineinfinden. Meine Partien verliefen durchweg nach dem selben Schema. Mit gutem Vorteil kam ich in jeder Partie aus der Eröffnung ins Mittelspiel und wollte dann den Sack viel zu schnell zumachen. Geblendet von dem  Trugschluss, dass ein Schachspieler der die Eröffnung misshandelt auch in den restlichen Partiephasen schlecht spielt, ging ich mit Opferarien ans Werk und gab meinen Gegner viele Möglichkeiten, Fehler zu machen. Mit zwei Nullern in den ersten beiden Runden wurde mein kreatives Spiel belohnt 🙂 Meine Gegner haben sich in diesen Partien wirklich gut verteidigt und gaben mir die Chance, meine Stellungen gnadenlos zu überziehen. In Runde 3 war es dann wieder soweit. Mein Gegner spielte 1.c4. Die englische Eröffnung war meine B-Trainer-Abschlussarbeit, in welcher ich zusammen mit GM Roman Dzindzichashvili ein komplettes System für Schwarz entwickelt habe. Es lief alles glatt und nach bereits 15 Zügen hatte ich den weißen König in der Mangel. Mein Gegner hatte sichtlich Mühe, die Stellung irgendwie zusammenzuhalten, was er jedoch gut meisterte. Es war der Moment gekommen, an dem ich nun entweder mit der Brechstange hätte fortsetzen müsste, oder mit einem halben Punkt die Partie zu beenden. Nachdem in den ersten beiden Runden die Brechstangen-Methode überhaupt nicht funktionierte, bot ich Remis, was mein Gegner direkt angenommen hat.

In den beiden letzten Runden bin ich dann doch wieder in den Brechstangen-Modus gewechselt. Für mich war dieses Turnier eine wertvolle Erfahrung und zeigte mir sehr gut, an welcher Baustelle ich dringend arbeiten muss. Nach der gemeinsamen Analyse meiner Partien stellte ich folgendes fest. Nach der Eröffnung stand ich in jeder Partie einfach gut. Mit diesem Bewusstsein wollte ich einfach zu schnell zu viel. In jeder Partie gab es mehrmals die Möglichkeit, in ein ausgeglichenes bis leicht besseres Endspiel abzuwickeln. Aber jedesmal kam mir in den Partien der Gedanke, dass es einfach nicht richtig ist, einen Eröffnungsvorteil auf diese Weise verflachen zu lassen. Da muss doch einfach mehr drin sein! Und so nahm das Übel seinen Lauf und ich versuchte die Stellung wild zu verkomplizieren. Gerne auch durch Opfer von Material. Hauptsache Initiative, Druck und Angriff. Dieses Rezept mag gegen 1500er funktionieren, jedoch waren die Spieler der B-Gruppe ein ganz anderes Kaliber. Die konnten sich immer sehr geschickt verteidigen. Als Fazit habe ich aus dem Turnier mitgenommen, dass es gerade gegen starke Gegner sinnvoller ist, auch mal mit weniger zufrieden zu sein und das mehr Eröffnungswissen und der daraus resultierendem Vorteil im Mittelspiel nicht zwangsläufig einen schnellen Sieg versprechen. Aber genau für diese Erfahrungswerte spielt man Turniere und das darf am Ende dann auch mal ordentlich Lehrgeld kosten. Beim nächsten Turnier werden die Karten neu gemischt 🙂

Für Ralf lief das Turnier wesentlich besser. Er machte fast alles richtig. Ohne Risiko hielt er in jeder Partie die Stellung im Ausgleich und „wartete“ auf seine Chance. Mal im Endspiel und mal im Mittelspiel. In einer Partie übersah sein Gegner eine hübsche Taktik, was unserem Ralf den vollen Punkt einbrachte. In anderen Partien bot er in besserer Stellung einfach Remis, was zwei seiner Gegner auch dankend angenommen haben. Lediglich in der letzten Partie hat er sich nach der Eröffnung etwas verzettelt und eine Qualität und anschließend die Partie verloren. Für Ralf war dieses Turnier aber trotzdem ein voller Erfolg! Nachdem er in den letzten beiden Turnieren und im Mannschaftskampf über 130 DWZ abgegeben hat, musste es nun endlich auch mal wieder ein Erfolgserlebnis geben. Das stärkt die Moral und gibt Zuversicht.

Beim Oliver lief es ganz ok. Von der DWZ waren seine Gegner immer etwas stärker. Nachdem einem Remis konnte er mit einem vollen Punkt in der letzen Runde dann doch noch das Turnier halbwegs zufrieden abschließen.

Für Sandy war es das erste Schachturnier überhaupt. Wie schreibt man Züge auf? Muss man immer am Brett sitzen bleiben? Für jemanden der zum ersten mal ein Schachturnier spielt, sind das alles wichtige Fragen. Ihre Gegner waren allesamt schon turniererprobt und ich hatte Bedenken, ob es richtig sei, sie schon so früh ins kalte Wasser zu schmeißen. Ein paar Monate gelegentlichen Schachtraining hatte sie hinter sich gebracht. Zu meiner Überraschung spielte sie in jeder Runde wirklich gutes Schach! In jeder Partie ging sie mit allen Figuren immer in Richtung des gegnerischen Königs. Remisangebote lehnte sie ab 🙂 Sie wollte einfach Schach spielen. Zweimal verließ sie siegreich das Brett, was für das erste Turnier und dem wenigen Training eine beachtliche Leistung ist.

Zu Turnier selbst gibt es natürlich auch Einiges zu berichten. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt!“. Als Teilnehmer ist man verpflichtet, sich beim Hotel für 15,-€ Verzehrgutscheine zu kaufen. Damit könnte man noch durchaus leben. Wenn dann allerdings das billigste Essen zu Höchstpreisen angeboten wird, fühlt man sich irgendwie veräppelt. Eine Leberkässemmel (extrem dünne Scheibe) für 3,50€ und ein 0,5l-Wasser für 3,-€ sind schon an der Grenze der Unverschämtheit. Nun könnte man eventuell noch den „Gute Qualität“-Trumpf ausspielen, aber beispielsweise handelte es sich bei den überteuerten Schnitzeln um sogenannte Form-Schnitzel (https://de.wikipedia.org/wiki/Formfleisch) – Absolut keine Gaumenfreude. In dieser Hinsicht kann ich die vielen Berichte die ich in den letzten Jahren von der DSAM gelesen habe absolut bestätigen. Zum Glück konnte man nach 5 Minuten Fußweg vom Hotel gute Alternativen finden. Erwähnenswert möchte ich aber an dieser Stelle aber noch die sog. Kaffee-Flatrate. Für 5,-€ wurde man den ganzen Tag mit Filterkaffee versorgt.

Ebenfalls erwähnenswert ist der Beginn jeder einzelnen Runde. Nachdem alle Schachspieler pünktlich am Brett saßen und einfach nur ihre Partie spielen wollten, begann der Veranstalter Dirk Jordan erstmal mit einer ewig langen Rede. Da wurden Menschen gegrüßt, Ehrungen verliehen und auf sein China-Schachsortiment hingewiesen. War um 9 Uhr der Rundenbeginn, wurden die Uhren meiste erst um 9:20 gestartet. Solange musste man am Brett ausharren und Herrn Jordan zuhören. Das ist unschön und leicht durchschaubar. Natürlich könnte man all diese Ehrungen auch einfach 20 Minuten vor Rundenbeginn machen, jedoch wäre dann wohl nur ein Drittel des Publikums im Saal. Egal bei welchem Turnier ich bisher spielte, konnte man sich darauf verlassen, dass die Uhren zu Rundenbeginn gestartet werden. Ich persönlich bin gerne 5 Minuten früher am Brett, um mich innerlich auf die Partie vorzubereiten. Dies ist mir in diesem Turnier wirklich schwer gefallen. Vor fast jeder Partie war ich einfach nur genervt. Als Schachspieler will man sich vor einer Partie einfach nur konzentrieren und mehr nicht. Da ist dieser lange Redeschwall des Herrn Jordan einfach nur unangebracht. Man weiß auch nie, wann er endlich die Runde freigibt. Selbst wenn er zu dem Satz kommt, dass nun die Runde in wenigen Augenblicken freigegeben wird, dauert es dann nochmal 5 Minuten. Mein Tischnachbar sagte zu mir, dass sich Herr Jordan einfach selbst am liebsten zuhört.

Wie dem auch sei. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Turnier nochmal spielen würde. Zwar war die Stimmung gut und auch die Teilnehmer größtenteils nett, jedoch werde ich das Gefühl nicht los, dass Vieles bei diesem Turnier einfach Nepp ist.

Loben muss ich aber auf jeden Fall die Turnier-Orga. Hier wurde schnell ausgelost und auch die Webseite war immer aktuell mit Berichten und Bildern. Eine schöne Sache!

Bis bald

Euer Benny

Spannendes 3:3 beim letzten Spieltag in Germering

Die rote Laterne

Auch am letzten Spieltag wollte unsere Mannschaft nochmal alles geben. Mit einem Sieg hatten wir gute Chancen, die rote Laterne zum Saisonende nochmal weiterreichen zu dürfen. Es gab die Anweisung, dass jeder frei aufspielen kann und es keine taktischen Remis geben wird. Jeder soll nochmal die Chance bekommen, eine ordentliche Partie spielen zu können. Ganz für sich.

Der Spielort

Ausgerechnet an diesem Spielsonntag fand direkt in der Straße in welcher sich unser Schachcenter befindet der verkaufsoffene Sonntag mit Straßenfest statt. Direkt vor unserer Tür hat sich dann auch noch eine Tanzschule angekündigt. Für einen Mannschaftskampf keine guten Bedingungen, weshalb ich gut 14 Tage vorher unseren Gegner mit der Frage angeschrieben habe, ob wir unseren Heimkampf nicht bei ihnen vor Ort austragen könnten. Hier gab es recht schnell eine positive Antwort von dem Germeringer Schachverein. Vielen Dank an dieser Stelle an die Germeringer für die schnelle Lösung. Selbstverständlich reisten einige von uns etwas früher an, um beim Aufbauen zu helfen. Es war ja immer noch unser Heimkampf und da liegt es dann auch in unserer Verantwortung, dass alles passt. 🙂

Schach in Germering

Schach in Germering

Die Aufstellung

Gerne hätte ich unseren Oliver aufgestellt, jedoch weilt dieser zur Zeit aus beruflichen Gründen in den USA. Dies gab aber sowohl Janos, als auch Hans die Chance, gleichzeitig zu spielen. Mit Ralf an Brett 1 und meiner Wenigkeit an Brett 2 gab in jeder Runde den Plan, zumindest an diesen Brettern immer den vollen Punkt zu holen und an den verbliebenen 4 Brettern 1,5 Punkte rauszuquetschen. Was aber auf dem Papier schön aussieht, muss in der Realität nicht unbedingt funktionieren. In allen Mannschaftskämpfen haben wir es nicht geschafft, an jedem Brett die volle Leistung abzurufen. Punkteten wir an den vorderen Brettern, wurde an den hinteren Brettern geschwächelt. Klappte es hinten, gab es vorne das Desaster. Diesmal waren wir alle aber frei von allen Zwängen und jeder durfte einfach nur seine Schachpartie spielen. An Brett 3 startete Kurt. Er hat in dieser Saison einige Chancen auf volle Punkte liegen gelassen und auch so manches Remis noch in einen Nuller verwandelt. Er wollte heute unbedingt gewinnen. An Brett 4 spielte Andre. Seine bisherigen Partien im Mannschaftskampf waren nicht gerade eine Augenweide. Allerdings überraschte er mich in den letzten Wochen mit gespielten Partien, die den Eindruck erweckten, dass er es auch besser kann. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Selten habe ich einen Schachspieler erlebt, bei welchem es vom Niveau so hoch und runter ging, wie beim Andre. An Brett 5 durfte unser Hans ran. Die Saison hat in schon richtig gebeutelt. Viele Partien in denen er klar besser stand und der Sieg zum greifen nah war, hat er einzügig weggeschmissen. Wenn einer aus unserer Truppe nun den vollen Punkt verdient hatte, dann war es er. An Brett 6 wollte Janos zeigen, dass auch er eine Schippe drauflegen kann.

Die Aufstellung

Die Aufstellung

Die Partien

Nor vor dem Mannschaftskampf habe ich unsere Jungs darauf hingewiesen, dass wir bei der Germeringer Mannschaft mit 1.e4 rechnen dürfen und dort vor allem Italienisch zum Einsatz kommen wird. Ebenso antworten die meisten der Spieler auf 1.e4 mit e5. Woher ich das wusste? Nun, Partien lagen uns keine vor, aber man kann auf Grund des Alters der Spieler sehr gut auf das jeweilige Repertoire schließen. Ältere Spieler sind noch mit den klassischen Eröffnungen groß geworden, also Italienisch, Spanisch, etc.). Bei den ganz jungen Spielern ist gerade Italienisch eine der ersten Eröffnungen, die sie lernen. Wenn man dann noch einen Blick auf den DWZ-Verlauf wirft, kann man sehr gut ahnen, ob jemand Spanisch oder Italienisch spielt. Ein 1200er wird es in jedem Fall vorziehen, Italienisch zu spielen. Die Pläne sind einfach und taktisch bietet diese Eröffnung viel Spaß. Beim Spanier hingegen muss man schon etwas mehr Stellungsverständnis mitbringen und ein 1200er wird hier wohl immer Italienisch vorziehen. Nachdem ich die ersten Züge an allen Brettern beobachtet habe, war klar, dass ich mit meiner Einschätzung richtig lag. Nun war ich gespannt, wie sich jeder Einzelne auf seine letzte Partie dieser Saison vorbereitet hat. Da ich selbst eine Partie am Laufen hatte, blieb mir nur gelegentlich Zeit, einen Blick auf die umliegenden Bretter zu werfen. Zu meiner Überraschung konnte Kurt bereits nach einer halben Stunde einen Zähler auf seinem Punktekonto verbuchen. Sein Gegner hat ein einfaches Abzugschach mit dem Läufer übersehen, welches den Damengewinn zur Folge hatte und dies den Gegner zur sofortigen Resignation veranlasste. Bis zu dem Damengewinn fand ich die Stellung von Kurt auch nicht gerade vertrauenserweckend. So schön dieser Erfolg auch ist, der Gegner hat in aussichtsreicher Stellung ohne Zwang die Dame eingestellt. Mehr war es nicht. Grund zur Freude? Ja! Verdient? Nach all den unglücklichen Partien in dieser Saison mit Sicherheit! Aber darauf, dass ein Gegner grundlos eine Figur einstellt, sollte man sich in zukünftigen Partien nicht verlassen.

Noch hat Kurts Gegner alles im Griff

Noch hat Kurts Gegner alles im Griff

Weiter ging es mit meiner Partie. ich muss dazu sagen, dass ich mittlerweile sowohl 1.e4, als auch 1.d4 oder gar 1.Sf3 sehr gerne spiele. Bisher war es so, dass ich ausschließlich zu 1.e4 griff, obwohl ich auch nach 1.d4 theoretisch recht fit bin. 1.d4 war jahrelang mein Notfall-Repertoire, welches aber nie zum Einsatz kam. Meine erste 1.d4-Partie liegt gerade mal ein paar Wochen zurück. Hier durfte ich gegen Sven Szaleva ran und hatte auf sein Französisch keine Lust. 🙂

Aber zurück zum Mannschaftskampf. Ich hatte mir vorgenommen, die Entscheidung meines ersten Zuges direkt am Brett vorzunehmen. Peter Holzner war mein Gegner und ohne Mühe entschied ich mich für 1.e4. Es kam ein Spanier aufs Brett und ich wählte eine Variante, welche nicht gerade als scharf zu bezeichnen ist. Gegen einen stärkeren Gegner hätte ich mich auf jeden Fall anders entschieden. Ich möchte an dieser Stelle einen Einblick geben, wie man die richtige Eröffnungsvariante für seinen jeweiligen Gegner findet. In meiner vorliegenden Partie kam es zu folgender Stellung:

Mit meinem letzten Zug provozierte ich den Bauernzug nach b5, welchen mein Gegner auch ausführte. es handelt sich hierbei auch um die erste Wahl, wenn man den Computer über die Stellung flutschen lässt. Schlecht kann dieser Zug also nicht sein. Werfen wir jedoch einen Blick auf die Bauernstruktur von Schwarz am Damenflügel, so können wir sehr gut sehen, dass diese (zumindest optisch) sehr schlecht erscheint. Und genau auf diesen Punkt möchte ich näher eingehen. Computer können diese Stellung sehr gut spielen und haben mehr als genug Wissen, wie man diese Bauernstruktur spielen muss. Von einem Gegner der 1500 DWZ besitzt, kann man dieses Wissen nicht erwarten. Während mein Plan mit Weiß recht einfach ist (Überführung der Figuren zum Königsflügel, Öffnen der g-Linie und Angriff), ist das Gegenspiel mit Schwarz am Damenflügel komplizierter und einem 1500er fehlt hier einfach das notwendige Stellungsverständnis um die teilweise mysteriösen Bauernzüge die das Gegenspiel einleiten am Brett zu finden. Und hier zeigt sich sehr gut, wie wenig Sinn es oft macht, wenn Anfänger ihre Partien mit dem Computer analysieren oder sich mit dem Computer vorbereiten. Eröffnungen gibt es wie Sand am Meer und bei den meisten Spielern spielt der persönliche Geschmack bei der Wahl einer Eröffnung eine größere Rolle, als das richtige Einschätzen der eigenen Spielstärke. Jede Eröffnung stellt unterschiedliche Anforderungen an den jeweiligen Spieler. Als Beispiel möchte ich hier nur den Sweschnikov-Sizilianer und den Panov-Angriff im Caro Kann nennen. Beides gute Varianten, aber wenn ein Schachspieler keine Ahnung hat, wie er mit einem rückständigen Bauern sein Spiel gestalten soll, dann ist Sweschnikov eine schlechte Wahl. Wer sich noch nie mit dem Spiel eines Isolani-Bauern beschäftigt hat, wird wohl auch mit Panov im Caro Kann untergehen. Ich denke das zeigt sehr deutlich, dass wir uns bei der Wahl unserer Eröffnungen nicht von unserem Geschmack leiten lassen sollten, sondern von unseren Fähigkeiten. Ein Spieler der dem ausgetrampelten Pfad der Italienischen Eröffnung folgt, muss sich nicht mit Themen wie „rückständiger Bauer“ oder „Isolani-Bauer“ innerhalb der Eröffnung auseinandersetzen.

In meiner Partie habe ich eine Variante gewählt, bei welcher selbst ein 1600er mit Weiß die richtigen Ideen am Brett finden kann, während man mit Schwarz das Stellungsverständnis eines min. 1800er benötigt, um effektives Gegenspiel aufs Brett zu bekommen. Wenn wir einen Blick auf Großmeisterpartien werfen, in welchen sie gegen Amateure spielen, dann fällt schnell auf, dass diese Großmeister oft Varianten von Eröffnungen spielen, die sie gegen großmeisterliche Gegner nie auspacken würden. Hier agiert der Großmeister nach dem selben Prinzip. Es gilt immer, was man von seinem Gegner erwarten kann und wenn ein GM eine „unseriöse“ Variante gegen einen 2000er spielt und weiß, dass der Gegner mindestens ein FM sein muss, um die Stellung zu verstehen, dann hat er alles richtig gemacht.

In meiner Partie kam es gegen Ende zu folgender Stellung:

Mein Gegner hatte gerade den König nach h8 gezogen und ich sah, dass ich bereits jetzt mittels Sxe5 klaren Material- und Stellungsvorteil erlangen würde. Grundsätzlich sollte man sich aber immer Gedanken darüber machen, welche Absichten der Gegner mit seinen Zügen verfolgt. Nach dem Königszug nach h8 war mir klar, dass er seinen Turm auf g8 stellen möchte. Der König ist aus der Schusslinie und wenn Schwarz die g8-Linie öffnen kann, wäre das bestimmt eine schöne Sache für ihn. Soweit die offensichtlichen Gedanken meines Gegners. Was mein Gegner jedoch nicht sah, war die nach Tg8 noch bessere Möglichkeit für Weiß, den Bauern auf e5 zu nehmen. Es droht einfach matt. Mit dem Wissen, dass also Tg8 folgen wird, habe ich mich auf die Suche nach einem guten Abwartezug gemacht. Das ist manchmal schwieriger, als man denkt. Hier habe ich mit Kh1 die wohl psychologisch beste Entscheidung getroffen. Dieser Zug sagt dem Gegner, dass man seine geplante Drohung Tg8 durchaus ernst nimmt und man vorsichtshalber den König aus der Schusslinie nimmt. Ich habe meinem Gegner also zu seinem gepanten Tg8-Zug noch einen zusätzlichen Grund gegeben, sich auf jeden Fall für diesen Zug zu entscheiden. Mein Gegner überlegte auch nicht lange und zog die Tonne auf die g-Linie. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, nahm ich mit dem Springer den Bauern auf e5 raus. Nun sah auch mein Gegner die einzügige Mattdrohung (Sxf7#). Ohne groß zu überlegen zog er nun seine Dame nach f8. Die Dame, der Turm und der Springer sollten ja wohl ausreichend sein, den schwarzen König zu sichern. Nachdem ich aber direkt mit Dg6 antwortete, fiel mein Gegner aus allen Wolken. Er schaute sich die Stellung noch ein paar Minuten an und reichte mir anschließend die Hand zur Aufgabe.

Aus Sicht von Weiß eine wirklich einfach gespielte Partie mit einem offensichtlichen Angriffsplan. Schwarz hätte sich frühzeitig um Gegenspiel am Damenflügel kümmern müssen, aber ohne die entsprechende Spielstärke ist das für einen 1500er eine unlösbare Aufgabe. Im Mannschaftskampf weiß man oft nicht, wer genau der Gegner sein wird, der einem am Brett gegenüber sitzt. Aber dafür kann man gut eingrenzen, im welchem DWZ-Bereich sich der mögliche Gegner wohl befindet. Nun muss man natürlich noch die Kenntnis haben, welche Arten von Stellungen und Plänen die gegnerische Spielstärke überfordern und schon kann man sich entsprechend vorbereiten. Damit hatten wir bereits den zweiten Punkt im Mannschaftskampf und ich nun auch genügend Zeit, die restlichen Partien zu verfolgen.

Unser Janos, bevor sein Gegner direkt gegen den weißen König vorging

Ich schaute mir die laufende Partie von Janos (Brett 6) an. Die Eröffnung war mal wieder ein Kraut und Rüben Salat von Janos und ich sagte zu Kurt, dass die Kiste wohl gleich vorbei sein wird. Es dauerte dann auch nur noch ein paar Minuten, bis Janos die Segel streichte. Zu seiner Entschuldigung muss man aber erwähnen, dass er an Brett 6 einen Jugendspieler von Germering als Gegner hatte, bei welchem die aktuelle DWZ der eigentlichen Spielstärke deutlich hinterherhinkt. Hier trafen praktisch zwei Gegensätze aufeinander. Auf der einen Seite ein junger und ambitionierter Jugendspieler, der viel trainiert und bereits einiges an Erfahrung am Brett gesammelt hat. Und auf der anderen Seite ein verantwortungsbewusster Familienvater und Anwalt, der keine Zeit zum Trainieren hat und auch so gut wie keine Turniererfahrung besitzt. Damit war die Niederlage von Janos im Bereich der Erwartung. Wir führten damit nur noch 2:1.

Das Unheil nimmt seinen Lauf....

Das Unheil nimmt seinen Lauf….

Weiter ging es an Brett 5 mit unserem Hans. Auch er hatte sich viel vorgenommen und antwortete auf das 1.e4 mit 1…c5. Also Sizilianisch. Die Theoriepfade wurden aber, wie immer von Hans, sehr schnell verlassen. Seit Jahr und Tag strebt er in dieser Eröffnung einen Stellungstyp an, den ich einfach nicht empfehlen kann. Hin und wieder schafft er es dann aber auch, mit kräftiger Hilfe des Gegners, seine, ich nenne es mal Eröffnungs-Bruchbude, zu reparieren und wenn er wie Phönix aus der Asche dann plötzlich doch noch ins Spiel kommt, spielt er richtig gut. Die vorliegende Partie gehört allerdings nicht dazu. Mit noch nicht abgeschlossener Entwicklung ist es eine schlechte Idee, seinen Springer gegen den Läufer auf c4 abzutauschen und eine bereits entwickelte Figur zweimal zu ziehen und noch dazu an den Rand (Sc6-a5). Ich erwähne dies als exemplarisches Beispiel, wie viele Grundprinzipien der Eröffnungslehre man mit einem einzigen Zug brechen kann. Da wäre unter anderem 1. Ziehe in der Eröffnung keine Figur mehrmals, wenn dies nicht zwingend notwendig ist und die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. 2. Springer am Rande bringt Kummer und Schande. 3. Ziehe keine Figur die ins Zentrum wirkt auf ein Feld ohne Zentrumskontrolle. 4. Führe die Klärung der Zentrumsfrage erst herbei, wenn der eigene König sicher steht.

Seit 1,5 Jahren wiederholen wir Woche für Woche beim Training diese für Anfänger wichtigen Regeln und für einen Trainer ist es natürlich absolut kräftezehrend , immer und immer wieder auf ein und die selben Fehler hinzuweisen. Im Falle der vorliegenden Partie ist es umso deprimierender, da Hans an für sich gutes Schach spielt, wenn er nach der Eröffnung keine Ruine verwalten muss. Nachdem er seinen Springer auf f6 hat stehen lassen und der Gegner zugegriffen hat, war natürlich die Motivation im Keller und die Partie gelaufen. Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch, dass der erste Figurenverlust das Resultat eines Reparaturversuchs der Eröffnungsstellung war. Man hat es halt einfach schwer, nachdem man mit den ersten Zügen das Auto gegen die Wand gefahren hat, und es anschließend mit einem Hammer zu reparieren versucht. Mit dieser künstlerischen Freiheit grenzt man sich natürlich sehr bewusst vom „normalen“ Schachspieler ab. Idiologisch wertvoll, aber den Punkt bekommt dann halt der Gegner. 🙂

Ralf auf der Suche nach einer Idee

Ralf auf der Suche nach einer Idee

So stand es also 2:2. Unsere Führung war nur ein kurzer Genuss. Nun kam es auf die letzten beiden Bretter an. an Brett 4 stand Andre mit der Qualität weniger in einem Mittelspiel, dass der Gegner einfach nur gewissenhaft zu Ende hätte spielen müssen, um den Punkt nach Hause zu schieben. Es kam also auf unser Spitzenbrett an. Ralf sollte seine 1600er-Gegnerin auf jeden Fall im Griff haben. Zu Beginn staunte ich aber nicht schlecht, dass Ralf von seinem normalen Repertoire abgewichen ist und sich mit den schwarzen Steinen auf eine Italienische Partie eingelassen hat. Ralf spielt Italienisch? Hat er noch nie gemacht. Entsprechend seltsam verlief auch die Partie. Wenn man zum ersten mal Italienisch spielt, kommt einem die Stellung nach Abschluss der Entwicklung als absolut symmetrisch  und ausgeglichen vor. Genau hier kennt nur der mit Italienisch erfahrene Spieler die typischen Angriffs- und Verteidigungspläne. Diese sind an für sich recht schnell gelernt, aber ohne deren Kenntnis sitzt man halt erstmal vorm Brett, hat die Entwicklung angeschlossen und weiß erstmal nicht weiter. Ralf hatte leider keinen richtigen Plan. Ihm fehlte der rote Faden. Und die Suche nach einer guten Idee kostete ihn unglaublich viel Zeit. Trotzdem schaffte er es, eine vorteilhafte Stellung aufs Brett zu bekommen. Aber irgendwie ging es nicht weiter. Seine Figuren standen unkoordiniert herum und es sah so aus, als ob jede Figur auf dem Brett seine eigene kleine Party feiert. Die Figuren seiner Gegnerin standen aber auch nicht besser. Nun folgt etwas, dass man am besten mit Stellungspech beschreiben kann. Während beide Seiten mit ihren Zügen in der Stellung herumstocherten, bekam Ralfs Gegnerin plötzlich Spiel. Figuren, welche lange Zeit einfach nur schlecht standen, bekamen aus dem Nichts eine Funktion. Plötzlich passte für Ralfs Gegnerin alles am Brett. Wie eine kleine Blume, die sich auf einer Müllhalde den Weg an die Oberfläche in Richtung Sonne erkämpft, blühten die Figuren von Ralfs Gegnerin auf.

Andre will gewinnen!

Andre will gewinnen!

Unser sicher geglaubtes 3:3 war nun ernsthaft hin Gefahr. Ich warf nochmal einen Blick auf die Partie von Andre und konnte meinen wässrigen Augen kaum Glauben schenken. Andres Gegner grübelte nun schon geschlagene 10 Minuten an der Springergabel, welche Andre in seinem letzten Zug ausführte. Nur Sekunden später erkannte ich die diabolische Drohung, mit welcher Andre bei seinen letzten Zügen alles auf eine Karte setzte. Nimmt sein Gegner den Springer, wird er in 2 Zügen matt gesetzt. Nimmt er den Springer nicht, wandert des Gegners Dame zurück ins Figurenkästchen. Noch ein letztes Mal erhob Andres Gegenüber die Hand, jedoch nicht zum Ziehen einer Figur, sondern um die Uhr zu stoppen und Andre zum Sieg der Partie zu gratulieren. 3:2! Wir waren also wieder in Führung. Nun hing alles von Ralf ab. Ein Remis! Nur ein lächerlich kleines Remis! Das würde reichen, um in dieser Saison wenigstens einen Mannschaftskampf für uns zu entscheiden.

Ralf kämpft mit sich, seiner Stellung und der Gegnerin

Ralf kämpft mit sich, seiner Stellung und der Gegnerin

Alle Augen starrten gebannt aufs Spitzenbrett. Ralf hatte nur noch 3 Minuten, um mit seinen nächsten 10 Zügen die Zeitkontrolle zu erreichen. In der Stellung passte aber einfach überhaupt nichts und ich glaube auch mit einer Stunde auf der Uhr, bleibt einem nur noch das Selektieren, welcher der möglichen Züge am wenigsten Unheil anrichtet. Eine wirklich undankbare Aufgabe. Ralf wirkte müde und ausgepowert und sah das Ende in Form von zwei Freibauern auf sich zukommen. Er opferte für diese beiden Bauern eine Figur und bekam für dieses Opfer nun die Bauernmehrheit am Königsflügel. Aber Ralf kämpfte und schaffte es, die Figur zurück zu gewinnen und in ein Bauernendspiel abzuwickeln, bei welchem beide Seiten noch Fehler machen können. Mehr als ein Remis war für Ralf aber nicht mehr drin. Die Chancen seiner Gegnerin auf den vollen Punkt waren wesentlich höher. Wacker kämpfte Ralf bis zum letzten Bauern, bevor er sich geschlagen geben musste.

3:3 Unentschieden

Einmal mehr waren wir nah dran am Sieg. Der Verlust der Partie ärgerte Ralf, aber wirklich zu schaffen machte ihm das Gefühl, dass der verpasste Sieg gegen Germering seine Schuld war. Hier muss ich ganz klar sagen, dass jeder von unserer Mannschaft für den Ausgang dieses Kampfes verantwortlich ist. Es ist immer sehr einfach, dem zuletzt spielenden Kameraden die Bürde aufzuerlegen, über Sieg und Niederlage zu entscheiden. Dabei liegt es an jedem Einzelnen, welchen Verlauf ein Mannschaftskampf nimmt. Wir sind als Mannschaft angetreten und haben als Mannschaft 3:3 gespielt. Für einige von uns gab es einen versönlichen Abschluss der Saison. Manch einer konnte nach langer Durststrecke doch nochmal punkten und mit einem positiven Gefühl nach Hause gehen. Trotzdem darf der Blick nicht nur auf sich selbst gerichtet werden, sondern muss auf jeden Mitstreiter gerichtet sein, mit welchem wir uns durch die gesamte Saison Seite an Seite gekämpft haben. Es gab viele Höhen und Tiefen und unabhängig von unserer Platzierung ist nur die Frage wichtig, wie wir als Mannschaft zusammenstehen. Ich habe schon mit vielen Mannschaften in verschiedenen Vereinen gespielt, aber diesen Zusammenhalt und dieses gegenseitige Vertrauen das wir untereinander haben, ist wirklich einmalig gut!

Für fast alle war es das erste Mal, in einer Mannschaft Ligaschach zu spielen. Gut in Erinnerung ist mir die Nervosität einiger Spieler in der ersten Runde geblieben. Ich kann sagen, dass sich jeder von euch im Laufe der Saison sehr gut entwickelt hat. Als Mannschaft sind wir zusammengewachsen und haben Spaß am Schach. Niederlagen haben uns immer angetrieben besser zu werden und die gewonnenen Partien waren Balsam für so manch knappen Verlust in der Vergangenheit.

Mit einem Grillfest werden wir unsere erste abgeschlossene Saison feiern und unsere Mannschaftskämpfe Revue passieren lassen. Und dann beginnt auch schon die Planung für die neue Saison. 🙂 Auf gehts!

Euer Benny

PS:

Anbei noch zwei Bilder, die so gar nichts mit Schach zu tun haben, aber in Verbindung zueinander recht gut passen 🙂

Die Beschriftung der Eingangstür zu unserem Spielraum.....

Die Beschriftung der Eingangstür zu unserem Spielraum…..

....und ein paar Meter weiter die passende Beschriftung am Fenster :-)

….und ein paar Meter weiter die passende Beschriftung am Fenster 🙂

Blitztunier beim SC Starnberg – Gutes Schach und auch etwas Dreck

Liebe Schachfreunde,

am 20.04.2018 fand beim SC Starnberg eine weitere Folge der Jahresblitzmeisterschaft (Zeitkontrolle 3 Min pro Spieler + 2 Sekunden/Zug) statt. Von den Schachfreunden Topschach gingen Ralf und ich an den Start. Das Turnier fand mit Friedrich Absmaier einen verdienten Sieger, welcher alle Partien für sich entscheiden konnte. Als Modus kam hierbei nicht das Schweizer System zum Einsatz, sondern ein Rundenturnier (jeder gegen jeden), durch welches der Durchmarsch von Absmaier nochmals an Wert gewinnt.

Umschalten in den Blitz-Modus

Ralf konnte mit seinem Abschneiden am Ende nicht ganz zufrieden sein. Obwohl er selbst gegen den Turniersieger eine aussichtsreiche Stellung auf dem Brett hatte, war dies einfach nicht sein Tag. Das Umschalten in den sog. Blitz-Modus, gelingt ihm noch nicht richtig und viele Partien versuchte er mit der Tiefgründigkeit einer Langschach-Partie zu spielen. Das brachte ihn oft in Zeitnot und hier können schnell Fehler passieren.

Unsportliches Verhalten von Oliver Rulik

Besonderes Augenmerk möchte ich an dieser Stelle auf den Schachspieler Oliver Rulik vom SC Starnberg richten. Ich habe Ralf bereits vor der Partie darauf hingewiesen, auf wes Geistes Kind er bei Oliver Rulik trifft. So ist mir noch gut in Erinnerung, mit welcher Arroganz und Oberflächlichkeit er eine von mir gezeigte Großmeisteranalyse mit den Worten „Was Du sagst ist Quatsch und dämlich!“ kommentierte, ohne die entsprechende Qualität zu dieser Bewertung zu besitzen.

Durch das Rundenturnier war klar, dass auch ich gegen diesen Teil vom SC Starnberg antreten musste. Als es soweit war, sagte ich Ralf noch, dass ich mir sicher bin, dass er auch in dieser Partie seine üblen Charakterzüge zeigen wird. Bereits in der Eröffnung schubste er mehr oder weniger unsauber seine Figuren auf die Zielfelder, wodurch ich mehrfach dazu genötigt wurde seine Figuren zurecht zu rücken. Im Gegensatz zu mir, hatte er die Eröffnung ganz passabel gespielt und kam mit guter Initiative ins Mittelspiel. Meine Figuren standen einfach nur schlecht und für ein Reparieren der Stellung war keine Zeit. Natürlich sah auch Oliver Rulik, dass er besser stand und ich nur noch wenig Zeit auf der Uhr hatte. Aber anstatt die Partie konsequent zu Ende zu führen, wurde er nun Opfer seinen eigenen Überheblichkeit und ging auf Bauernjagd. Das gab mir die Zeit, das Zentrum durch ein Springeropfer zu öffnen, einen Freibauern zu bilden und mit meiner Dame und dem Turm gegen seinen blanken König vorzugehen.

Was sich Oliver Rulik nun leistete lässt sich einfach nur mit dem Wort „widerwärtig“ beschreiben. Durch meinen Turm wurde der Fluchtbereich seines Königs so eingegrenzt, dass ich mit meiner Dame problemlos Dauerschach hatte. So gab ich mehrmals Schach und Oliver Rulik wich mit seinem König immer auf die selben zwei Feldern aus. Nach dem vierten Schach bot ich ihm Remis an. Mehr als einen abfälligen Blick aufs Brett hatte Rulik dafür allerdings nicht übrig und ich gab noch mindestens drei weitere Schachs, bis ich nochmals das Remis anbot. Wieder gab es Ignoranz als Antwort. Da ich mit dem nächsten Zug das Remis nun definitiv in der Tasche hatte, hielt ich die Uhr an und sagte, dass dies nun Remis sei und versuchte den Schiedsrichter ans Brett zu holen.

An dieser Stelle schaute mich Oliver Rulik frech an und sagte „Beweise das doch erstmal!„. Tja,- sowas lässt sich natürlich beim Blitzen nicht beweisen, da man bei dieser Zeitkontrolle die Züge nicht mitschreibt. Das ist bei fairen Gegnern auch nicht notwendig. Aber Oliver Rulik ist kein fairer Gegner. Die Art und Weise, wie er sich hier unverdient einen vollen Punkt holen wollte, ist unfair, niederträchtig und skrupellos!

Der Schiedsrichter klärte die Lage und es war eindeutig, dass diese Stellung remis ist. Allerdings nicht, weil eine dreifache Stellungswiederholung nachweisbar war, sondern weil ein Dauerschach unausweichlich war. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte diese dreckige kleine Anmerkung von Rulik „Beweise das doch erstmal!“ sogar Erfolg haben können. Spätestens hier hätte Oliver Rulik die Notbremse ziehen können und sein freches Verhalten überdenken können. Er zog es nun aber vor zu behaupten, dass ich einfach die Uhr angehalten hätte und ihm die Art und Weise, wie ich das gemacht habe, nicht gefallen habe. Das er dabei meine beiden deutlichen Remisangebote/-Reklamationen nicht erwähnt, zeigt nur, mit welcher Verlogenheit und Niedertracht dieser Oliver Rulik in dieser Partie agierte! Solche Kaffeehaustricksereien haben in unserem Schachsport nichts verloren! Zerfressen vom Ehrgeiz, wird unser Sport mit der kompletten Bandbreite an der Unfairness vergiftet. Wer diese unselige Art von Schachspielern in seinem Verein akzeptiert, macht sich mitschuldig.

Es ist immer schade, von solchen Vorfällen berichten zu müssen und das damit der eigentlich schöne Turnierverlauf in den Hintergrund fällt.

Ein guter Turnierleiter und starke Gegner

Achim Flemming wurde erst kurz vor dem Turnier in die Auslosungs-Software eingewiesen und machte seine Sache richtig gut. Tabellenstand und Paarungen wurden souverän erstellt und das Turnier wurde ohne Verzögerung durchgeführt. Bis auf 2-3 Ausnahmen, waren überwiegend Spieler mit einer Spielstärke im Bereich 1900-2100 DWZ am Start, was für spannende Partien sorgte.

Euer Benny

Vereinsmeisterschaft Schachfreunde Topschach Gilching e.V 2018

Vereinsmeisterschaft SF Topschach Gilching e.V 2018

Gespielt wird ein Rundenturnier mir Hin- und Rückrunde. Die Bedenkzeit beträgt pro Spieler 90 Min. + 30 Sek./Zug. Alle Partien müssen bis spätestens 30.November beendet sein. Die Partieergebnisse sind dem Turnierleiter direkt nach Partieende mitzuteilen und eine Kopie der Partie-Notation auszuhändigen. Die Spieltermine und der Spielort sind mit dem jeweiligen Gegner zu vereinbaren. Es gelten die aktuellen FIDE-Regeln.

Turnierleiter: Benjamin Aldag

1.Runde :
1: Benjamin Aldag – Sandy Jung _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Janos Morlin _:_
3: Dr. Hans Heini – Andre Krupke _:_
4: Kurt König – Oliver Prater _:_

2.Runde :
1: Benjamin Aldag – Dr. Ralf Ludwig _:_
2: Andre Krupke – Kurt König _:_
3: Janos Morlin – Dr. Hans Heini _:_
4: Sandy Jung – Oliver Prater _:_

3.Runde :
1: Dr. Ralf Ludwig – Sandy Jung _:_
2: Dr. Hans Heini – Benjamin Aldag _:_
3: Kurt König – Janos Morlin _:_
4: Oliver Prater – Andre Krupke _:_

4.Runde :
1: Benjamin Aldag – Kurt König _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Dr. Hans Heini _:_
3: Janos Morlin – Oliver Prater _:_
4: Sandy Jung – Andre Krupke _:_

5.Runde :
1: Dr. Hans Heini – Sandy Jung _:_
2: Kurt König – Dr. Ralf Ludwig _:_
3: Oliver Prater – Benjamin Aldag _:_
4: Andre Krupke – Janos Morlin _:_

6.Runde :
1: Benjamin Aldag – Andre Krupke _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Oliver Prater _:_
3: Dr. Hans Heini – Kurt König _:_
4: Sandy Jung – Janos Morlin _:_

7.Runde :
1: Kurt König – Sandy Jung _:_
2: Oliver Prater – Dr. Hans Heini _:_
3: Andre Krupke – Dr. Ralf Ludwig _:_
4: Janos Morlin – Benjamin Aldag _:_

8.Runde :
1: Oliver Prater – Kurt König _:_
2: Andre Krupke – Dr. Hans Heini _:_
3: Janos Morlin – Dr. Ralf Ludwig _:_
4: Sandy Jung – Benjamin Aldag _:_

9.Runde :
1: Dr. Ralf Ludwig – Benjamin Aldag _:_
2: Dr. Hans Heini – Janos Morlin _:_
3: Kurt König – Andre Krupke _:_
4: Oliver Prater – Sandy Jung _:_

10.Runde :
1: Benjamin Aldag – Dr. Hans Heini _:_
2: Andre Krupke – Oliver Prater _:_
3: Janos Morlin – Kurt König _:_
4: Sandy Jung – Dr. Ralf Ludwig _:_

11.Runde :
1: Dr. Hans Heini – Dr. Ralf Ludwig _:_
2: Kurt König – Benjamin Aldag _:_
3: Oliver Prater – Janos Morlin _:_
4: Andre Krupke – Sandy Jung _:_

12.Runde :
1: Benjamin Aldag – Oliver Prater _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Kurt König _:_
3: Janos Morlin – Andre Krupke _:_
4: Sandy Jung – Dr. Hans Heini _:_

13.Runde :
1: Kurt König – Dr. Hans Heini _:_
2: Oliver Prater – Dr. Ralf Ludwig _:_
3: Andre Krupke – Benjamin Aldag _:_
4: Janos Morlin – Sandy Jung _:_

14.Runde :
1: Benjamin Aldag – Janos Morlin _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Andre Krupke _:_
3: Dr. Hans Heini – Oliver Prater _:_
4: Sandy Jung – Kurt König _:_

Gedanken zur letzten Runde in der B-Klasse Nord

Mit Germering IV erwartet uns am 22.04.208 nochmal ein starker Gegner. Insgesamt verlief unsere erste Saison in den meisten Runden mit viel Pech. Oftmals hat nur ein halber Zähler zum Punkten gefehlt. Dennoch darf man das Gesamtergebnis als gerecht bezeichnen. Das Glück ist mit den Tüchtigen und genau hier müssen wir die Schrauben fester anziehen. Für die Mehrheit unserer Mannschaft sind Liga- und Turnierspiele absolutes Neuland. Hier galt es reinzuschnuppern und die eigenen Grenzen zu finden. Der ein oder andere hatte schon vor der Saison die Angst, der Wahrheit in Form einer unausweichlichen Erst-DWZ ins Gesicht sehen zu müssen. Dreistellig darf diese natürlich nicht sein. Das wäre eine Schmach.

Im Laufe meiner Jahre als Schachtrainer habe ich viele Entwicklungen von Schachspielern erlebt und durfte auch selbst schon die Höhen und Tiefen im Schachsport erleben. Wenn man mit einer neuen Mannschaft an den Start geht, ist natürlich jeder motiviert und alle wollen nach den Sternen greifen. Da wird täglich Taktik trainiert und mit Elan am Schachunterricht teilgenommen. Nach gut einem Jahr trennt sich dann die Spreu vom Weizen und es zeigt sich sehr gut, wer den Willen hat sich durchzubeißen und wer resigniert. Da ist der eine, der mit seiner 1100 Erst-DWZ unzufrieden ist und der Meinung ist, dass diese mindesten 1600 oder gar 1700 sein sollte und der andere, der sich unabhängig von der DWZ einfach nur verbessern möchte.

Die Charaktere von Schachspielern sind vielfältig wie ein Blumenstrauß, aber Eines hat jede dieser Blumen gemein. Wenn man sie nicht gießt, geht sie ein. So wie die Pflanze das Wasser, benötigt der Schachspieler das kontinuierliche Training, um zu blühen. Aber wie viel Training ist für welche DWZ erforderlich? Ich möchte dieser oft gestellten Frage etwas Licht ins Dunkel bringen und beziehe mich auf den typischen Gelegenheits-Schachspieler, der im Freundeskreis ab und zu sein Schachbrett rausholt, ein paar Partien spielt und noch nie einen Fuß in einen Schachverein gesetzt hat.

Diese Frohnatur schlägt normalerweise relativ oft seine Mitstreiter im Freundeskreis (alle ebenfalls keine Vereinsspieler) und ist gefestigt vom Gedanken, es allen Vereinsspielern zu zeigen. Während der durchschnittliche Vereinsspieler im Laufe der Jahre auf seine gut 1500 DWZ kommt, steht der Neuling zunächst im Schnitt bei etwa 1000 DWZ. Für diese Zahl reicht es aus, die Schachregeln zu kennen und zu wissen, wie man mit den vielen Steinchen den Gegner auch matt setzen kann. Dieser letzte Schritt wird von vielen Anfängern gerne unterschätzt. Da hat man dem Gegner eine Figur nach der anderen geklaut und bekommt es einfach nicht hin, diesen verdammten König matt zu setzen. Diesen Dreh haben die meisten aber schnell raus und die 1000 DWZ ist sicher. Wie geht es weiter? Taktiktraining! Das ist das A und O! Aber was nützt die schönste Taktik, wenn man nicht ordentlich aus der Eröffnung kommt und nichts über Eröffnungsprinzipien weiß? Man muss also auch an dieser Baustelle arbeiten. Aber im Gegensatz zu Taktiktraining, ist das richtige Konzept zum Erlernen von Eröffnungen zu finden für einen Anfänger nicht ganz so einfach. Aber dafür gibt es ja Schachtrainer 🙂 , die einem das gerne zeigen. Da geht es ums Zentrum, Springer vor den Läufern entwickeln, den König sichern, Türme zusammen spielen lassen, etc. – Die Grundprinzipien der Eröffnungslehre sind schnell gelernt. Mit diesem Wissen kann man auch ohne Theoriekenntnisse gute Eröffnungszüge am Brett finden.

Damit hat man nun die besten Möglichkeiten, um auf die 1200 DWZ zu steigen. Diese Zahl ist kein Hexenwerk und für jeden innerhalb von ein paar Monaten zu schaffen. Aber auch hier spielt die Disziplin eine große Rolle. Das Taktiktraining bestimmt zu 95%, wie schnell man besser wird. 5-10 Minuten tägliches Lösen von Taktikaufgaben bewirkt wahre Wunder. Und diese 5-10 Minuten hat wirklich jeder von uns. Ob in der Bahn, beim Warten auf Meeting-Teilnehmer oder einfach beim Frühstück. Jeder Tag bietet genügend Möglichkeiten, um seinen Blick für Taktik zu schärfen. Es ist heutzutage mit Apps auf dem Smartphone so einfach wie zu keiner anderen Zeit.

Aber trotz dieser unglaublich einfachen und effektiven Möglichkeit besser zu werden, schaffen es nur die Wenigsten, dieses Minimum an Disziplin aufzubringen. Woran liegt das? Die Antwort ist relativ einfach. Schachtraining wird von vielen Spielern als lästige Notwendigkeit empfunden, um besser zu werden. Bereits hier kann der ein oder andere aber bereits die Notbremse ziehen. Es ist vollkommen egal, wie hart und wie sehr man sich zum Training zwingen muss. Wenn man keinen Spaß am Schachtraining hat und das Trainieren keine Freude bereitet, wird man nicht besser. Den Spaß am Schach kann man nicht erzwingen. Entweder man hat ihn oder man hat ihn nicht. Hier muss jeder ehrlich zu sich sein. Unzählige Male habe Schachspieler bei mir im Schachcenter kennengelernt, die mir als erstes sagen, dass sie gerne auf 1600, 1700 oder gar auf 2000 DWZ kommen wollen. Der Wille ist immer da, aber die Bereitschaft zu Trainieren schwindet recht schnell. Von Spaß ist da oft nichts zu spüren. Jeder wünscht sich einen schnellen und einfachen Weg, sein Ziel zu erreichen. Am besten nur dasitzen und sich vom Schachtrainer berieseln lassen.

Der Spaß am Schach wird von der Mehrheit der Schachspieler einfach nur aufs Spielen reduziert. Ja! Da kommt Freude auf. Hier eine Blitzpartie und da ein paar Bulletpartien. Training? Langweilig! Zu anstrengend! Kostet zu viel Zeit!

Es gibt nun 2 Wege, wie man von 1200 auf 1400 DWZ kommt. Der Langsame und der schnellere. Wenn man jede Woche beim Vereinsabend Schach spielt, egal ob Blitz, Schnellschach oder Langschach, wird man in 2-4 Jahren auf die stolze Zahl von 1400 DWZ kommen. Auch wenn das Spielen nicht direkt etwas mit Training zu tun hat, lernt der Mensch mehr oder weniger schnell aus seinen Fehlern. Verliert man eine Partie, stellt man sich automatisch die Frage „Warum habe ich verloren?“. Meist wird sich dann eingeredet, dass man einfach mal was übersehen hat. Die Erkenntnis, dass es eventuell doch am Entwicklungsvorsprung des Gegners gelegen hat, gibt es natürlich nicht. Woher auch? Und so dauert es natürlich wesentlich länger, bis irgendwann nach einem Jahr mal der Groschen fällt. Derjenige der mit Spaß trainiert und sich für Dinge wie Entwicklungsvorsprung interessiert, hat diese Hürde natürlich wesentlich schneller geschafft. Wenn man sich die DWZ-Historie von Schachspielern anschaut, findet man viele dieser ewigen 1400/1500er, die alleine durch Spielen jahrelanges an diese Zahl gekommen sind.

Im besten Fall schaffen es diese nicht trainierenden Schachspieler auf etwa 1600 DWZ. Da werden leichte ein- bis dreizügige Matts gefunden, aber auch nicht mehr. Von Figurenkoordination keine Ahnung und in Endspielen das blinde Huhn. Ab etwa 1600 DWZ wird die Erleuchtung beim Spielen am Brett immer dunkler und man kommt einfach nicht weiter. Es werden Eröffnungen ohne Namen gespielt, deren Sinn alleine in der Wiederholung liegt. Hat man schließlich immer so gespielt und wird man auch immer so spielen. Eine Korrektur ist fast nicht mehr möglich, da man einfach festgefahren ist. Lieber etwas Schlechtes spielen das man meint zu kennen, als etwas Unbekanntes das besser ist. Taktiktraining? Neeeeee! Keine Disziplin.

Wer kennt sie nicht, die Schachspieler die immer sagen, dass sie keine Zeit haben? Es wird dann gerne darauf hingewiesen, dass wenn man Schach trainiert, es richtig machen möchte und dann muss man sich ja schließlich viele Stunden am Stück Zeit nehmen. Und die hat man einfach nicht. Ich kann nicht sagen, wie oft ich diesen Schmarrn schon gehört habe. Wenn man dann argumentiert, dass bereits täglich 5-10 Minuten Taktiktraining reicht, um dauerhaft besser zu werden, hat derjenige selbst dafür keine Zeit. Ich glaube man muss die Wörter „keine Zeit“ einfach nur mit „keine Disziplin“ oder „keine Lust“ oder „keinen Spaß“ austauschen, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen.

Es ist nicht schlimm, wenn man keine Lust auf Schachtraining hat. Aber dann darf man auch nicht der Illusion verfallen, im Schach zügig besser zu werden. Wenn man dann mit 1200 DWZ gegen einen 1600er verliert, darf man sich nicht ärgern. Wenn man einzügig eine Figur einstellt, darf man sich nicht ärgern. Schach wäre schon ein recht unfairer Sport, wenn der „Faule“ (der, der keine Zeit zum Trainieren hat) über den Fleißigen triumphiert.

Mit dieser Aussage werde ich aber nicht allen Schachspielern die nicht besser werden gerecht. Es gibt auch Schachspieler, die sich ans Brett setzen, tatsächlich trainieren und trotzdem nicht besser werden. Wirft man einen Blick auf das was sie trainieren, erkennt man aber recht schnell des Übels Ursache. Da schaut sich der 1200er eine 15-zügige Eröffnungsvariante an und analysiert diese fleißig, gerne auch mit Computer und sogar mit Spaß! Aber genauso, wie man ohne Fundament keine Mauer hochziehen kann, kann ein Schachspieler der in den meisten Fällen bereits nach den ersten 5 Zügen schlecht steht, nicht durch das Analysieren einer 15-zügigen Eröffnungsvariante wesentlich besser werden. Da wird dann einfach die ach so kostbare Zeit verschwendet und trotzdem wird man nicht besser. Aber immerhin! Zumindest hat man sich mit Schach beschäftigt! Wenn man dann trotzdem kein Erfolgserlebnis hat, resigniert man irgendwann. Schließlich hat man ja ganz viel trainiert und wie kann es dann sein, dass man nicht besser wird?

Für alle Schachspieler habe ich aber auch eine gute Nachricht. Egal, auf welchem Level man Schach spielt. Ein 1200er freut sich mit Sicherheit nicht weniger über einen Sieg, als ein 2800er. Schach macht auf jedem Level Spaß! Aber nur solange man nicht denkt, dass man sich eine hohe DWZ zum Geburtstag wünschen kann.

Abschließend möchte ich den starken Schachspieler Sebastian Finsterwalder vom Gautinger SC zitieren, der mal zu mir sagte: „Hab einfach Spaß am Schach und Freude am Training! Dann kommt die Zahl automatisch!„. 🙂

In diesem Sinne

Euer Benny