Schachtaktik zum Frühstück #19

Unser Blick richtet sich auch beim Taktiktraining in Richtung des Isle Of Man Schachturniers. In der zweiten Runde kam es am 24.09.2017 in der Partie zwischen Brown (2499) und Maloberti (2132) zu folgender Stellung im 38. Zug:

Weiß nutzte nun die Möglichkeit einer hübschen Kombination, deren taktisches Motiv wir uns unbedingt einprägen sollten.

Weiß am Zug gewinnt!

Niclas Huschenbeth dominiert klar in Runde 3

Runde 3:  IM Robert Bellin (2344) gegen GM Niclas Huschenbeth (2596)

Auch in der dritten Runde zeigte GM Niclas Huschenbeth seine klare Dominanz am Schachbrett. Sein Gegner IM Robert Bellin wirkte absolut chancenlos. Durch Zugumstellung kam es zum Panov-Angriff im Caro Kann, in welchem Weiß mit seinem d-Bauern-Isolani arbeiten muss. Das fröhliche Figurenspiel von Niclas verhinderte allerdings jeden Versuch von Weiß, in irgendeiner Weise seine Figuren zu koordinieren. Robert Bellin unterschätzte die schwarze Aktivität auf der c-Linie und wurde Opfer seines planlosen Spiels.

Ich kann mich einfach nur wundern, wie souverän und richtig Niclas Huschenbeth seine Gegner einschätzt und den Finger treffsicher auf die wunden Punkte legt. Auch wenn die besten Tage von IM Bellin mit Sicherheit schon gezählt sind und er „nur“ noch ein IM mit etwas mehr als 2300 ELO ist, hat er mit Sicherheit nicht umsonst seinen IM-Titel erlangt. Die Leichtigkeit, mit welcher Niclas diese, zumindest aus unserer Amateursicht, starken Gegner vom Brett fegt, ist einfach nur bemerkenswert. Durch gute Vorbereitung und Gegneranalyse schafft er es, sein Gegenüber am Brett mit voller Wucht auf dem falschen Fuß zu treffen!

GM Tarnjan

Quelle: Lars Grahn

Damit ist Niclas in der nächsten Runde nun endlich wieder in die LIVE-Bretter vorgestoßen und bekommt mit den weißen Steinen die Aufgabe, GM Tarjan zu besiegen.  Eine durchaus machbare Aufgabe und wir sind gespannt, wie uns Niclas diesmal am Brett unterhalten wird. Selbstverständlich drücken wir unserem Mitglied auch weiterhin die Daumen und fiebern mit jedem Zug mit.

GO Niclas GO! 😀

Schachtaktik zum Frühstück #18

Die heutige Taktik zum Frühstück ist dem Geburtstagskind GM Raj Tischbierek gewidmet. Der Herausgeber der Zeitschrift „SCHACH“ feiert heute (24.September) seinen 55. Geburtstag und machte beim Zürich Open 2005 mit Weiß in der folgenden Stellung in der dritten Runde kurzen Prozess.

Tischbierek (2465) – Csajka (2255)

Weiß am Zug gewinnt!

Die Schachfreunde Topschach Gilching wünschen dem alten Sack noch viele weitere Jahre Spaß und Freude am Schach 😀

GM Niclas Huschenbeth vernichtet seinen Gegner

Runde 2: GM Niclas Huschenbeth (2596) gegen Philipp Müller (2220)

Niclas Huschenbeth Runde 2

Die zweite Runde des Isle of Man International Schachturniers sorgte für viele spannende Momente. Besonders eindrucksvoll hat GM Niclas Huschenbeth seinen Gegner mit den weißen Steinen im Sweschnikow-Sizilianer zusammengeschoben. Bereits im 15.Zug hatte Niclas einen für den Sweschnikow-Sizilianer typischen Angriff am Königsflügel aufgefahren und es ist schon erstaunlich, wie sein immerhin 2220 ELO starker Gegner mit der Stellung überhaupt nichts anfangen konnte und dem Weißen freie Hand zum Sturm auf den schwarzen König gab.

In der morgigen dritten Runde muss Niclas mit den schwarzen Steinen gegen den Internationalen Meister Robert Bellin ran, welcher seit gut 20 Jahren seine ELO konstant auf 23xx hält und viel Turniererfahrung mit ans Brett bringt. Wir drücken Niclas fest die Daumen! 🙂

GM Niclas Huschenbeth beim Isle of Man International Turnier

Runde 1: Gabriel Sargissian (2652) gegen Niclas Huschenbeth (2596)

SF Topschach Niclas Huschenbeth

In der ersten Runde traf unser Mitglied GM Niclas Huschenbeth mit GM Gabriel Sargissian auf einen richtig starken Gegner. Lange sah es nach einer verdienten Punkteteilung aus, jedoch hatte Sargissian ordentlichen Druck auf der c-Linie in Richtung des schwarzen Königs, welchem Niclas nur durch sehr genaues Spiel hätte standhalten können.

In der heutigen Runde 2 trifft Niclas nun auf einen etwas angenehmeren Gegner. Mit den weißen Steinen geht es gegen einen Landsmann Philipp Müller (2220 ELO) und wir sind gespannt, wie sich unser Großmeister gegen den Underdog präsentiert. 🙂

Schachtaktik zum Frühstück #17

Beim Durchschauen aktueller Partien fand ich in einer Partie eine bemerkenswerte Taktik, welche auf den ersten Blick nur recht schwer erkennbar ist (zumindest für mich). Mit Ch. Schneider (2215) gegen Roth (2032) saßen beim Berliner Lichtenberger Sommer 2017 in Runde 6 keine Meisterspieler am Brett. Und damit bestätigt sich wieder meine Ansicht, dass man die schönsten Taktiken meist in Amateurpartien findet. Deswegen mein Rat an alle die im Schach besser werden wollen > Schaut euch nicht nur die Partien der Weltklasse an, sondern werft einen Blick über den Tellerrand. Die schönsten Perlen müssen nicht unbedingt in den größten Muscheln stecken. 🙂

Weiß am Zug gewinnt!

Schachtraining in Geisenbrunn – Der Damenbauerisolani

Nachdem Ralf am letzten Donnerstag das Trainer-Zepter übernommen hatte, wollte auch André eine kleine Trainings-Session geben. Am gestrigen Donnerstag war es dann auch soweit und André hatte sich für das Thema „Isolani“ entschieden. Mit guten Beispielen wurde zunächst aufgezeigt, was ein Isolani überhaupt ist. Danach ging es auch schon ans Eingemachte und es galt, in vorgegebenen Stellungen den richtigen Weg zu finden. Der Schwerpunkt des Trainings lag im Spiel gegen den isolierten Damenbauern.

Schachtraining in Geisenbrunn

Im Kampf gegen einen Isolani wurden den Teilnehmern probate Mittel in die Hand gegeben, welche leicht zu erlernen sind und sich mit Sicherheit in der ein oder anderen Partie auszahlen werden. Natürlich ist ein Isolani nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Das man mit einem Isolani auch auf Vorteil spielen kann, gilt es nun in der Hausaufgabe (Partie Kamsky gegen Short PCA 1994) herauszufinden. Am Ende des Trainings haben wir noch etwas über die Nimzowitsch-Indische Verteidigung gefachsimpelt und kamen gemeinsam zu dem Konsens, dass Schwarz mit dieser Eröffnung irgendwie nicht so dicke im Geschäft ist.

Wieder mal ein schöner Abend und ein gutes Schachtraining. Vielen Dank an André für das interessante Thema und die Ausführung. 🙂

Schachtraining in der Sternwarte Gilching

Am letzten Donnerstag übernahm unser Ralf in der Sternwarte in Gilching das Schachtraining. Unter anderem wurde das doch recht schwierige Endspiel Dame + König gegen Turm + König mal mit und ohne Bauern trainiert. Bei dem anschließenden Schnellschachturnier konnte sich Kurt überzeugend den ersten Platz sichern.

Schachtraining Sternwarte

Leider konnte ich weder am Training, noch am Turnier teilnehmen. Als Alternative habe ich aber gegen den Schachcomputer Weltmeister von 1984 (dem Mephisto Glasgow Level 5) eine Partie gespielt und durch spannendes Opferspiel gewonnen. 🙂

Schachcomputer Weltmeister 1984 Mephisto Glasgow

Beim Vereinsabend am morgigen Donnerstag bin ich dann wieder mit dabei 😉

Der Start in unsere erste Saison in der B-Klasse Nord

Liebe Schachfreunde,

am 15.10.2017 starten wir in unsere erste Saison in der B-Klasse Nord im Schachkreis Zugspitze. Mit 3 Heim- und 4 Auswärtsspielen schickt uns das Losglück schon am 15.10.2017 nach Windach. Unter den gemeldeten Spielern von Windach II sind ein paar bekannte Gesichter, welche man nicht unterschätzen sollte.

Windach II Schach

Wird am Ende das Plus an Erfahrung das Windach II hat entscheidend sein? Mal schauen. Wir freuen uns auf diesen Kampf und ich persönlich bin gespannt, wer am Ende die Nase vorn haben wird.

Lehrgang zum Verbandsschiedsrichter in Rosenheim

Liebe Schachfreunde,

letzten Sonntag machten sich Ralf, Oliver und meine Wenigkeit recht früh auf den Weg nach Rosenheim. Es stand ein Lehrgang zum Verbandsschiedrichter auf dem Programm und laut Ausschreibung sollte es um ca. 9 Uhr losgehen. Also schnell noch nen Kaffee getrunken und losgefahren. Als wir pünktlich um ca. 9 Uhr angekommen sind, waren wir über die doch recht vielen Teilnehmer erstaunt.

Schachschiedsrichter Rosenheim

Nachdem uns Lehrgangsleiter  Simon Pernpeintner begrüßt hat und die 25,-€ Teilnahmegebühr kassierte, fanden wir ein gemütliches Plätzchen um den Worten des Referenten zu lauschen. Erwähnen möchte ich noch, dass in den Teilnahmegebühren auch ein warmes Essen und ein Getränk enthalten waren. Schöne Sache! Dafür gibts nen Like (Daumen hoch) 🙂

Schiedsrichter Simon Pernpeintner

Nun aber zum Seminar. Nachdem das aktuelle FIDE-Regelheft verteilt wurde, begannen wir mit dem Durcharbeiten jeder einzelnen in dem Heft definierten Regel. Das Durcharbeiten bestand allerdings zu 99% aus dem Vorlesen der jeweiligen Regel. Fallbeispiele gab es nur selten, aber dafür häufig recht komische Regelfragen von einigen anderen Teilnehmern. Während der Hinfahrt habe ich Ralf und Oliver genau dieses Szenario vorhergesagt. Bei Schiedsrichterlehrgängen gibt es immer ein paar Teilnehmer, welche den Referenten mit an den Haaren herbeigezogenen Begebenheiten an die Grenze treiben wollen. Im Laufe der folgenden Stunden haben sich diese Pappenheimer herauskristallisiert und zum Leidwesen der restlichen Teilnehmer mit immer skurrileren Fragen viel Zeit verplempert. Dies führte schließlich zu dem Umstand, dass aus Zeitmangel einzelne Fallbeispiele zu bestimmten FIDE-Regeln nicht behandelt wurden. Schade!

Schiedsrichter Lehrgang Teilnehmer

Ich habe ja schon einige Schiedsrichter-Lehrgänge in meinem Schachleben absolviert, aber nur selten kam ich mir so unvorbereitet auf die Prüfung vor. Ein paar Sachen haben sich im Laufe der Jahre geändert und Neues ist hinzugekommen. Ich finde es ist immer wichtig, Up to Date zu sein. Ich erinnerte mich auch noch gut daran, wie hinterlistig so manche Frage in der Prüfung war. 🙂

Schiedsrichter Lehrgang Material

Tjo,- und so kam es wie es kommen musste. Ein Stapel Fragen wurde ausgeteilt und mit 60 Minuten war die Prüfungszeit auf keinen Fall zu hoch angesetzt. Die meiste Zeit ging fürs Lesen der einzelnen Aufgaben drauf. Zwar gab es bei allen Fragen Multiple-Choice-Antworten und man musste „nur“ das Kreuz ins richtige Feld setzen, aber manche Fragen waren derart unkonkret gestellt, dass man zwischen einzelnen Antworten zu zweifeln begann.

Was auf den ersten Blick offensichtlich aussah, entpuppte sich bei genauerem Nachdenken als eine falsche Fährte. Irgendwann wusste man, dass man bei allzu einfachen Antworten sich immer sagen muss „So einfach kann die Antwort nicht sein. Da muss irgendwo ein Hund vergraben sein und Du musst ihn finden!„.

Dann war auch schon die Stunde vorbei und es ging ans Abgeben der Prüfungsunterlagen. Nochmal schnell durchgeblättert um zu schauen, dass man keine Seite vergessen hat und ab damit. Was ich jetzt nicht richtig beantwortet habe, werde ich auch in 10 Minuten nicht mehr richtig beantworten. Ralf und Oliver folgten mir, während einige andere noch kräftig am Brüten waren. Auch wenn die Stunde schon vorbei war, können einige Probanden dem Seminarleiter für das großzügige Auslegen von 60 Minuten mit Sicherheit dankbar sein. 🙂

Die Rückfahrt ging dann auch recht flugs, da wir mit den Prüfungsaufgaben genügend Gesprächsstoff hatten. Hier ein kleiner Fehler und dort eine kleine Ungenauigkeit. Genau wir beim Schachspielen.

Abschließend bin ich mir nicht wirklich sicher, ob ich nochmal einen Sonntag für so einen Lehrgang opfern würde (kommt wohl darauf an, ob wir bestanden haben oder nicht). Ich kann aber jedem Schachspieler empfehlen, mindestens einmal ein Schiedsrichterseminar besucht zu haben. Auch wenn man nicht unbedingt Schiedsrichter im Schach werden möchte, gibt so ein Lehrgang einem Schachspieler zusätzliche Sicherheit in den eigenen Turnierpartien. Man braucht sich keine Sorgen zu machen, am Brett irgendeinen Regel-Fehler zu begehen und hat gleichzeitig gute Mittel in der Hand, einem Gegner der die Regeln nicht kennt die Grenzen zu zeigen.

Im November soll dann auch einen Lehrgang zum Regionalen Schiedsrichter stattfinden. Aber dazu später mehr.

Soweit mein kurzer Bericht vom Lehrgang zum Verbandsschiedsrichter.

Bis bald

Euer Topschach Benny 😉