Schachrätsel des Tages #1

In dieser neuen Serie muss der Leser den Schachspieler nennen, von welchem im Rätsel die Rede ist. Vielen Dank an den Autor Max Riedl.

Schachrätsel #1:

Die anderen sind Quatsch!

Bezeichnend für ihn ist eine Anekdote mit einer Autogrammsammlerin. Er unterschrieb vor allen anderen Turnierteilnehmern quer über das ganze Blatt. Auf die Frage, wo denn nun Platz für die Unterschriften der anderen Spieler sei, antwortete er: „Die anderen sind Quatsch!“ Auch sonst scherte er sich wenig um die Meinung anderer und ließ schon mal ein Partie oder ein ganzes Turnier oder einen wichtigen Wettkampf sausen, wenn ihm die Bedingungen nicht passten, obwohl sein Verhalten am Brett von allen Gegnern gerühmt wurde, wenn er spielte. Er protestierte nicht selten gegen Fotografen, den geringsten Lärm, gegen die Höhe und die Beleuchtung des Tisches oder die Größe und den Kontrast der Schachbrettfelder, den Spieltermin, den Schiedsrichter, die zu nahe sitzenden Zuschauer… Einmal stieg er sogar als Führender aus einem wichtigen Turnier aus, weil die Organisatoren seine Forderungen nicht zur Gänze erfüllten.

Schon seit der Kindheit war er so. „Wir schaffen es, uns ihm anzupassen“ , sagte einer seiner Lehrer. Er wollte immer in allem der Beste sein. „Wäre er neben einem Schwimmbad geboren, so wäre er Meisterschwimmer geworden. Zufall, dass er zuerst aufs Schach stieß.“ Mit sechzehn ging er von der Schule, die ihn nur vom Schach abhielt. Fremdsprachen brachte er sich selber bei, um die Schachveröffentlichungen im Original lesen zu können. „Am Schach reizt mich am meisten die Möglichkeit zu reisen, das Geld, die Atmosphäre. Schach ist zweifelsohne eine Kunst, aber darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“ Bei einer anderen Gelegenheit äußerte er: „Schach erfordert absolute Konzentration. Ja, und Liebe zum Spiel… Gut kann man nur werden, wenn man das Spiel liebt. …“

Dass es ihm nicht um das Geld verdienen, schon eher um Achtung und Respekt beim Schach ging, bewies er mehrfach auch angesichts von Ansinnen außerhalb des Schachbretts. Er, der es liebte, das Ego des Gegners zerbrechen zu sehen, musste in der Stunde seines größten Triumphes gedrängt werden, in den Turniersaal zu fahren, um als Gewinner des Wettkampfes ausgerufen zu werden. Und als er zwei Tage später die Siegesmedaille überreicht bekam, regte er sich darüber auf, dass sie so klein war.

Nun sind Sie mit dem Raten am Zug!

Schachtaktik zum Frühstück #13

Gerade wenn das Schachbrett voll ist und alle Figuren prächtig koordiniert sind, liegt oftmals ein taktischer Schlag in der Luft. Wie gewann Weiß am Zug die folgende Stellung?

Neiksans (2582) – V. Zakhartsov (2430) Riga TU Open (5), 10.08.2017

Weiß am Zug gewinnt

Schachtaktik zum Mittag #2

Auch heute findet wieder das Schachtraining der Schachfreunde Topschach Gilching um 15 Uhr im Schachcenter statt. Wer sich schon jetzt etwas aufwärmen möchte, kann sich an folgender Aufgabe den ein oder anderen Zahn ausbeißen. 🙂

Kveinys (2542) gegen Capone (2329)
Charleroi Open Runde 5, 01.08.2017

Weiß am Zug gewinnt!

Vereinsabend im „El Diablo“ vom 17.08.2017

Findet der Vereinsabend heute im „El Diablo“ statt, oder schauen wir uns live im Schachcenter das Blitz & Rapid vom Sinquefield Cup an? Eine schwere Entscheidung, aber nachdem das Super-Event in St. Louis mittlerweile schon sehr stark unsere Schachabende dominierte, war es mal wieder Zeit, um selbst die Steinchen übers Brett zu schieben. Selbstverständlich gab es auch diesmal wieder einen besonderen Gast. B-Trainer Thomas Walter vom Schachclub Erlangen 48/88 verstärkte diesmal unseren Vereinsabend und kam sowohl durch sein starkes Spiel, als auch durch hilfreiche Tipps & Tricks bei unseren Mitgliedern gut an.

Schachfreunde Topschach El Diablo

Zu seinen Schach-Schülern und Schülerinnen zählte unter anderem Hanna Marie Klek (Deutsche Meisterin der Frauen 2013) und ganz aktuell Kevin Tong (Bayerische Meister AK U10  2013), welcher nun den Sprung in die erste Mannschaft vom Schachclub Erlangen geschafft hat. Aber nicht nur als Schachtrainer setzt Thomas Akzente, er ist auch noch ein richtig guter Schachspieler, wie unser Ralf an diesem Abend feststellen musste.

Schachfreunde Topschach El Diablo

Schachfreunde Topschach El Diablo

Aber auch Kurt hatte an diesem Abend schwere Aufgaben am Brett zu lösen. Ich selbst habe einige Partien gegen ihn gespielt und konnte gute Fortschritte in seinem Spiel erkennen. Noch vor einigen Wochen konnte man das Spiel von Kurt als eher passiv und zurückhaltend bezeichnen. An diesem Abend brachte er jedoch aus der Eröffnung seine Figuren schnell ins Spiel und begann frühzeitig mit Aktivität gegen den gegnerischen König. Gut gemacht Kurt!

Schachfreunde Topschach El Diablo

Bis Mitternacht hatten wir alle viel Spaß und blicken einmal mehr auf einen wunderbaren Vereinsabend zurück. 🙂

Schachtaktik zum Frühstück #12

Nachdem unser gestriger Vereinsabend viel Blut und Schweiß forderte, gehen wir das morgendliche Taktiktraining diesmal etwas ruhiger an. In der Partie zwischen Krallis (2244) gegen Sheng (2375) gespielt beim 26. Kavala Open am 01.08.2017, kam folgende Stellung aufs Brett:

Weiß am Zug beendet die Partie kurz, aber wohl nicht schmerzlos

Sinquefield Cup Rapid & Blitz im Schachcenter von Topschach.de

Ein Abend voller Spannung mit den

Schachfreunden Topschach Gilching im Schachcenter

 

Am Montag den 14.08. 2017 trafen sich die Schachfreunde mal wieder im Schachcenter von Topschach.de, um die ersten Runden des Schnellschach & Blitz Turniers des Sinquefield Cups zu verfolgen. Eine Wildcard machte die Teilnahme von Garry Kasparov möglich und so ist der vor über 12 Jahren zurückgetretene Publikumsmagnet endlich wieder an den Brettern, die die Welt bedeuten. Um Punkt 20 Uhr ging es dann mit den Partien und der Liveübertragung im Schachcenter los.

Sinquefield Cup Rapid Blitz 2017 4

Die Partien von Garry Kasparov sorgten für viel Diskussion. Im Konsens stellten wir aber alle fest, dass Kasparov noch immer den wilden Kampf anstrebt, wenn auch mit etwas mehr Zurückhaltung. Das er das Läuferpaar noch immer über alles liebt, blieb keinem verborgen. Nach der ersten von drei gespielten Partien machten wir uns dann ans Bestellen von Pizza. Ernüchterung machte sich aber schnell breit, nachdem die Pizzeria um die Ecke werktags bereits um 21 Uhr die Schotten dicht macht und wir nicht mehr als diesen jämmerlichen Anrufbeantworter dran hatten. Aber zum Glück bietet Gilching eine breite Auswahl an Alternativen.

Wir entschieden uns für den Inder und fanden auch in Oliver und Janós zwei freiwillige Abholer unserer Speisen. „20 Minuten“ sagte eine heitere indische Stimme am Telefon und so machten sich die Zwei dann auch kurze Zeit später auf den Weg. Mittlerweile lief auch schon die zweite Runde und an Spannung wurde nochmal eine Schippe drauf gelegt. Oliver und Janós waren mittlerweile schon fast eine Stunde unterwegs und ich ahnte schon Fürchterliches. Unser Inder in Gilching ist bekannt für träges Abarbeiten von Bestellungen, aber so lange hat es noch nie gedauert. Zum Glück hatten wir genug Getränke als Überbrückung parat.

Sinquefield Cup Rapid Blitz 2017 4

Irgendwann erschienen dann zwei Punkte am Horizont, welche unserem Schachcenter stetig näher kamen. „Ja!“ Es waren Janós und Oliver! Endlich angekommen ging es ans Verteilen der Speisen und siehe da, ein Gericht fehlte. Für mich ist es schon ärgerlich, wenn mir jemand am Telefon mitteilt, dass wir das Essen in 20 Minuten abholen können und zwei unserer Schachfreunde dann vor Ort nochmal über ne Stunde warten müssen. Das nun auch noch ein Gericht fehlte, war mehr als ärgerlich. Um es kurz zu fassen. Ich habe mit meiner gewohnt rücksichtsvollen Art den Chef des indischen Restaurants am Telefon ordentlich zusammengeschissen die Meinung gesagt und wir bekamen das fehlende Gericht auf Rechnung des Hauses.

Am Ende waren wir alle zufrieden und konnten nun gemeinsam den Zügen der Weltklassespieler folgen. Einige von uns fanden den Auftritt von Kasparov nicht ganz so weltbewegend, jedoch darf man einfach nicht vergessen, dass dieser frühere Weltmeister über 12 Jahre kein aktives Schach mehr spielte. Ausgenommen ein paar Spaß-Auftritte ohne Relevanz. Beim Sinquefield Cup Rapid & Blitz geht es aber immerhin um die entsprechenden ELO-Zahlen. Sowohl um Rapid, als auch im Blitz hat Kasparov hier noch leere Felder.

Zum Zeitpunkt seines Rücktritts vom Schach gab es fürs Schnellschach und fürs Blitz noch keine ELO-Auswertung. Mit drei ausgekämpften Remis, unter anderem gegen Karjakin und Nakamura, hat er meiner Meinung nach ganz klar bewiesen, dass er mit der Weltspitze noch gut mithalten kann. Ich glaube es würde dem Schach gut tun, wenn Kasparov auch in klassischen Partien wieder am Brett auftaucht. Aber wie er bereits mehrfach sagte, hat er dies nicht vor. Schauen wir mal 🙂

Um kurz nach 0 Uhr war der wunderschöne Abend voller Spitzenschach, guter Unterhaltung und leckerem Essen dann auch schon wieder vorbei. Es hat uns allen richtig viel Spaß gemacht und wir freuen uns, auch in den nächsten Runden mitzufiebern. Selbstverständlich wieder im Schachcenter Topschach in Gilching. 😉

Bis bald…..

 

Sinquefield Cup – Liveübertragung im Topschach.de Schachcenter

Der Sinquefield Cup bei den Schachfreunden Topschach Gilching

Am 10.08 war mal wieder Vereinsabend der Schachfreunde Topschach Gilching. Aber statt in unserem Stamm-Mexikaner „El Diablo“ die Figuren zu schwingen, verfolgten wir im Schachcenter die spannende 8. Runde des Sinquefield Cups. Unser Pizza-Lieferant freute sich über unsere Bestellungen und wir freuten uns über schöne Livekommentare. Zunächst schalteten wir auf den englischsprachigen Stream, der meiner Meinung nach das beste Entertainment liefert. Geht es um gute Analysen auf deutsch, bevorzugen wir die deutschsprachige Übertragung von Jan Gustafsson.

Aber gerade bei der Übertragung von Jan war schnell die Luft raus. Hat er noch am Anfang die einzelnen Eröffnungen wunderbar kommentiert, griff er spätestens im Mittelspiel immer auf irgendwelche Engineanalysen zurück. Das ist der absolute Tod einer jeden Kommentierung. Aber Jan hatte es auch nicht leicht. Ohne Co-Kommentator bis zu 6 Stunden für Unterhaltung zu sorgen, ist schon richtig schwer. Nach einiger Zeit war Jan dann auch sowas von „Durch mit der Welt“, dass er nur noch Rumblödelte.

Wir schalteten wieder zurück zur US-Übertragung mit Yasser Seirawan, Jennifer Shahade und Maurice Ashley. Während das Duo Shahade und Seirawan recht unterhaltsam ohne Engine die Partien analysierten, wurde hin und wieder Ashley in der Übertragung eingeblendet mit der Aufgabe, die Analysen mit dem Computer zu prüfen. Eine wirklich Runde Sache und sehr gut fürs Publikum. An Ashley scheiden sich jedoch die Geister. Für die einen ist er einfach nur aufgedreht und nervig und für die anderen die perfekte Abwechslung.

Wie dem auch sei. Wir hatten alle bis spät in die Nacht großen Spaß!

Hier ein paar Bildeindrücke:

Topschach.de Sinquefield Cup

Maurice Ashley - Topschach.de

Schachtaktik zum Frühstück #11

Das der Springer mit der Dame besonders gut auskommt und beide eine wunderbar harmonische Beziehung auf dem Brett ausleben, zeigt die heutige Aufgabe unserer Frühstückstaktik. Wenn sich zu dem Duo auch noch ein Turm gesellt, ist das Glück vollkommen. Eine Faustregel im Schach besagt, dass man drei Figuren für einen Mattangriff benötigt. Eine zum Opfern und zwei zum Mattsetzen. In der Partie zwischen Lelumees (2172) und P.J. Ivanov (1978), gespielt in Tallinn am 06.08.2017, kam folgende Stellung aufs Brett und Weiß wusste schnell, wie er den Sack zu machen kann. Findest auch Du den entscheidenden Zug?

Weiß am Zug gewinnt!

Schachtaktik zum Frühstück #10

Taktiktraining gehört genauso zu einem guten Morgen wie ein starker Kaffee. Der Tag beginnt mit ein paar Aufgaben im Schachprogramm CT-ART. Leider weiß das Programm nicht, dass ich gerade erst aufgestanden bin und ich eigentlich für den Einstieg leichte Kost benötige. Stattdessen erwartet die Kiste von mir, eine achtzügige Kombi zu finden. Ich schaffe es und nippe zum ersten Mal an diesem Morgen an meinem mittlerweile kalten Kaffee. Etwas leichter hatte es der Führer der weißen Steine in der Partie zwischen Karthikeyan (2579) gegen Haimovich (2380) beim Biel Master Open 2017 in Runde 8.

Weiß am Zug zwang seinen Gegner direkt zur Aufgabe!

Endspieltraining zum Mittag #1

Manch einer scheut es, gegen schwächere Spieler in ein Endspiel abzuwickeln. Der Fehlgedanke ist oft, dass es der Anfänger mit weniger Figuren auf dem Brett einfacher haben würde. Aber gerade im Endspiel erkennt man die Klasse eines Spielers und einen Anfänger erkennt man in dieser Partiephase sehr schnell.

Damit auch wir im Endspiel nicht untergehen, habe ich eine hübsche Aufgabe gefunden, welche aus der Partie zwischen Tirziman (1955) gegen MacElligott (2015) gespielt in Ennis  am 30.07.2017 stammt.

Weiß am Zug, aber Schwarz gewinnt! Wie?