2. Runde B-Liga Nord – Unentschieden gegen Windach

Der Mannschaftskampf gegen Windach wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Skurrile Angebote vom Gegner, nervende Lautstärke von Gästen und starkes Spiel an den hinteren Brettern. Aber der Reihe nach.

Für unsere Heimspiele wollten wir ein neues Spiellokal ausprobieren, welches ich noch vor Meldeschluss beim Schachkreis ordnungsgemäß eingetragen habe. Leider wurde beim Schachkreis dieser Hinweis nicht beachtet und unser Spiellokal aus der letzten Saison eingetragen. So haben wir unsere Gegner am Schachcenter abgeholt und zur ~100 Meter entfernten Gaststätte gebracht. Mit leichter Verspätung starteten anschließend die Partien.

Obwohl der Wirt einen ruhigen Raum zusicherte, ließ er trotzdem seine üblichen Gäste an Nachbartischen auf ihren Restrausch vom letzten Abend, mit einem Bier anstoßen. Ziemlich ärgerlich! Hierbei muss ich allerdings erwähnen, dass bei unserem letzten Auswärtskampf in Gröbenzell weitaus größere Lautstärke in Form von stätigen Hämmern und lauter Musik vorhanden war. Wir hatten uns nicht beschwert.

Nach etwa einer halben Stunde hatte ich die Chance, mit dem Mannschaftsführer von Windach Siegfried Rothenhagen ein paar Worte zu wechseln. Ich bat hierbei um Entschuldigung für die Lautstärke an Nachbartischen und teilte ihm mit, dass das so nicht geplant war und wir wohl zukünftig wieder im Schachcenter spielen würden. Falls er darauf bestehen sollte, dass wir den Mannschaftskampf abbrechen, würde ich dem selbstverständlich nachkommen. Er teilte mir mit, dass das schon in Ordnung sei und sie selbst schon bei Heimkämpfen mit der Lautstärke Probleme hatten.

So ging der Mannschaftskampf zunächst für eine halbe Stunde weiter. Plötzlich kam Siegfried Rothenhagen nochmals auf mich zu und störte mich direkt am Brett. Er müsse unbedingt mit mir reden. Ich hielt die Uhr an und ging mit ihm Richtung Ausgang. Was nun folgte, könnte aus einem Monty Python Sketch stammen. Er teilte mir mit, dass wenn sein Gegner Ralf Ludwig kein Remis annehmen würde, er auf einen Abbruch des Mannschaftskampfes bestehen würde!

Ich teilte ihm mit, dass wir dann wohl abbrechen müssen, was er aber nun doch nicht so richtig wollte. Chaos pur! Ich teilte ihm mit, dass ich für solche Erpressungen der falsche Ansprechpartner bin und er das mit seinem Gegner klären solle. Ralf beugte sich schließlich dieser frechen Erpressung und nahm das Remis an. Der Mannschaftskampf ging weiter.

Ich selbst konnte nun keinen klaren Gedanken an Schach mehr fassen und strebte in vorteilhafter Stellung die Zugwiederholung an, was mein Gegner bereitwillig annahm. Mit zwei Remis an den Spitzenbrettern kam es nun auf unsere hinteren Bretter an. Andre hatte an Brett 4 seinen Gegner von Beginn an im Griff und überspielte ihn innerhalb von 25 Zügen. An Brett 3 verwaltete unser Spieler Kurt schon ziemlich früh einen Schrotthaufen und verschenkte fleißig Figuren, bis er am Ende Insolvenz ging.

Unser Brett 5 hat es leider nicht rechtzeitig zum Mannschaftskampf geschafft, weshalb es nun 3:2 für unseren Gegner stand. Sandy musste es an Brett 6 richten und obwohl dies erst ihr zweiter Einsatz in einem Mannschaftskampf war, spielte sie ihren Gegner ziemlich beeindruckend an die Wand.

Mit einem 3:3 fand dieser Mannschaftskampf dann auch ein Ergebnis, mit dem vor allem unser Gegner leben kann. Es gab Zeiten, da hätte ich für die Farce die am Brett 1 stattfand ein Fass aufgemacht. Mittlerweile sehe ich das aber etwas gelassener. Wir spielen mit Sicherheit auch mal wieder auswärts in Windach 😉

Die Ruhe vor dem Sturm…

Unser Sieg an Brett 6 wurde auch ordentlich gefeiert 🙂

Bis bald

Euer Benny