Blitztunier beim SC Starnberg – Gutes Schach und auch etwas Dreck

Liebe Schachfreunde,

am 20.04.2018 fand beim SC Starnberg eine weitere Folge der Jahresblitzmeisterschaft (Zeitkontrolle 3 Min pro Spieler + 2 Sekunden/Zug) statt. Von den Schachfreunden Topschach gingen Ralf und ich an den Start. Das Turnier fand mit Friedrich Absmaier einen verdienten Sieger, welcher alle Partien für sich entscheiden konnte. Als Modus kam hierbei nicht das Schweizer System zum Einsatz, sondern ein Rundenturnier (jeder gegen jeden), durch welches der Durchmarsch von Absmaier nochmals an Wert gewinnt.

Umschalten in den Blitz-Modus

Ralf konnte mit seinem Abschneiden am Ende nicht ganz zufrieden sein. Obwohl er selbst gegen den Turniersieger eine aussichtsreiche Stellung auf dem Brett hatte, war dies einfach nicht sein Tag. Das Umschalten in den sog. Blitz-Modus, gelingt ihm noch nicht richtig und viele Partien versuchte er mit der Tiefgründigkeit einer Langschach-Partie zu spielen. Das brachte ihn oft in Zeitnot und hier können schnell Fehler passieren.

Oliver Rulik – unfair, niederträchtig und skrupellos

Besonderes Augenmerk möchte ich an dieser Stelle auf den Schachspieler Oliver Rulik vom SC Starnberg richten. Ich habe Ralf bereits vor der Partie darauf hingewiesen, auf wes Geistes Kind er bei Oliver Rulik trifft. So ist mir noch gut in Erinnerung, mit welcher Arroganz und Oberflächlichkeit er eine von mir gezeigte Großmeisteranalyse mit den Worten „Was Du sagst ist Quatsch und dämlich!“ kommentierte, ohne die entsprechende Qualität zu dieser Bewertung zu besitzen.

Durch das Rundenturnier war klar, dass auch ich gegen diesen Teil vom SC Starnberg antreten musste. Als es soweit war, sagte ich Ralf noch, dass ich mir sicher bin, dass er auch in dieser Partie seine üblen Charakterzüge zeigen wird. Bereits in der Eröffnung schubste er mehr oder weniger unsauber seine Figuren auf die Zielfelder, wodurch ich mehrfach dazu genötigt wurde seine Figuren zurecht zu rücken. Im Gegensatz zu mir, hatte er die Eröffnung ganz passabel gespielt und kam mit guter Initiative ins Mittelspiel. Meine Figuren standen einfach nur schlecht und für ein Reparieren der Stellung war keine Zeit. Natürlich sah auch Oliver Rulik, dass er besser stand und ich nur noch wenig Zeit auf der Uhr hatte. Aber anstatt die Partie konsequent zu Ende zu führen, wurde er nun Opfer seinen eigenen Überheblichkeit und ging auf Bauernjagd. Das gab mir die Zeit, das Zentrum durch ein Springeropfer zu öffnen, einen Freibauern zu bilden und mit meiner Dame und dem Turm gegen seinen blanken König vorzugehen.

Was sich Oliver Rulik nun leistete lässt sich einfach nur mit dem Wort „widerwärtig“ beschreiben. Durch meinen Turm wurde der Fluchtbereich seines Königs so eingegrenzt, dass ich mit meiner Dame problemlos Dauerschach hatte. So gab ich mehrmals Schach und Oliver Rulik wich mit seinem König immer auf die selben zwei Feldern aus. Nach dem vierten Schach bot ich ihm Remis an. Mehr als einen abfälligen Blick aufs Brett hatte Rulik dafür allerdings nicht übrig und ich gab noch mindestens drei weitere Schachs, bis ich nochmals das Remis anbot. Wieder gab es Ignoranz als Antwort. Da ich mit dem nächsten Zug das Remis nun definitiv in der Tasche hatte, hielt ich die Uhr an und sagte, dass dies nun Remis sei und versuchte den Schiedsrichter ans Brett zu holen.

An dieser Stelle schaute mich Oliver Rulik frech an und sagte „Beweise das doch erstmal!„. Tja,- sowas lässt sich natürlich beim Blitzen nicht beweisen, da man bei dieser Zeitkontrolle die Züge nicht mitschreibt. Das ist bei fairen Gegnern auch nicht notwendig. Aber Oliver Rulik ist kein fairer Gegner. Die Art und Weise, wie er sich hier unverdient einen vollen Punkt holen wollte, ist unfair, niederträchtig und skrupellos!

Der Schiedsrichter klärte die Lage und es war eindeutig, dass diese Stellung remis ist. Allerdings nicht, weil eine dreifache Stellungswiederholung nachweisbar war, sondern weil ein Dauerschach unausweichlich war. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte diese dreckige kleine Anmerkung von Rulik „Beweise das doch erstmal!“ sogar Erfolg haben können. Spätestens hier hätte Oliver Rulik die Notbremse ziehen können und sein freches Verhalten überdenken können. Er zog es nun aber vor zu behaupten, dass ich einfach die Uhr angehalten hätte und ihm die Art und Weise, wie ich das gemacht habe, nicht gefallen habe. Das er dabei meine beiden deutlichen Remisangebote/-Reklamationen nicht erwähnt, zeigt nur, mit welcher Verlogenheit und Niedertracht dieser Oliver Rulik im Schach agiert! Solche Kaffeehaustrickser haben in unserem Schachsport nichts verloren! Zerfressen vom Ehrgeiz, wird unser Sport mit der kompletten Bandbreite an der Unfairness vergiftet. Wer diese unselige Art von Schachspielern in seinem Verein akzeptiert, macht sich mitschuldig.

Es ist immer schade, von solchen Vorfällen berichten zu müssen und damit der eigentlich schöne Turnierverlauf in den Hintergrund fällt.

Ein guter Turnierleiter und starke Gegner

Achim Flemming wurde erst kurz vor dem Turnier in die Auslosungs-Software eingewiesen und machte seine Sache richtig gut. Tabellenstand und Paarungen wurden souverän erstellt und das Turnier wurde ohne Verzögerung durchgeführt. Bis auf 2-3 Ausnahmen, waren überwiegend Spieler mit einer Spielstärke im Bereich 1900-2100 DWZ am Start, was für spannende Partien sorgte.

Euer Benny

Vereinsmeisterschaft Schachfreunde Topschach Gilching e.V 2018

Vereinsmeisterschaft SF Topschach Gilching e.V 2018

Gespielt wird ein Rundenturnier mir Hin- und Rückrunde. Die Bedenkzeit beträgt pro Spieler 90 Min. + 30 Sek./Zug. Alle Partien müssen bis spätestens 30.November beendet sein. Die Partieergebnisse sind dem Turnierleiter direkt nach Partieende mitzuteilen und eine Kopie der Partie-Notation auszuhändigen. Die Spieltermine und der Spielort sind mit dem jeweiligen Gegner zu vereinbaren. Es gelten die aktuellen FIDE-Regeln.

Turnierleiter: Benjamin Aldag

1.Runde :
1: Benjamin Aldag – Sandy Jung _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Janos Morlin _:_
3: Dr. Hans Heini – Andre Krupke _:_
4: Kurt König – Oliver Prater _:_

2.Runde :
1: Benjamin Aldag – Dr. Ralf Ludwig _:_
2: Andre Krupke – Kurt König _:_
3: Janos Morlin – Dr. Hans Heini _:_
4: Sandy Jung – Oliver Prater _:_

3.Runde :
1: Dr. Ralf Ludwig – Sandy Jung _:_
2: Dr. Hans Heini – Benjamin Aldag _:_
3: Kurt König – Janos Morlin _:_
4: Oliver Prater – Andre Krupke _:_

4.Runde :
1: Benjamin Aldag – Kurt König _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Dr. Hans Heini _:_
3: Janos Morlin – Oliver Prater _:_
4: Sandy Jung – Andre Krupke _:_

5.Runde :
1: Dr. Hans Heini – Sandy Jung _:_
2: Kurt König – Dr. Ralf Ludwig _:_
3: Oliver Prater – Benjamin Aldag _:_
4: Andre Krupke – Janos Morlin _:_

6.Runde :
1: Benjamin Aldag – Andre Krupke _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Oliver Prater _:_
3: Dr. Hans Heini – Kurt König _:_
4: Sandy Jung – Janos Morlin _:_

7.Runde :
1: Kurt König – Sandy Jung _:_
2: Oliver Prater – Dr. Hans Heini _:_
3: Andre Krupke – Dr. Ralf Ludwig _:_
4: Janos Morlin – Benjamin Aldag _:_

8.Runde :
1: Oliver Prater – Kurt König _:_
2: Andre Krupke – Dr. Hans Heini _:_
3: Janos Morlin – Dr. Ralf Ludwig _:_
4: Sandy Jung – Benjamin Aldag _:_

9.Runde :
1: Dr. Ralf Ludwig – Benjamin Aldag _:_
2: Dr. Hans Heini – Janos Morlin _:_
3: Kurt König – Andre Krupke _:_
4: Oliver Prater – Sandy Jung _:_

10.Runde :
1: Benjamin Aldag – Dr. Hans Heini _:_
2: Andre Krupke – Oliver Prater _:_
3: Janos Morlin – Kurt König _:_
4: Sandy Jung – Dr. Ralf Ludwig _:_

11.Runde :
1: Dr. Hans Heini – Dr. Ralf Ludwig _:_
2: Kurt König – Benjamin Aldag _:_
3: Oliver Prater – Janos Morlin _:_
4: Andre Krupke – Sandy Jung _:_

12.Runde :
1: Benjamin Aldag – Oliver Prater _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Kurt König _:_
3: Janos Morlin – Andre Krupke _:_
4: Sandy Jung – Dr. Hans Heini _:_

13.Runde :
1: Kurt König – Dr. Hans Heini _:_
2: Oliver Prater – Dr. Ralf Ludwig _:_
3: Andre Krupke – Benjamin Aldag _:_
4: Janos Morlin – Sandy Jung _:_

14.Runde :
1: Benjamin Aldag – Janos Morlin _:_
2: Dr. Ralf Ludwig – Andre Krupke _:_
3: Dr. Hans Heini – Oliver Prater _:_
4: Sandy Jung – Kurt König _:_

Gedanken zur letzten Runde in der B-Klasse Nord

Mit Germering IV erwartet uns am 22.04.208 nochmal ein starker Gegner. Insgesamt verlief unsere erste Saison in den meisten Runden mit viel Pech. Oftmals hat nur ein halber Zähler zum Punkten gefehlt. Dennoch darf man das Gesamtergebnis als gerecht bezeichnen. Das Glück ist mit den Tüchtigen und genau hier müssen wir die Schrauben fester anziehen. Für die Mehrheit unserer Mannschaft sind Liga- und Turnierspiele absolutes Neuland. Hier galt es reinzuschnuppern und die eigenen Grenzen zu finden. Der ein oder andere hatte schon vor der Saison die Angst, der Wahrheit in Form einer unausweichlichen Erst-DWZ ins Gesicht sehen zu müssen. Dreistellig darf diese natürlich nicht sein. Das wäre eine Schmach.

Im Laufe meiner Jahre als Schachtrainer habe ich viele Entwicklungen von Schachspielern erlebt und durfte auch selbst schon die Höhen und Tiefen im Schachsport erleben. Wenn man mit einer neuen Mannschaft an den Start geht, ist natürlich jeder motiviert und alle wollen nach den Sternen greifen. Da wird täglich Taktik trainiert und mit Elan am Schachunterricht teilgenommen. Nach gut einem Jahr trennt sich dann die Spreu vom Weizen und es zeigt sich sehr gut, wer den Willen hat sich durchzubeißen und wer resigniert. Da ist der eine, der mit seiner 1100 Erst-DWZ unzufrieden ist und der Meinung ist, dass diese mindesten 1600 oder gar 1700 sein sollte und der andere, der sich unabhängig von der DWZ einfach nur verbessern möchte.

Die Charaktere von Schachspielern sind vielfältig wie ein Blumenstrauß, aber Eines hat jede dieser Blumen gemein. Wenn man sie nicht gießt, geht sie ein. So wie die Pflanze das Wasser, benötigt der Schachspieler das kontinuierliche Training, um zu blühen. Aber wie viel Training ist für welche DWZ erforderlich? Ich möchte dieser oft gestellten Frage etwas Licht ins Dunkel bringen und beziehe mich auf den typischen Gelegenheits-Schachspieler, der im Freundeskreis ab und zu sein Schachbrett rausholt, ein paar Partien spielt und noch nie einen Fuß in einen Schachverein gesetzt hat.

Diese Frohnatur schlägt normalerweise relativ oft seine Mitstreiter im Freundeskreis (alle ebenfalls keine Vereinsspieler) und ist gefestigt vom Gedanken, es allen Vereinsspielern zu zeigen. Während der durchschnittliche Vereinsspieler im Laufe der Jahre auf seine gut 1500 DWZ kommt, steht der Neuling zunächst im Schnitt bei etwa 1000 DWZ. Für diese Zahl reicht es aus, die Schachregeln zu kennen und zu wissen, wie man mit den vielen Steinchen den Gegner auch matt setzen kann. Dieser letzte Schritt wird von vielen Anfängern gerne unterschätzt. Da hat man dem Gegner eine Figur nach der anderen geklaut und bekommt es einfach nicht hin, diesen verdammten König matt zu setzen. Diesen Dreh haben die meisten aber schnell raus und die 1000 DWZ ist sicher. Wie geht es weiter? Taktiktraining! Das ist das A und O! Aber was nützt die schönste Taktik, wenn man nicht ordentlich aus der Eröffnung kommt und nichts über Eröffnungsprinzipien weiß? Man muss also auch an dieser Baustelle arbeiten. Aber im Gegensatz zu Taktiktraining, ist das richtige Konzept zum Erlernen von Eröffnungen zu finden für einen Anfänger nicht ganz so einfach. Aber dafür gibt es ja Schachtrainer 🙂 , die einem das gerne zeigen. Da geht es ums Zentrum, Springer vor den Läufern entwickeln, den König sichern, Türme zusammen spielen lassen, etc. – Die Grundprinzipien der Eröffnungslehre sind schnell gelernt. Mit diesem Wissen kann man auch ohne Theoriekenntnisse gute Eröffnungszüge am Brett finden.

Damit hat man nun die besten Möglichkeiten, um auf die 1200 DWZ zu steigen. Diese Zahl ist kein Hexenwerk und für jeden innerhalb von ein paar Monaten zu schaffen. Aber auch hier spielt die Disziplin eine große Rolle. Das Taktiktraining bestimmt zu 95%, wie schnell man besser wird. 5-10 Minuten tägliches Lösen von Taktikaufgaben bewirkt wahre Wunder. Und diese 5-10 Minuten hat wirklich jeder von uns. Ob in der Bahn, beim Warten auf Meeting-Teilnehmer oder einfach beim Frühstück. Jeder Tag bietet genügend Möglichkeiten, um seinen Blick für Taktik zu schärfen. Es ist heutzutage mit Apps auf dem Smartphone so einfach wie zu keiner anderen Zeit.

Aber trotz dieser unglaublich einfachen und effektiven Möglichkeit besser zu werden, schaffen es nur die Wenigsten, dieses Minimum an Disziplin aufzubringen. Woran liegt das? Die Antwort ist relativ einfach. Schachtraining wird von vielen Spielern als lästige Notwendigkeit empfunden, um besser zu werden. Bereits hier kann der ein oder andere aber bereits die Notbremse ziehen. Es ist vollkommen egal, wie hart und wie sehr man sich zum Training zwingen muss. Wenn man keinen Spaß am Schachtraining hat und das Trainieren keine Freude bereitet, wird man nicht besser. Den Spaß am Schach kann man nicht erzwingen. Entweder man hat ihn oder man hat ihn nicht. Hier muss jeder ehrlich zu sich sein. Unzählige Male habe Schachspieler bei mir im Schachcenter kennengelernt, die mir als erstes sagen, dass sie gerne auf 1600, 1700 oder gar auf 2000 DWZ kommen wollen. Der Wille ist immer da, aber die Bereitschaft zu Trainieren schwindet recht schnell. Von Spaß ist da oft nichts zu spüren. Jeder wünscht sich einen schnellen und einfachen Weg, sein Ziel zu erreichen. Am besten nur dasitzen und sich vom Schachtrainer berieseln lassen.

Der Spaß am Schach wird von der Mehrheit der Schachspieler einfach nur aufs Spielen reduziert. Ja! Da kommt Freude auf. Hier eine Blitzpartie und da ein paar Bulletpartien. Training? Langweilig! Zu anstrengend! Kostet zu viel Zeit!

Es gibt nun 2 Wege, wie man von 1200 auf 1400 DWZ kommt. Der Langsame und der schnellere. Wenn man jede Woche beim Vereinsabend Schach spielt, egal ob Blitz, Schnellschach oder Langschach, wird man in 2-4 Jahren auf die stolze Zahl von 1400 DWZ kommen. Auch wenn das Spielen nicht direkt etwas mit Training zu tun hat, lernt der Mensch mehr oder weniger schnell aus seinen Fehlern. Verliert man eine Partie, stellt man sich automatisch die Frage „Warum habe ich verloren?“. Meist wird sich dann eingeredet, dass man einfach mal was übersehen hat. Die Erkenntnis, dass es eventuell doch am Entwicklungsvorsprung des Gegners gelegen hat, gibt es natürlich nicht. Woher auch? Und so dauert es natürlich wesentlich länger, bis irgendwann nach einem Jahr mal der Groschen fällt. Derjenige der mit Spaß trainiert und sich für Dinge wie Entwicklungsvorsprung interessiert, hat diese Hürde natürlich wesentlich schneller geschafft. Wenn man sich die DWZ-Historie von Schachspielern anschaut, findet man viele dieser ewigen 1400/1500er, die alleine durch Spielen jahrelanges an diese Zahl gekommen sind.

Im besten Fall schaffen es diese nicht trainierenden Schachspieler auf etwa 1600 DWZ. Da werden leichte ein- bis dreizügige Matts gefunden, aber auch nicht mehr. Von Figurenkoordination keine Ahnung und in Endspielen das blinde Huhn. Ab etwa 1600 DWZ wird die Erleuchtung beim Spielen am Brett immer dunkler und man kommt einfach nicht weiter. Es werden Eröffnungen ohne Namen gespielt, deren Sinn alleine in der Wiederholung liegt. Hat man schließlich immer so gespielt und wird man auch immer so spielen. Eine Korrektur ist fast nicht mehr möglich, da man einfach festgefahren ist. Lieber etwas Schlechtes spielen das man meint zu kennen, als etwas Unbekanntes das besser ist. Taktiktraining? Neeeeee! Keine Disziplin.

Wer kennt sie nicht, die Schachspieler die immer sagen, dass sie keine Zeit haben? Es wird dann gerne darauf hingewiesen, dass wenn man Schach trainiert, es richtig machen möchte und dann muss man sich ja schließlich viele Stunden am Stück Zeit nehmen. Und die hat man einfach nicht. Ich kann nicht sagen, wie oft ich diesen Schmarrn schon gehört habe. Wenn man dann argumentiert, dass bereits täglich 5-10 Minuten Taktiktraining reicht, um dauerhaft besser zu werden, hat derjenige selbst dafür keine Zeit. Ich glaube man muss die Wörter „keine Zeit“ einfach nur mit „keine Disziplin“ oder „keine Lust“ oder „keinen Spaß“ austauschen, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen.

Es ist nicht schlimm, wenn man keine Lust auf Schachtraining hat. Aber dann darf man auch nicht der Illusion verfallen, im Schach zügig besser zu werden. Wenn man dann mit 1200 DWZ gegen einen 1600er verliert, darf man sich nicht ärgern. Wenn man einzügig eine Figur einstellt, darf man sich nicht ärgern. Schach wäre schon ein recht unfairer Sport, wenn der „Faule“ (der, der keine Zeit zum Trainieren hat) über den Fleißigen triumphiert.

Mit dieser Aussage werde ich aber nicht allen Schachspielern die nicht besser werden gerecht. Es gibt auch Schachspieler, die sich ans Brett setzen, tatsächlich trainieren und trotzdem nicht besser werden. Wirft man einen Blick auf das was sie trainieren, erkennt man aber recht schnell des Übels Ursache. Da schaut sich der 1200er eine 15-zügige Eröffnungsvariante an und analysiert diese fleißig, gerne auch mit Computer und sogar mit Spaß! Aber genauso, wie man ohne Fundament keine Mauer hochziehen kann, kann ein Schachspieler der in den meisten Fällen bereits nach den ersten 5 Zügen schlecht steht, nicht durch das Analysieren einer 15-zügigen Eröffnungsvariante wesentlich besser werden. Da wird dann einfach die ach so kostbare Zeit verschwendet und trotzdem wird man nicht besser. Aber immerhin! Zumindest hat man sich mit Schach beschäftigt! Wenn man dann trotzdem kein Erfolgserlebnis hat, resigniert man irgendwann. Schließlich hat man ja ganz viel trainiert und wie kann es dann sein, dass man nicht besser wird?

Für alle Schachspieler habe ich aber auch eine gute Nachricht. Egal, auf welchem Level man Schach spielt. Ein 1200er freut sich mit Sicherheit nicht weniger über einen Sieg, als ein 2800er. Schach macht auf jedem Level Spaß! Aber nur solange man nicht denkt, dass man sich eine hohe DWZ zum Geburtstag wünschen kann.

Abschließend möchte ich den starken Schachspieler Sebastian Finsterwalder vom Gautinger SC zitieren, der mal zu mir sagte: „Hab einfach Spaß am Schach und Freude am Training! Dann kommt die Zahl automatisch!„. 🙂

In diesem Sinne

Euer Benny

 

Schachfreunde zur Weihnachtszeit

Benny gegen den Fidelity V11

Ein guter Schachfreund nutzt die Gelegenheit der freien Weihnachtszeit zum Entspannen. Das geht natürlich nur mit einer guten Schachpartie. Am zweiten Weihnachtsfeiertag habe ich mir als Gegner den Fidelity 68060 V11 vorgenommen. Ein phantastisches Gerät, welches äußerst selten ist. Es handelt sich hierbei um das Originalgerät, welches beim Kampf um die Weltmeisterschaft zwischen Karpov und Kasparov von Karpov als elektronischen Sekundanten eingesetzt wurde. Damals allerdings mit der Hardware des brandneuen Motorola 68040 Prozessors (Fidelity 68040 V10).

Fidelity V11 Schachcomputer

Das Gerät wurde auf die Version V11 aufgerüstet. Die komplette Eröffnungs-Vorbereitung auf die einzelnen Partien und die Analysen sind allerdings noch immer in der Kiste gespeichert. So macht es wirklich Spaß, den Fußstapfen von Karpov zu folgen.

Fidelity V11 Schachcomputer

Genau das Richtige, für eine besinnliche Weihnachtszeit. 🙂

Euer Benny

 

Vereinsabend 21.12.2017

Vereinsabend kurz vor Weihnachten

Auch am letzten Donnerstag vor Weihnachten trafen sich die Schachfreunde Topschach zum gemeinsamen Training um 19 Uhr im Schachcenter. Als Thema habe ich meine Endspiel-Trainingsreihe fortgesetzt, welche bei allen Anwesenden viel Anklang fand. Wie wichtig gerade für Anfänger das Endspieltraining ist, haben die vergangenen Mannschaftskämpfe gezeigt.

Um das neu erworbene Wissen auch direkt testen zu können, ging es um kurz vor 20 Uhr ab ins „El Diablo“. Mit dabei war auch Helmut 🙂 Ein vereinsloser Schachspieler, der gerne umherzieht und die Vereinsabende verschiedener Schachklubs im Schachkreis besucht. Gerne auch als Spion tätig, um hier uns da den neusten Schach-Klatsch in Oberbayern zu verbreiten. 🙂

Er hatte auf jeden Fall viel Spaß und genoss die sichtlich entspannte und gesellige Atmosphäre in unserem mexikanischen Restaurant. Ein absoluter Kontrast zu den doch eher biederen und sterilen Vereinsabenden vieler anderer Schachvereine.

Hier noch ein paar Bilder:

Vereinsabend Topschach 21.12.2017

Oben links spielt Helmut gegen unseren Ralf.

Vereinsabend Topschach 21.12.2017

Hans uns Janós haben sich eine Stärkung verdient.

Vereinsabend Topschach 21.12.2017

Gutes Essen, wohin das Auge blickt…

Vereinsabend Topschach 21.12.2017

….und anschließend ging es weiter mit Schach 🙂

Bis bald

Eurer Benny

Braingames 2018

Die Braingames 2018 in Fürstenfeldbruck

Der 17.02.2018 ist für Schnellschach-Spieler ein wichtiger Termin. Viele Titelträger und eine angenehme Atmosphäre sorgen für puren Schachspaß. Selbstverständlich lassen sich auch die Schachfreunde Topschach Gilching e.V sich dieses Spektakel nicht entgehen und kämpfen mit 5 Gladiatoren um den Mannschaftspreis.

Braingames 2018

Noch sind einige Plätze frei und es ist für jeden Schachspieler eine der wenigen Möglichkeiten, sich eine Schnellschach-FIDE ELO zu erspielen.

Anmelden kann man sich direkt auf der Seite des Veranstalters unter:

http://www.ffbopen.de

6. Würmsee Open startet am 26.01.2018

Ausrichter Gautinger SC ohne Spieler beim 6. Würmsee Open?

Das 6. Würmsee Open beginnt am 26.01.2018 und die Schachfreunde Topschach Gilching e.V. lassen sich natürlich nicht die Chance entgehen, weiter an der DWZ zu arbeiten. Die Gegnerschaft ist breit gestreut, was die Teilnahme auch für Neulinge interessant macht.

Waren es im letzten Jahr noch über 20 Teilnehmer, dümpeln die aktuellen Anmeldungen momentan bei gerade mal 10 herum, wovon 4 Spieler auf unseren Verein fallen. Recht schade finde ich, dass der Ausrichter Gautinger SC bisher nicht geschafft hat, mehr als eine Person anzumelden (der Turnierleiter).

Nachdem es den Gautingern nicht gelingt, wenigstens bei den Mannschaftskämpfen vollzählig anzutreten, zieht sich diese Unlust nun auch bis in dieses schöne Open. Aber bis zum Start ist ja noch etwas Zeit, die ein oder andere Motivationsrede zu halten:

Wer nun Lust bekommen hat, kann sich unter folgendem Link anmelden:

http://www.sc-starnberg.de/wuermsee-open/anmeldung/

Die komplette Ausschreibung findet ihr hier:

http://www.sc-starnberg.de/turniere/ausschr/wuermsee2018.pdf

Bis bald

Euer Benny

Feierabend Taktik #5 Dvoretzky – Szilagyi Ungarn 1978

Dvoretzkys stiller Killerzug!

In der Partie zwischen Dvoretzky (2525) und Szilagyi (2365) im Jahr 1987 in Ungarn gespielt, fand Dvoretzky einen unglaublich schönen stillen und gleichermaßen durchschlagenden Gewinnzug. Dvoretzky gilt bei vielen Schachspielern als der absolute Schachtrainer. Ich habe ihn zu seinen Lebzeiten ein paarmal getroffen, aber wirklich überzeugen konnte mich sein Training nicht.

Die meisten seiner Bücher sind selbst für gestandene Meisterspieler mit 7 Siegeln verschlossen. Einen guten Trainer erkennt man normal daran, dass er schwierige Sachverhalte so erklären kann, dass sie jeder versteht.

Das nicht nur Schüler von ihm manchmal nicht alles verstehen, sondern auch seine Gegnerschaft, zeigt die folgende Stellung:

Weiß am Zug gewinnt!