Schachfreunde Topschach bei der Schachweltmeisterschaft 2018 in London

Die Schachweltmeisterschaft 2018 in London war für Janos und mich die perfekte Möglichkeit, die weltbesten Spieler Magnus Carlsen und Fabiano Caruana hautnah zu erleben. Von der fulminanten Eröffnungsgala, bis zu den ersten gespielten Partien, erlebten wir unfassbar tolle Schachtage in London mit vielen Überraschungen. Wir bereiten zur Zeit einen Erlebnisbericht vor, der auch hinter die Kulissen der Schachweltmeisterschaft 2018 schaut. Seit gespannt 🙂

Topschach Benny mit Judit Polgar

Bis bald

Euer Benny

 

Verdiente Auftaktniederlage gegen Gröbenzell

Gestern starteten die Schachfreunde Topschach in ihre zweite Saison. Schon im Vorfeld kam es mit unserem Mitglied Kurt König zu Problemen. Der Mannschaftsführer wollte ihn aus taktischen Gründen von Brett 3 an Brett 5 in der Setzliste unterbringen, was von Kurt König allerdings nicht akzeptiert wurde. Zitat Kurt König:“An Brett 5 spielen nur Idioten!„.

So wurde Kurt König dann doch an Brett 3 aufgestellt, was bei den anderen Mitgliedern für etwas Verwunderung sorgte, da der Mannschaftsführer im Sinne der Mannschaft handelt und persönliche Interessen von Einzelnen hinten angestellt werden sollten. Problematisch war zudem, dass unser Mitglied Kurt König in den letzten 8 Monaten keine einzige Schachpartie spielte, dem Training fern blieb und damit sehr schlechte Voraussetzungen für erfolgreiche Mannschaftskämpfe an Brett 3 mitbrachte.

Mit Hans Heini befand sich Kurt allerdings in bester Gesellschaft. Auch Hans hatte eine Auszeit vom Schach genommen und es geschah genau das, was ich an einem Vereinsabend in unserer Schachrunde mitteilte. Hans und Kurt arbeiteten sich wie im letzten Jahr mühsam durch die Eröffnung und spielten sich ideenlos zur Niederlage. Hier haben zwei Schachspieler gespielt, die über 8 Monate keine wesentliche Praxis hatten.

An Brett 1 und 2 spielten Ralf und ich. Während Ralf sich eine Gewinnstellung erarbeitete und diese in ein Damenendspiel mündete, in welcher er trotz 3 Mehrbauern auf Verlust stand, konnte er sich gerade so ins Remis retten. Das war echter Nervenkitzel und großer Kampfgeist!

In meiner Partie sollte ich gegen einen 1500er eine hübsche Lektion erhalten. Gute 22 Züge lang verfolgten mein Gegner und ich die Eröffnungstheorie. Ich war erstaunt, dass mein Gegner diese Variante weit zu kennen schien. Beim Abwickeln ins Turmendspiel mit Bauern unterlief im allerdings ein kleiner Fehler, durch welchen ich nun auf Gewinn spielen konnte. Das sollte aber der letzte Fehler meines Gegners sein. Er verteidigte sich umsichtig und all meine Versuche, die Partie am Leben zu halten scheiterten. Ich verpasste den Gewinnweg und willigte in das Remisangebot ein.

Am Brett von Andre durfte ich einen Italiener beobachten, den Andre allerdings bereits in der Eröffnung mit dem falschen Plan spielte. Der Gegner öffnete die g-Linie und Andres schwarzer König stand blank. Weiß wollte nun weiter Druck aufbauen und warf mit einem Zug seinen kompletten Vorteil weg. Andre hatte die Chance, eine Leichtfigur + Angriff zu gewinnen, sah das am Brett aber leider nicht. Es kam zur Abwicklung, in welcher Weiß mit 2 Türmen gegen einen Turm problemlos auf Gewinn spielen konnte.

An Brett von Janos sah es lange Zeit sehr ausgeglichen aus und die Partie wäre sehr wahrscheinlich im Remishafen eingeschippert, wenn Janos nicht eine kleine Taktik des Gegner übersehen hätte. Insgesamt konnte man beim Spiel von Janos trotzdem Fortschritte erkennen. Leider ist er auch zeitlich so eingebunden, dass fürs Schachtraining nicht viel Zeit bleibt. Man merkt aber, dass er die Erfahrung aus der letzten Saison mitgenommen hat.

Starke Spieler aus Gröbenzell machten es uns nicht leicht. Der fehlende Teamgeist von einigen unserer Mitglieder ließ den Ausgang des Mannschaftskampfes schon im Vorfeld erahnen.

Am 02.12 geht müssen wir gegen Windach ran. Mal schauen, ob der Eine oder Andere bis dahin sowohl menschlich, als auch spielerisch die Kurve bekommt.

Bis dann

Euer Benny

 

Humane Sperre für Marc Morgunov

Ab dem 30. April 2019 kann Marc Morgunov sein Comeback im Spitzenschach feiern. Bis dahin soll er nach einem Beschluss des  Rechts- und Berufungsausschusses für elogewerteten Turniere in Österreich gesperrt sein. Das bedeutet, dass er außerhalb Österreichs ohne Einschränkungen direkt weiterspielen kann. Ein sehr humanes Urteil, welchem sich die FIDE allerdings noch anschließen muss.

In dem auf der Webseite chess.at veröffentlichten Statement heißt es weiter:

…und alle Partien von Morgunov aus dem Jahr 2018 zur Überprüfung an Ken Reagan gesandt. Reagan hat für die FIDE ein Programm entwickelt mit dem die Übereinstimmung der gespielten Züge mit Computerzügen verglichen werden kann. Er ist nicht der Meinung, das bei einer der Partien eine Computerhilfe in Anspruch genommen wurde.

Die Ergebnissicherheit des hier genannten Prüfungsverfahrens darf man stark anzweifeln. In Gesprächen mit Großmeistern wurde schnell klar, dass im Bereich der Titelträger IM und GM gerade mal eine einzige Zuhilfenahme einer Engine in einer Partie ausreicht, um einen klaren Vorteil zu erhalten. Sebastian Bogner sagte mir am Rande eines Turniers am Tegernsee, dass ein Großmeister taktisch fit genug sei und es in Partien immer ein bis zwei Schlüsselmomente gibt, in denen es gilt, die richtige Entscheidung zu treffen. Wenn man in genau diesen maximal zwei Momenten eine Engine zu Rate ziehen würde, wäre man als normaler Großmeister sehr zügig im Bereich der „Super“-Großmeister.

Dies bedeutet, dass einem starken Spieler gerade mal ein bis zwei elektronische Antworten in Schlüsselmomenten genügen, um daraus die richtigen Schlüsse für den Verlauf einer Partie zu ziehen. Wenn ein starker Spieler 98% seiner Partie selbst spielt und 2% auf Enginevorschläge fallen, ist es vollkommen logisch, dass das Programm von Ken Reagan keine wesentlichen Auffälligkeiten in den Partien findet. Es ist ja nicht so, dass Marc Morgunov kein Schach spielen könnte, jedoch macht mich die unterschiedliche Qualität seiner Partien etwas stutzig. Hinzu kommt noch die hohe Diskrepanz zwischen seiner Langschach und seiner Blitzschach ELO. Aber hier darf man nicht voreilig urteilen. Es ist gut möglich, dass er in Blitzpartien mit der begrenzten Zeit nicht klar kommt oder einfach nur Nerven zeigt und Fehler macht.

Sollte dieses Urteil von der FIDE bestätigt werden, ist Marc Morgunov noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Damit sollte dieses Kapitel aber auch abgeschlossen sein und ich persönlich glaube fest daran, dass Marc Morgunov am Ende dieser Fahrt durch die mediale Hölle, ein gutes Stück an Reife hinzugewonnen haben wird.

Unplugged Schach macht einfach mehr Spaß!

In diesem Sinne

Euer Benny

 

Schachstrategie – Schwache und starke Felder

Die Schachstrategie-Serie geht weiter 🙂 Im Teil 9 des beliebten Schachtrainings auf YouTube, geht es um das Thema Schwache und starke Felder. Wie immer, werden zuvor die Lösungen der  Aufgaben des Schachstrategie-Folge 8 Offene Linien und Diagonalen gezeigt, bevor es an Eingemachte geht.

Viel Spaß und Erfolg beim Lernen

Euer Benny

Die Woodpecker Methode – Alter Wein aus neuen Schläuchen

Mit dem Buch The Woodpecker Method haben die Autoren Axel Smith und Hans Tikkanen einen absoluten Bestseller auf den Markt gebracht. Das liegt allerdings nicht daran, dass diese Woodpecker Methode so revolutionär neu ist, sondern dass dieses Buch zwischen all den monatlich erscheinenden Eröffnungsbüchern eine gut tuende Abwechslung ist. Damit dieser Titel aber auch wirklich ein Erfolg wird, wirbt der Autor damit, dass er im Selbstversuch innerhalb von nur einem Jahr 3 GM-Normen Dank dieser Methode schaffte und praktisch nur anhand von dieser Methode von ELO 2100 auf GM-Niveau gekommen sein soll.

The Woodpecker Method

Das Hans Tikkanen nebenbei auch Super-GMs als Trainer hatte, die ihn in allen Bereichen des Schachspiels nach vorne brachten, verschweigt er gekonnt. 🙂

Die Woodpecker-Methode ist so alt, wie das Schachspiel selbst. Lernen durch Wiederholen lautet das Prinzip. Ich habe einige Schachbücher aus der Sowjetzeit, in denen es genau um dieses Thema geht. Wirklich bekannt wurde diese Methode durch den Autor Maxim Blokh. Sein Buch Combinative Motifs ist auch heute noch erhältlich.

Auch in Schachsoftware wird diese Methode angewendet. Beispielsweise im damaligen PersonalChessTrainer(PCT), welches seit einigen Jahren auf den Namen Chessimo hört. Wesentlich bekannter dürfte das Programm CT Art sein.

Unter starken Spielern ist diese Methode also schon seit Ewigkeiten bekannt. Der mir freundschaftlich bekannte IM Alexander Belezky kam vor vielen Jahren vor einem Blitzturnier auf mich zu und als ich ihn fragte, wie er sich auf Blitzturniere vorbereitet, sagte er mir, dass er vor Beginn einer jeden Runde 40-50 Taktikaufgaben löst. Er zeigte mir ein Buch von Maxim Blokh.

Axel Smith und Hans Tikkanen haben dieser Methode nun den griffigen namen Woodpecker gegeben und zusammen mit Quality Chess recht ordentlich die Werbetrommel gerührt. Ja! Jeder kann es schaffen, Großmeister zu werden! Mit diesem Buch! 😉

Ob man nun wirklich alleine durch das Erlernen von Taktikmotiven Großmeister werden kann, darf auf jeden Fall bezweifelt werden. Aber eine Sache wird man auf jeden Fall: Taktisch stärker!

Das recht sperrige und schwere Buch ist momentan nur als Hardcover-Version erhältlich. Mal so eben ein paar Aufgaben unterwegs in der S-Bahn oder im Bus zu lösen, ist damit nicht wirklich komfortabel. Wirklich arbeiten kann man mit dem Buch nur am Tisch.

Woodpecker Methode

In einigen Kommentaren zu diesem Buch empfiehlt der eine oder andere Sonderling sogar, jede Stellung am echten Brett aufzubauen und dann zu lösen. Ziemlich ineffizient, da es sich bei den Aufgaben meist um 2-4 zügige Kombis handelt. Da dauert das Aufbauen der Stellung auf jeden Fall länger, als das eigentliche Lösen. Da der Lerneffekt darauf beruht, ziemlich viele Aufgaben in kurzer Zeit zu lösen, ist das Aufstellen der Stellungen auf einem Schachbrett kontraproduktiv.

Die Aufgaben selbst sind unterteilt in Einfach (222 Aufgaben), Mittelschwer (762 Aufgaben) und Schwer (144 Aufgaben). Interessant ist hierbei, dass die Aufgaben nicht nach Thema sortiert sind, sondern in der Chronologie der einzelnen Weltmeister. Das macht die Sache auf jeden Fall interessant. Mir persönlich gefällt die Auswahl sehr gut.

Woodpecker Methode

Und auch wenn ich mein Smartphone mit Taktik-Apps immer griffbereit habe, arbeite ich nun auch dieses Buch durch. Schaden kann es nicht und es kommt ein melancholisches Gefühl auf, wenn man so trainiert, wie es die alten Meister getan haben, als es noch keine Computer & Smartphones gab.

In spätestens einem Jahr sollte ich dann auch meine drei GM-Normen sicher haben. Falls nicht, will ich mein Geld zurück. 😛

Wer nun ebenfalls in einem Jahr Großmeister werden will, kann das Buch hier bestellen:

https://www.topschach.de/woodpecker-method-axel-smith-hans-tikkanen-p-4071.html

Bis bald

Euer Benny

Emanuel Lasker Schnellschach Turnier

Emanuel Lasker wäre in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden (wenn er noch leben würde). 🙂 Für die Schachfreunde Topschach Grund genug, den bisher einzigen deutschen Schach-Weltmeister mit einem 15 Minuten Schnellschachturnier zu ehren. Am 16.09 war es dann soweit. Leider gab es beim Veröffentlichen der Ausschreibung beim Schachkreis Zugspitze ein paar Verzögerungen. Trotzdem haben sich einige Schachfreunde zum Spielen in der Gaststätte „Gleis 8“ in Gilching eingefunden. Mit 6 Spielern aus unserem Verein und weiteren 6 Spielern aus den umliegenden Vereinen konnten wir ein kleines, aber feines Rundenturnier veranstalten.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Den Spielort kann man auf jeden Fall als ideal bezeichnen. Die Gaststätte „Gleis 8“ gilt als kultureller Treffpunkt mit genügend Platz und angenehmer Atmosphäre.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Dr. Ralf Ludwig sorgte für ansprechende Deko und gab interessierten Teilnehmern einen kleinen Einblick in Laskers Leben. Vielen war beispielsweise nicht bekannt, dass Emanuel Lasker auch ein ziemlich guter GO-Spieler war.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Bei Aufbau haben unsere Jungs tatkräftig mitgeholfen.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Die letzten Kleinigkeiten werden besprochen.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Und dann ging es auch schon los. Gespielt wurden 7 Runden Schweizer System.

Zur Auslosung der einzelnen Runde sollte diesmal mein Smartphone herhalten. Liefen die ersten 3 Runden noch problemlos, musste ich ab Runde 4 die Auslosung per Hand vornehmen. Leider habe ich es verpasst, die Anleitung der entsprechenden Schweizer-System-App durchzulesen, in welcher Siege mit 2:0 und Partien die Unentschieden endeten mit 1:1 eingetragen werden müssen. Einen Moment lang bereute ich es, nicht doch noch mein Laptop mit Swiss-Chess verwendet zu haben. Aber gut…..Schweizer System per Hand. Habe ich ja mal beim Schiedsrichter-Seminar gelernt. Bei lediglich 12 Teilnehmern kein leichtes Unterfangen. Hinzu kam noch, dass unser Mitglied Janos aus zeitlichen Gründen das Turnier nicht komplett mitspielen konnte und es ab Runde 3 Freilose zu vergeben galt.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Auslosung per Hand 🙂

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Unser Kurt gegen die jüngste Teilnehmerin Vanessa.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Das ewige Duell zwischen Joachim Heinze und Ralf Ludwig.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Sabrina behilt sehr lange die Oberhand gegen Janos, der sich am Ende dann doch noch in ein Remis retten konnte.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Lorenz Gauchel vom Schachklub Germering e. V. konnte gegen Sven Szalewa vom SC Starnberg punkten.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Oliver tat sich gegen Ruppert ziemlich schwer

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Showdown zwischen Ralf und Lorenz

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Der Gewinner des Lasker Schnellschachturniers mit sagenhaften 6,5 Punkten aus 7 Runden hieß am Ende Lorenz Gauchel! Lediglich gegen Joachim Heinze gab er einen halben Punkt ab.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Ruppert Stocker wurde verdient Zweiter

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Gemeinsam mit Sven Szalewa wurde meine Wenigkeit Dritter. Als Gastgeber habe ich allerdings auf den Preis verzichtet und die wertvolle Lasker-Medaille dem Sven überlassen.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Joachim Heinze spielte das „stabilste“ Schach und war der einzige Teinehmer, welcher dem späteren Turniersieger einen halben Punkt abknöpfen konnte.

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Punktgleich im Mittelfeld waren Ralf und Kurt

Emanuel Lasker Schnellschach-Turnier

Und auch Sandy, Oliver und Vanessa bekamen ihre verdienten Urkunden

Am späten Nachmittag war es dann auch geschafft. Unser Lasker Schnellschachturnier fand glückliche Gewinner und alle hatten viel Spaß. Wir sind auf den Geschmack gekommen und werden mit Sicherheit in Zukunft noch mehr Turniere veranstalten. 🙂

Bis bald

Euer Benny

Vereinsabend mit Schachtraining und GO Lektionen

Ein Vereinsabend mit der Kompetenz eines Internationalen Meisters, der einem interessante Schachaufgaben zeigt und auch Ideen zu Eröffnungen, ist für jeden Schachverein goldwert. Unser Mitglied IM Thomas Reich gewann vor einigen Tagen das zweite Sommer-Schnellschachturnier mit sagenhaften 7 aus 7 des Schachvereins Roter Turm Altstadt. In einer Begegnung kam er mit Schwarz zu folgender Stellung:

Schachaufgabe IM Thomas Reich

Weiß am Zug gewinnt! Ritschis Gegner verpasste den Gewinn uns zog stattdessen Se4?!. Ich musste schon ziemlich lange grübeln, um die Gewinnidee zu entdecken. Am Brett hätte ich das im Schnellschach nie gefunden. Hier lohnt es sich aber, die verschiedenen Taktikmotive die man mit Programmen wie CT-Art trainiert hat zu kombinieren. Dann findet man auch die Lösung.

Weiter ging es mit einigen Blitzpartien, in welchen Ritschi sein Französisch-Repertoire (Rubinstein) mit mir als Sparringspartner testete. Ich selbst spiele die Variante überhaupt nicht, aber meine Theoriekenntnisse ließen mich nicht im Stich und es zeigte sich, dass Ritschi in einigen Nebenvarianten noch etwas Nachholbedarf hat. Mit einer traumhaften Mittelspielstellung kam ich aus der Eröffnung und vermurkste Stück für Stück meinen Vorteil. Woran ich arbeiten muss (Chancenverwertung), weiß ich aufs Neue einmal mehr. 🙂

Schachfreunde Topschach

Gute Stimmung und interessante Partien gab es an diesem Abend nicht nur beim Schach, sondern auch beim GO. Nachdem Ralf letzte Woche auf dem kleinen 9×9 Brett gegen den GO-Spezialisten Thomas gewonnen hat, wollten es beide nun auf dem 19×19 Brett wissen. Gespielt wurden 2 Partien, welche Thomas nach für beide Seiten kräftezehrendem Kampf sehr knapp für sich entscheiden konnte. Ralf resümierte nach den Partien, dass er ziemlich harsch nach Vorne spielte und etwas mehr Sicherheit besser gewesen wäre. Sein Gegner habe alle Drohungen gesehen und immer gut pariert. Weitere Kämpfe werden mit Sicherheit noch folgen.

GO Spiel Ralf gegen Thomas

GO Spiel Ralf gegen Thomas

GO Spiel Ralf gegen Thomas

GO Spiel Ralf gegen Thomas

GO Spiel Zählung

Beim Schach zeigte Oliver wieder eine solide Leistung und man merkt, dass er fleißig trainiert hat. Nur mit dem Zeitmanagement hat er noch immer ein paar Probleme. Bis zu den Ligaspielen werden wir aber auch daran noch arbeiten.

IM Reich gegen Oliver

Bis bald

Euer Benny

 

Schachtaktik zum Frühstück #26 Zakrzewski – Orzechowski 26th Poznan Open 2018

Zakrzewski (2333) – Orzechowski (2131)

26th Poznan Open 2018

Weiß am Zug gewinnt!

Die Grundreihe von Schwarz ist offensichtlich schwach und es riecht förmlich nach einer Entscheidung zu Gunsten von Weiß. Als Angriffsspieler will man immer nach vorne spielen, aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. 🙂

Marshall Gambit – Schachtaktik zum Frühstück #25

Das Marshall-Gambit im Spanier gilt als ziemlich ausanalysiert und trickreich. Als Anfänger macht es durchaus Sinn, diese klassische Eröffnung zu lernen, jedoch sollte man sich am Anfang auf einfache Konzepte konzentrieren, sonst droht schnell Unheil. Ich empfehle zu Anfang folgende Variante:

Der Standardplan von Weiß ist hier die Überführung des Springers b1 über d2 nach c4 mit Doppelangriff auf den Bauern e5. Bei Bedarf kann der Springer anschließend auch über das Feld e3 die wichtigen Felder f5 und d5 kontrollieren. Ein recht simpler, aber im Zusammenspiel mit den restlichen Figuren, effektiver Plan. Damit umschifft man sehr viele Hauptvarianten des Spaniers und läuft nicht Gefahr, bei einem Theorieduell den Kürzeren zu ziehen.

Wie schnell man von der Straße abkommen kann, zeigt folgende aktuelle Partie, welche ich gegen unser Mitglied Hans gerade im Fernschach austrage.

Mit 12.Df3? verfängt sich Hans im Netz von Schwarz. Im Marshall Gambit muss jeder Zug sitzen und genau überlegt sein. Man muss sich bei der Auswahl der Varianten im Spanier immer bewusst sein, dass nicht nur Weiß die Richtung der Partie bestimmt, sondern auch Schwarz. Hans gab mir die Möglichkeit, das Marshall-Gambit zu spielen und ich habe den Fehdehandschuh dankend angenommen. Ein paar Züge später fing Hans mit 12.Df3? an zu straucheln.

Wichtige Regel!: Wenn man eine Eröffnungsvariante nicht gut kennt, sollte man diese nicht zulassen.

Um dem Marshall-Gambit aus dem Weg zu gehen, hätte Weiß hier einfach folgende Variante spielen können:

Das mag auf den ersten Blick etwas ambitionslos wirken, aber es verhindert ein Theorieduell und gibt dem Weißen die Möglichkeit, seine Entwicklung sehr sicher abzuschließen. So Standard-Ideen wie Sbd2-f1-g3 können gespielt werden. Einfache Setups, die man schnell lernen kann und für Weiß kein Risiko sind.

Für Anfänger ist es unglaublich schwer, die richtigen Eröffnungen für ihr Repertoire zu finden. In Büchern findet man Varianten über Varianten und so richtig Lust aufs Lernen dieser ganzen Theorie hat man im Anfangsstadium seiner Schachkarriere eher nicht. Die meisten schauen sich dann irgendwelche Zugfolgen an und spielen das dann einfach. Fällt man damit dann auf die Nase, wird sich die nächste Eröffnung an geschaut. Irgendwann hat man dann keine Lust mehr und spielt einfach drauf los.

Ich empfehle jedem Neuling im Schach, sich mit dem Wulst an Eröffnungsvarianten zunächst nicht zu beschäftigen. Das erste Repertoire sollte aus kleinen spielbaren Setups bestehen, die man schnell lernen kann und in der Praxis auch aufs Brett bekommt. Wichtig ist bei diesen Setups, dass einem der Gegner nicht in trübe Varianten-Gewässer lotsen kann.

Hat man mal eine gewisse Grundspielstärke erreicht, ist es sehr viel einfacher, sich an die verschiedenen Haupt- und Nebenvarianten einer Eröffnung zu trauen. Wenn man nicht gerade Profischachspieler werden möchte und jeden Tag 6-8 Stunden Schach trainiert, ist das Lernen von einfachen Eröffnungs-Setups wesentlich effektiver.

Und wo ist nun die Schachtaktik zum Frühstück?

Hier 🙂

Weiß am Zug steht mit dem Rücken zur Wand. Hans zog hier De3?, was den Untergang recht schnell besiegelt.  Wie hätte Weiß am Zug in dieser Stellung mit einem blauen Auge davonkommen können und die Partie, zumindest für etwas längere Zeit, noch am Leben halten können?

Bis bald

Euer Benny